Donnerstag, 26. Juni 2014

Johann Möstl, DON-Akteur


Als Günter Goebel DON übernahm, taucht im Impressum der Nr. 1/1972 erstmals der Name John Mytery unter "Redaktionsleitung" auf. Er erschien dort 3 Jahre lang bis DON 3/1975, während er sich in DON 4/1975 in Hans John verwandelte. Hans John war das DON-Pseudonym von Hans Möstl, genauer Johann Möstl, geboren 1949, aus der Steiermark/Österreich stammend.

Der Name Hans John stand (aus unerfindlichen Gründen) bis zum Ende der DON-Ära von Gerd Talis (Ausgabe 2/1983) unter "Bildredaktion" im DON-Impressum.


In >Pornopedia< ist zu lesen: "Johann Möstl ist ein Produzent und Regisseur. Er ist Inhaber der österreichischen Produktions- und Vertriebsfirma Oftly Goldwin GmbH. [Siehe goldwinsex.com ... "bietet ein großes und hoch Qualitative Angebot an Hardcore Produktionen".] Johann ist gelernter Fotografenmeister. Zunächst arbeitete er in der Werbe- und Touristikbranche, bevor er u.a. für [die - Achtung! - deutschen Hetero-Softporno-Blätter] Sexy, Schlüsselloch [Abb.], Wochenend, Praline und St. Pauli Nachrichten fotografierte und darüber schließlich in die Erotikbranche kam."

In DON 5/1975 (links) wird Hans John als 'Bildredakteur' bzw. 'Chef der Bilder' vorgestellt. Ob und welche Aufgaben er bei dem Homo-Magazin tatsächlich hatte, war mir immer ein Rätsel.  

Möstl, der scheinbar nicht schwul ist, gründete 1986 in Frankfurt/Main den heterosexuellen Porno-Verlag Oftly. Seine heterosexuelle Pornoproduktion inklusive Pornoversand Oftly Goldwin GmbH sitzt heute in Österreich, Austrasse 17 bzw. Filbingstr. 2, A-5330 Fuschl am See.

Fuschl am See, Kurt-Joachim Foersters Alterssitz, ist übrigens die gleiche Adresse, von wo aus Foerster die Reste seines schwulen Porno-Unternehmens leitet (FoersterMedia Austria GmbH, Filblingstr. 2, 5330 Fuschl am See/Österreich - auch FMA GmbH, A 5330 Hof bei Salzburg/Österreich)

"Liebe DONs! Ich bin der Hans und die Kollegen von der Redaktion halten es für gut, wenn ich mich als der zuständige "Chef für Bilder' noch mal an dieser Stelle vernehmen lasse. Als kurze Einführung: Berufsfotograf, 26 Jahre alt oder jung - wie man es sehen will - von Österreich "eingewandert" ... Viele Wochen des Jahres bin ich nicht in Deutschland. Malta, Californien, Kenia, Bangkok, Singapur hiessen einige Ziele der zurückliegenden Monate. Es war Arbeit für DON und die Sondernummer "Reisetips für Homotrips", aber natürlich müssen die Brötchen verdient werden und alles Bildmaterial was nicht für DON geeignet ist, gebe ich an grosse Illustrierte. Zwei Kollegen arbeiten daheim für uns, hin und wieder bekommt man auch mal ein gutes Bild angeboten. Leicht ist es nicht, in jeder Ausgabe neue, gute, interessante Typen im Bild zu bringen, bitte glauben Sie mir das. Aber so wie die anderen Freunde in der Redaktion, so gilt eben auch mein Interesse vor allem der Arbeit in DON, ich hoffe, dass man es merkt. Aber ich bemühe mich, noch besser zu werden ... " 

Dieser Text strotzt nicht nur von Übertreibungen, sondern ist eine Vernebelung der Tatsache, dass das in den DON-Ausgaben jener Jahre veröffentlichte Fotomaterial zum weit überwiegenden Teil aus einer Vielzahl privater, kommerzieller und laienfotografischer  Quellen stammte, von denen kaum je eine im DON-Impressum genannt wurde.

Hans John / Johann Möstl in DON 7/1976
Nur ein Beispiel: Hans John behauptet, weltweit herumzureisen, um Fotos für DON zu schiessen, während er quasi die Reste "an grosse Illustierte" (siehe oben, Schmuddel-Blättchen à la Praline, St. Pauli Nachrichten...) geben würde. Allerdings erscheinen in den entsprechenden DON-Reiseberichten (Malta usw.) nur läppische 4 bis 6 Schwarzweiss-Fotos.

Ob und welche männlichen Aktfotos von dem Fotografen Hans John in DON veröffentlicht wurden, ist mir unbekannt. Ich (Jens M. A. Reimer) habe knapp 40 Jahre lang eine Vielzahl schwuler Magazine gemacht und hatte zwei Verlage, die schwule Foto-Publikationen produzierten. In diesen 40 Jahren habe ich mit gut und gerne 25 Fotografen zusammengearbeitet. Nie im Leben habe ich wissentlich ein männliches Aktfoto eines Fotografen Johann Möstl, alias Hans John, zu Gesicht bekommen.

Warum das Möstl-Märchen vom 'DON-Bildredakteur' acht Jahre lang per Impressum-Eintrag permanent wiederholt wurde, auch das wird ein ewiges Rätsel bleiben. Möglicherweise hat er in den 70er Jahren beim DON-Layout mitgewirkt, denn in ADAM erscheint der Name Hans Moestl (oe!) unter "Layout" im Impressum der Ausgabe 12/1977. Möglich wäre auch, dass er als Kameramann die ersten deutschen Schwulenpornos im Auftrag Günter Goebel filmte (?).