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Sonntag, 4. Mai 2014

DON - The German Gay Magazine 1984, Heft 7/8, ist die letzte DON-Ausgabe im Verlag Henry Ferling.


Die Juli/August-Doppelnummer erscheint im Juli 1984 im Verlag Henry Ferling, Darmstadt. Die Redaktionsleitung mit Dorin Popa sitzt in Herrsching am Ammersee.

Rückseitenfoto der Mai/Juni-Ausgabe Jens M. A. Reimer


Peter Schult ist tot. "Der Anarchist, Päderast und Schriftsteller hat sein Leben für die Bemühung gelassen, die Problematik der Pädasterie öffentlich thematisieren zu wollen ... Jürgen Arnold, als Freund und Anwalt Peter Schults ... erinnert sich .... 'Der Hass, das Bestrafungsbedürfnis, das sich an Peters Person festmachte und das wohl jeden Päderasten trifft, der nicht nur literarisch seinen Neigungen huldigt, hat jedenfalls keine sachliche Grundlage. Eher entschleiern sich scheinbar normale Persönlichkeitsstrukturen als neurotisch bis pathologisch in der Irrationalität, mit der sie auf solche Menschen reagieren. Eine Unmenge von schriftlichen, in juristische Gewänder gekleidete Begründungen, von erregten Plädoyers, von geforderten Strafen, die teils die von Tötungsdelikten übersteigen, haben mich diese Erkenntnis gründlich gelehrt ... ' Schult konnte als freier Mann sterben ... am 25. April in München."

Ergänzung: Lesenswert, DER SPIEGEL 12/1984: Schicksalhafter Ablauf

Farbfoto Tony Patrioli, Mailand


Zu dem rot unterstrichenen Satz habe ich gegenüber Henry Ferling schriftlich klargestellt: " ... Ich kenne Herrn Foerster nicht. Ich habe ihn auch nie kennengelernt. Und ich verspüre auch kein Verlangen, ihn kennenzulernen. D.h. Ich war nie ein Freund von Kurt-Joachim Foerster, und ich pflege mir meine Freunde selber auszusuchen ... "

Ergänzend dazu: Zu Henry Ferling hatte ich immer ein exzellentes geschäftliches Verhältnis. Allerdings war ich nie mit ihm 'befreundet', zumal ich es grundsätzlich abgelehnt habe, mit meinen Kunden/Auftraggebern private/freundschaftliche Kontakte zu pflegen.

Richtig ist, dass ich - auf wiederholte dringliche Bitten Ferlings - Herrn Foerster ein schriftliches Angebot zur Weiterführung des ADAM-Redaktion ausgearbeitet und unterbreitet habe. 


New York: "Seit zwei Jahren müssen sich alle Organisationen, die mit der Stadt New York in geschäftlichen Beziehungen stehen, schriftlich dazu verpflichten, Homosexuelle bei Personaleinstellungen nicht zu benachteiligen.,.. "

Europäische Gemeinschaft: "In einer Entschliessung mit 114 gegen 25 Stimmen bei 22 Enthaltungen hat das Europa-Parmanet in Strassburg die EG-Länder aufgefordert, alle Gesetze abzuschaffen, die rechtliche Sanktionen gegen homosexuelle Handlungen zwischen einverstandenen Erwachsenen vorsehen ... "

DDR: "Zu ihrem zweiten Treffen kamen die Mitarbeiter der kirchlichen Lesben- und Schwulenkreise in der DDR am 14./15. April 1984 zusammen ... "

Rechte Seite: "... Vier Jahre schwule Buchkultur in München: Ist doch der SODOM-Buchladen nach Männerschwarm in Hamburg der zweitälteste einschlägige Buchladen in der BRD [falsch: der erste und älteste ist der 1978 in Berlin gegründete (ursprünglich Prinz) Eisenherz Buchladen]. Und das ist, nach etlichen Durchsuchungen, Beschlagnahmungen im Wert von tausenden von Mark (ersatzlos) und mehreren Prozessen, teils bereits im Anfangsjahr, wirklich ein Grund zum Feiern. SODOM ist nicht totzukriegen ... "


Linke Seite: Über die beiden Bronze-Statuen von Riace, gefunden von einem Hobbytaucher am 16. August 1972 etwa 300 Meter vor der Küste bei Riace, Provinz Reggio Calabria (Italien) und ihre für italienische Männer so bedeutungsvollen grossen 'Eier'.

Rechte Seite: Über die Brandstetter-Titel in der Goldmann-Krimireihe von Joseph Hansen (US-amerikanischer Schriftsteller). Der Protagonist, Dave Brandstetter, ist ein schwuler Privatdetektiv der Kriminalliteratur.


Ergänzung: Fire Island, eine 32 Meilen lange Düne vor Long Island, ist das Öko-Paradies der New Yorker; eine Sommerfrische für Protestanten, Juden und Schwule, die etwas erleben oder unter sich bleiben wollen ... schreibt Henryk M. Broder (auch noch im Jahr) 2003 in DER SPIEGEL: Pleasantville der Wirklichkeit


Anstelle eines Gay-Guide-Sammelsuriums schwuler Kontakt-Tipps: "Italia - wie sieht es wirklich aus? Was kann das sonnige Land dem Touristen wirklich bieten? DON fragte einen 'echten' Römer [Vincenzo Rosa] aus der Via Veneto der 'Ewigen Stadt' ... Man sollte Vincenzens Ratschläge befolgen, denn sie helfen, dass man 'Italien von innen her' erleben kann ... "

Fotos: Tony Patrioli, Mailand 

Dienstag, 3. September 2013

DON - The German Gay Magazine 1980 (Heft 9)


DON 9/1980 erscheint im September 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (= Gerhard Friede) (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


Ein sehr persönlicher Bericht des DON-Autors Andy Müller, der am 12. Juli 1980 in der Bonner Beethovenhalle die Veranstaltung >die Parteien auf dem Prüfstand< besucht hat, die letztendlich im Chaos unterging ... siehe den Bericht von Hans Hack am Ende dieses Blogs.

Details:  
" ... Zunächst aber traf man sich im Foyer, wo ein schwuler Mini-Markt aufgebaut war. Dabei 'glänzte' die Berliner Eisenherz-Buchhandlung ganz entgegen ihrem eigentlichen Sortiment mit einem breit gefächerten Angebot schwuler Pornos, offenbar um allen bisher Uneingeweihten einmal deutlich vor Augen zu führen, wofür sie sich da einsetzen ... "

" ... die Damen und Herren Indianer gaben sich erneut die Ehre. Das liess die sattsam bekannte Show erwarten, mit der diese Gruppen ihr Anliegen an den Mann / die Frau / die Kinder zu bringen versuchten ... " 
(Anmerkung: Die Indianerkommune war ein Zusammenschluss von Menschen, die sich selbst als „Kinderrechtekommune“ bezeichneten.)


DON illustriert seine anspruchsvollen Inhalte nun wieder mit laienhaften Ausschussfotos.


links oben:
Da der DON-Verleger Henry Ferling FDP-Mitglied war, nehme ich an, dass er die von einem Peter Kraemer aus Essen verantwortete Wahlwerbe-Anzeige kostenlos abdruckte: "Wir haben uns entschlossen, am 5. Oktober 1980 F.D.P. zu wählen und bitten Euch das gleiche zu tun. Unsere Gründe ... Wir haben uns davon überzeugt, dass die F.D.P. die einzige der im Bundestag vertretenen Parteien ist, die sich ausdrücklich für unsere Interessen einsetzt ... "

Anmerkung: 1980 trat der homophobe Bayerische Ministerpräsident Franz-Joseph Strauß (1915-1988), CSU, als Bundeskanzler-Kandidat von CDU/CSU als Herausforderer von Bundeskanzler Helmut Schmidt an. Gegenüber der Bundestagswahl von 1976 verlor die Union - Dank Strauß - gut 4% der Stimmen.

rechts oben bis Schluss:
Satire von Jens M. A. Reimer - Franz-Josef ist mein Mann - über einen fiktiven Briefwechsel zwischen Jens und Franz-Joseph Strauß, der in einer fast schon gegenseitigen Liebeserklärung sein Happy End findet.


Hans Hack berichtet über das Desaster der am 12. Juli 1980 in der Bonner Beethovenhalle stattfindenden Veranstaltung >die Parteien auf dem Prüfstand<.


Alle 10 Aufnahmen wurden bei dieser Veranstaltung aufgenommen. Teilnehmende Politiker, Medienvertreter und Redakteure der deutschen Schwulenpresse bei der anschliessenden Diskussion im kleinen Kreis.

Rechts oben: Hans Peter Reichelt (= Hans Eppendorfer, 1942-1999) (him applaus), Wolfgang Selitsch (DU + ICH, der Name wird über DU + ICH in Wikipedia unterschlagen), Gerd Talis (= Gerhard Friede) (DON und gay jourmal)
Rechts unten im Kreis u.a.: Hans Peter Reichelt, Günter Verheugen (F.D.P.), Gerd Talis, Friedrich Rahardt (CDU, Bürgerschaftsabgeordneter in Hamburg), Wolfgang Selitsch.