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Montag, 28. April 2014

DON - The German Gay Magazine 1984 (2-Monats-Heft 5/6)


Die erste Doppelnummer * , DON Mai/Juni 1984, erscheint im Mai 1984 im Verlag Henry Ferling, Darmstadt. Die Redaktionsleitung mit Dorin Popa sitzt in Herrsching am Ammersee.

* "Wegen möglicher Druckterminausfälle ... zur Gewährung der lange schon notwendigen Urlaubspause für die Redaktion ..."
Tatsächlich ist es das Ende von DONs monatlicher Erscheinungsweise.


"Männlichkeit. Wenn Schwule träumen, hat meist einer die Finger drin. Mit seinen männlichen Mackern in Leder, Jeans und T-Shirt, Schnauzer klein und Pimmel gross, berherrscht Tom of Finland nun schon über ein Vierteljahrhundert die Schwulenszene ... Pornographie! freuen sich die einen, Kunst! mahnen die anderen ... 'Es darf und soll gewichst werden!' begeistert sich Finland-Freund Michael Föster [einst Redakteur und Verleger des 1983 eingegangenen TORSO] ... 'Ich finde beinahe alle meine Zeichnungen pornografisch ... sie sollen das sexuelle Gefühl stimulieren ... Das ist Pornografie, keine Kunst', unterstreicht auch Tom of Finland seine Position .... "


"Eigentlich stehen die Chancen nicht schlecht: Sollten sich SPD, FDP und GRÜNE gemeinsam dazu entschliessen können, einen Antrag auf Abschaffung des § 175 einzubringen, wäre schon viel gewonnen, die gesellschaftliche Gleichstellung Homosexueller nicht mehr in allzu weiter Ferne ... SPD-Abgeordnete, darauf angesprochen, reagieren, wie man es von Politikern nicht anders erwarten sollte: taktierend ... Der Volkspartei ... sitzt also die Angst des Stimmverlusts im Nacken ... Hans-Jochen Vogel ist nicht gerade einer der liberalsten SPD-Politiker an der Parteispitze. Und schliesslich wird gemunkelt, er sei es gewesen, der Helmut Schmidt seinerzeit das kategorische Nein [wovon Schmidt bis heute = 2014 ebenso kategorisch behauptet nichts zu wissen] eingehaucht habe ... "

Anmerkung: Die Sozialdemokraten haben in Sachen § 175 jahrzehntelang (aufs Peinlichste!) genauso gemauert, wie die konservativen Parteien CDU und CSU. Erst in Folge der deutschen Wiedervereinigung - 10 Jahre später - wurde der § 175 StGB aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Die DDR hatte 1988 beschlossen, den entsprechenden Paragraph ersatzlos zu streichen.


Der Fall des Polizeispitzels, Serienmörders (von Knaben und Jungen), Sadisten und Kannibalen Fritz Haarmann und seine unterschiedliche Darstellung in einem Film Deutschland West ("Die Zärtlichkeit der Wölfe" mit Rainer Werner Fassbinder als Darsteller und Produzent und Kurt Raab) und einer Fernsehproduktion Deutschland Ost ("Der Fall Haarmann")


Wolf Neidhart über "Kuhauge", erschienen 1984 bei Rowohlt, von Fritz J. Raddatz, in jenen Jahren Professor für Neue Deutsche Literatur an der TU Hannover und Leiter des Feuilletons der Wochenzeitung Die Zeit.


Rechte Seite unten: Die Unterschrift unter dem Kaufvertrag ** zwischen den Verlegern Henry Ferling und Kurt-Joachim Foerster von Anfang April 1984, betreffs Übertragung der beiden Magazin-Titel DON und ADAM an Foerster, ist noch nicht trocken, da erscheinen in Ferlings Noch-Objekten bereits Ramschanzeigen des Foerster Verlag, Frankfurt/Main, für sein Nackedeibilderblatt ADONIS.

** Die abenteuerlichen Umstände dieses Titel-Verkaufs werden noch Thema eines später folgenden ausführlichen Posts sein.


Im gleichen Heft erscheint Werbung für Pornographie **, verschleiert hinter den Worten "Videoproduktionen ... von internationaler Spitzenklasse" und einem schleierhaften Anbieter namens FV-GmbH in Berlin. 

Während der Leser das Porno-Angebot sehr wohl zu 'entschlüsseln' weiss, vermutet er hinter "FV-GmbH" nicht unbedingt die Foerster-Verlag GmbH (Vorläufer der Foerster Media = FMA Produktions- & Distributions GmbH) des Kurt-Joachim Foerster mit ihrem damaligen Hauptgeschäftssitz in der Berliner Keithstrasse 41-43.

** Werbung für Pornografie war damals und ist - nach § 184 Abs. 1 Ziff. 5 StGB - bis heute verboten.


"Totale Lust pauschal ist wieder angesagt! Nachdem im tristen Winter sich das Angebot auf Städtetouren und südliche Hemisphäre beschränkte, findet jetzt der Reisebetrieb der Schwulen seine Befriedigung. Von SchWesterland auf Sylt bis zu unserer Hauptstadt San Francisco reichen die Urlaubsziele, die pralle Hosen und gebräunte Haut versprechen... "

Montag, 14. April 2014

DON - The German Gay Magazine 1984 (Heft 1)


DON 1/1984 erscheint im Januar 1984 im Verlag Henry Ferling, Darmstadt. Den Inhalt gestaltet ein "Autorenteam" aus: Robert Adler (= Roland Armin Adler), Michael Albert (= Jens M.A. Reimer), Achim Ehlert (= Ejo Eckerle) und neu Dorin Popa *.

* Dorin Popa, Jahrgang 1961, übernimmt mit der Januar-Ausgabe die Redaktionsleitung (und den Umbruch) von DON, erscheint in dieser Funktion jedoch erst im Impressum der März-Ausgabe.

(" ... Richtig gelernt habe ich den Journalismus nie. Kein Studium, keine Journalistenschule, kein Volontariat, sondern vom Gymnasium an einfach gemacht. Weshalb ich nun schon über dreißig Jahre im Printbereich arbeite... " Dorin Popa im September 2012)

Das Titelbild zeigt Ryuichi Sakamoto in dem Film >Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence<. Die exakte Übersetzung des japanischen Filmtitels lautet: >Fröhliche Weihnachten auf dem Schlachtfeld<.


"Mit diesen mehr oder minder fröhlichen Schnappschüssen aus dem schwulen San Francisco wünschen wir - die DON-Macher - Ihnen allen ein mehr oder weniger fröhliches 1984 ..."


Wien: "Grund zur Sorge besteht für die Rosa-Lila-Villa, das Wohn- und Kommunikationszentrum Wiener Homosexueller. Nachdem während des Papstbesuchs ein Transparent >Jesus liebt auch Schwule und Lesben< verkündete, und zuvor noch ganze fünf Beschwerden aus der Nachbarschaft ... im Rathaus eingetrudelt waren, beschloss die Gemeinde den Abriss des Zentrums ... "

Berlin: "Auch nach Gründung eines >Instituts für Sexualwissenschaft e.V.< ... sieht die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft das Vermächtnis Hirschfelds, aus den verbliebenen Mitteln seiner Stiftung einen Lehrstuhl für Sexualwissenschaft an der Berliner Universität einzurichten, als nicht erfüllt an ... "

Münster: " ... Einen neuen Aspekt der Person und der Kunst Fassbinders offenbart eine ihm gewidmete Skulptur des Bildhauers Richard Serra. Eigens für den Innenhof des Westfälischen Landesmuseums konzipiert, besteht das Kunstwerk aus drei hohen Stahlplatten ... " 

Peter Schult: "DIE GRÜNEN im Bundestag unterstützen das Gnadengesuch des an Krebs erkrankten Peter Schult ... dass jede längere Inhaftierung im krassen Missverhältnis zu seinen Straftaten und zu seiner nur noch kurzen Lebenserwartung stünde, fordern sie für den ... Todkranken Haftverschonung ... "


Bundeswehr 1   "Ob man nun seine Lust, vor anderen zu paradieren, von der Sub auf den Kasernenhof verlegen will oder staatsbürgerliche Pflichten zu erfüllen trachtet: Der Dienst an der Waffe kann für den Schwulen zum Schrecken werden, der im Selbstmord endet. Denn zu oft erwarten den Wehrpflichtigen oder den zeitsoldaten, auf dem Karriereweg vom Rotarsch zum Lametta-Träger, Vorurteile und Unterdrückung, Schikanen und Benachteiligung. trotz aller Phrasen vom 'Bürger in Uniform' ... "


Bundeswehr 2 "Die Paraderolle des schwulen Soldaten scheint der ehemalige Bundeswehr-Hauptmann Michael Lindner * gepachtet zu haben, der in kaum einem Artikel oder Buch zu diesem Thema ungehört bliebt - zuletzt in einem lesenswerten Beitrag des rororo-Bands >Unbändig männlich<. DON möchte einmal die Erfahrungen anderer hören und unterhielt sich mit Franz und Stefan über ihr Schwulsein vor, während und nach der Dienstzeit in oliv ... "

* Der Link leitet zu einem ZEIT-Artikel vom Januar 1984. Im Internet gibt es eine Reihe weiterer Artikel zu dem Thema und dem Hauptmann in diesen Jahren.


"Aids, der unbekannte, lebensgefährliche Killer, gegen den bisher noch kein Kraut gewachsen ist, hat sich einen festen Platz in den Medien erobert. Nach reisserischen Presseberichten, aber auch bemüht sachlichen Darstellungen ... von denen man das nicht unbedingt erwartet hätte, z.B. dem STERN, kommt jetzt der Run der Bücher. Während Rowohlt, rosa Winkel und angeblich auch Goldmann noch am Werkeln sind, liegt bereits die erste akribische Bestandsaufnahme dieser Seuche vor ... "


Satire: "Gefühle bringen die Männer oft zum Waschsalon. Der eine weiss nicht, was er tun soll, der andere zerfliesst vor Sehnsucht. Was eine Begegnung anrichten kann, in der ein junger romantischer Mann seine heimlichen Sehnsüchte nachts erfüllt bekommt, kann sich niemand vorstellen - aber knipsen! Lesen Sie, wie das gigantische Feuer der Liebe durch den Waschsalon tobt, wie eine überschäumende Liebe beim Hauptwaschgang den Damm der Gefühle sprengt ... "


Alle Jahre wieder ... heisst es für den Großstadtschwulen "Nach Hause!" ... zurück in die piefige Provinzstadt, in der er einst aufwuchs, in der ihn die Erinnerungen und die Eltern erwarten: "Weihnachten, Neujahr, Tage des trauten Beisammenseins, Rückkehr an die vertrauten Stätten der Kindheit. Und wenn sich die Dämmerung über dem Markt senkt, steigen die alten Ängste und Leidenschaften auf ... "


Mein Fotomodell; siehe DON  11/1983, Titel und Innenseite 2

Montag, 27. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 11)


DON 11/1982 erscheint im November 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


"Drei Meisterwerke neuer Aktfotografie"
Herrlich ironisch (???) dieser Überschriftentexter. Fotos Studio VISA 2000, Breda/NL


Homo-Beziehung sittenwidrig. Zwei Freunde fahren gemeinsam in den Urlaub. Da dem einen das Geld fehlt, bekommt er es von dem anderen geliehen. Am Urlaubsort kommt es zum Zerwürfnis. Nach Rückkehr fordert der Geldgeber seine Kohle zurück, aber der Schuldner zahlt nicht. Die Sache kommt vor's Amtsgericht Worms. "Im Namen des Volkes" entscheidet Amtsrichter Schiltz: Ob Darlehen oder Schenkung, beide "Verträge" sind nichtig - wegen Sittenwidrigkeit. Denn: Die gemeinsame Reise diente dazu eine homosexuelle Beziehung zu pflegen. Das aber ist sittenwidrig ...

Frau von Praunheim. "Rosa von Praunheim hat sich wieder im Fernsehen produziert ... im TV-Kulturmagazin 'Arena' ... eine Diskussion über 'Die neuen Nackten' (wurde) zu einer Wurfbude mit verbalen Fäkalien umfunktioniert. Der schwule Filmemacher ergötzte sich an seinen wiederholten Rufen >Scheisse, Scheisse!< ... seine ... Mitstreiterin hielt dem Publikum vor, >Ihr denkt auch nur ans Ficken!< ... Praunheim ... der sich als Damen ansprechen liess (>Frau von Praunheim, bitte!<) und Helga Goetze, die sich an 'Deutschlands gesuperte Sau' ... vorstellte ... "

Schweiz. "In Zürich hat den Pfarrer Hans van der Geest seine theologische und ethische Argumentation für die gesellschaftliche Gleichbehandlung der Homosexuellen sein Amt gekostet ... "

Amtsgericht Hamburg: <Der Mieter ist grundsätzlich berechtigt, einen Lebensgefährten gleichen Geschlechts in die Wohnung aufzunehmen. Es kommt nicht darauf an, welcher Art die Lebensgemeinschaft des Mieters ist.<

Wahlkampf in Bayern. " ... Hier geht es um das Grab des jüngst verstorbenen Münchner Filmemachers Rainer Werner Fassbinder, genauer um den Platz für die Beisetzung seiner Urne. Die hat zwischen der SPD und der CSU-geführten Münchner Stadtverwaltung zu einer heftigen Kontroverse geführt ... ob Fassbinders Asche auf dem Künstlerfriedhof München-Bogenhausen einen Platz finden darf oder nicht ... (die CSU) stösst sich daran, dass auch seine Homosexualität >über München hinaus bekannt< geworden sei ... "

Hinrichtungen im Iran. "In den persischen Kleinstädten Rasht und Bakhtara sind sechs Frauen im Namen Allahs hingerichtet worden ... Der totalitäre Ayatollah ... hat am 12. Mai 1982 ... zwei weitere Homosexuelle, diesmal in Tahiz, ermorden lassen ... Seit der sogenannten islamischen Revolution mussten im Iran etwa zweihundert Schwule ihr Leben lassen ... "


"DON veröffentlicht nachstehend den Brief eines unverkennbar deutlich linksstehenden neuen Lesers, dem bisher nicht bekannt war, dass DON eine liberale Zeitschrift ist, welche durch möglichst umfassende Information und Diskussion die freie Meinungsbildung mündiger Bürger unterstützt. In diesem Sinne hat DON einen Exponenten rechtskonservativer Richtung gebeten (siehe anschliessende Seiten) zu dem Vorwurf des Berliner Linksschwulen Stellung zu nehmen, dass die Rechte sozusagen der Erbfeind der gleichgeschlechtlichen Erotik sei ... "

In dem rechtsseitigen Beitrag geht es u.a. auch um Hans Blüher


Bilder der ersten Gay Games, 28.8. - 5.9.1982 in San Francisco, USA, mit 1.350 Teilnehmern


Gay Model Guide, der 'Branchenführer für Ihn', pink-rose-Press-Verlag Hamburg (Peter Schmeding), 380 Seiten + 128seitiges Extraheft 'Gay Europe Guide', 9,80 DM.
Warum ein 'Branchenführer' Model Guide (Modell-Führer) betitelt wird, blieb mir damals wie heute verschlossen.

Ebenso bleibt mir verschlossen, was eine Buchbesprechung von Erich von Dänikens abstrusen (heterosexuellen) Fantastereien in einem Schwulenmagazin verloren hat.

Hamburg von hinten, Bruno Gmünder Verlag, 256 Seiten, 10 DM: " ... Leider merkt man diesem recht guten Reise- und Lesebuch die Eile an, in der es auf den Markt kommen musste, um dem vom Thema her gleichartigen 'Hamburg ahoi' aus dem Berliner rosa-Winkel-Verlag zuvorzukommen ... "

Rechte Seite: "Noch bis zum 5. November ist in Berlin die Ausstellung 'Streiflichter - der Mann in Licht und Schatten' zu sehen. In den neugestalteten Räumen der AHA .... zeigt sie Fotografien von Dieter Bachnick ... "
Seine 'Streiflichter' erschienen 1985 auch als Bildband bei Trifolium. Viel mehr gibt das Internet über Bachnik nicht her.



Links Titelseite der ADAM-Sonderausgabe "Anbändeln, Aufreissen, Abschleppen", zu 100% von Jens M. A. Reimer konzipiert, geschrieben und gestaltet.

"Erstmals haben dieses Jahr 'Olympische Spiele für Homosexuelle' stattgefunden ... Doch kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt ... in diesem Fall die Olympischen Komitees auf amerikanischer und internationaler Ebene. Sie wandten sich in einer bis dahin beispiellosen Hetzaktion gegen das 'Olympisch' zur Bezeichnung der Homo-Spiele ... sie würden es >für unwürdig und geschäftsschädigend< halten, dass sich die Veranstalter den Titel 'Olympiade' an die Sporthosen hängen wollten ... Tatsächlich gibt es in den USA ... seit 1950 so eine Art olympischen Titelschutz ... Damit kamen diese Begriffe in den Rang eines Markenzeichens ... "

Mittwoch, 8. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 6)


DON 6/1982 erscheint im Juni 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


"Zu den umstrittensten Romanen des zwanzigsten Jahrhunderts zählt sicherlich >Querelle de Brest< von dem französischen Schriftsteller und Dramatiker Jean Genet. Die einen preisen ihn als literarisches Meisterwerk, andere verdammen ihn als unmoralisch und gewaltverherrlichend ... die ungeschminkte Schilderung von Sexualität, Gewalt und Leidenschaft, ihre wilde Hemmungslosigkeit, liess eine Realisierung als Filmwerk bisher unmöglich scheinen ... "

Querelle war Rainer Werner Fassbinders einundvierzigster und letzter Film. Er starb am 10. Juni 1982 (1945-1982) in München während der Arbeit an der Querelle-Endfertigung im Alter von 37 Jahren.



Von wegen (immer) homofreundliche FDP: Ende September 1981 hat der FDP-Landesfachausschuss für Innen- und Rechtspolitik mehrheitlich eine Abschaffung des § 175 StGB abgelehnt. "Die Ausschussmehrheit wird dabei wesentlich bestimmt durch jugendpsychiatrische belegte Gründe des Jugendschutzes der unter 18jährigen, häufig noch nicht endgültig homosexuell orientierten Deliktsopfer". Der Ausschuss-Beschluss steht im Widerspruch zum Parteiprogramm der Liberalen.

Typisch römisch-katholisch: Aufgrund "sittlicher Bedenken" des Straßburger Bischofs Leon Arthur Elchinger gegen die Vorbereitungstagung für den IGA-Weltkongress (International Gay Association of Women And Men, später ilga) wurde den 150 Teilnehmern aus 16 Ländern die Unterbringung im Heim für christliche junge Arbeiter und in einem Feriendorf untersagt. Der fromme Hirte hatte die Teilnehmer als 'Kranke' bezeichnet.

Schockierende Eindrücke von Touristen über japanische Verhaltensweisen: " ... Nasenschleimhochziehen, Spucken und Urinieren in der Öffentlichkeit, Rülpsen und Husten, Suppeschlürfen und - wo immer es geht - das ungenierte betrachten der "geheimsten Teile" des anderen. S/M-Freunde, im Zeitungsbericht als Homosexuelle generalisiert, fänden grossen Gefallen an der Unterwürfigkeit ihrer Sexpartner."

Franz-Josef-Strauss-Partei diffamiert die 'Grünen' als >schwule Haschpartei<: "... Tatsächlich setzen sich die 'Grünen' für eine Legalisierung von Haschisch und für eine gesellschaftliche Gleichstellung der Homosexuellen ein. Damit bieten sie - unbeabsichtigt - nicht nur allen Schwulen-Feinden Gelegenheit, Homosexualität in die Nähe von Rauschgift zu zerren und auch auf diese Weise zu diffamieren, für die CSU-ler sind sie deswegen auch nur noch >eine Sekte, die den Anspruch darauf verwirkt hat, sich um den Sitz und Stimme in der bayerischen Volksvertretung zu bewerben< ... "

Datensammelwut schon vor Orwells 1984: " ... setzt die Polizei ihr Bemühen fort, 'präventiv', das heisst vorbeugend, über Angehörige von Minderheiten, die jemals 'kriminalpolitisch auffallen könnten', Daten zu sammeln und zu speichern. Der zu Ostern erschienene SPIEGEL weiss ganz konkret über neueste Fälle ... "

Die Homosexuelle Selbsthilfe e.V. (HS, 1980 in Berlin gegründet) traf sich zum Jahresende 1981 im Freien Tagungshaus 'Waldschlösschen'.

Zum Jahresende 1981 traf sich die SCHWIPS (Schwule Initiative gegen den Paragraphen-Sumpf) im unterfränkischen Schloss Trautskirchen. " ... Dabei wurde an dem Rechtsratgeber für Schwule in allen Lebensstellungen und -lagen >RECHT schwul< weitergearbeitet. Das Buch, das im Jahr 1982 im Verlag rosa Winkel erscheinen wird ... "


Die DON-Ausgaben des Jahres 1982 sind randvoll mit banalen Homo-Geschichten (wie diese von Walter Hilbrecht) und nicht weniger banalen Buben-Aktfotos. Die abgebildeten 2 Seiten >News<, der Fassbinder-Film und die (historische) Lifka-Erzählung bilden die einzigen 'anspruchsvollen' Ausnahmen der Juni-Nummer.


Eine Erzählung von Erich Lifka (Link zu DON 5/1980) aus der Zeit vor tausend Jahren, als die Wikinger unter Rollo in die Normandie einfielen. " ... Unvorstellbare Grausamkeiten kennzeichnen den blutigen Weg dieser nordischen Eroberer, bei denen die Männerliebe zu mörderischen Exzessen entartete ... "

Samstag, 16. November 2013

DON - The German Gay Magazine 1981 (Heft 11)


DON 11/1981 erscheint im November 1981. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


Ihr Schlitzohren!  
"Eigentlich sollte man Euch ja zu Eurem Erfindergeist gratulieren. Erst macht ihr das DON, dann den ADAM als Zweitmonatsschrift - und jetzt finde ich den ehemaligen Pornotitel 'hom oh' als Vierteljahreszeitschrift erstmals am Kiosk (weil mir dort die Redaktionsanschrift so verdächtig vorkam, griff ich zum Telefon - und siehe da: das neue 'hom oh' ist in Wahrheit mit Eurer Bild- und Anzeigenredaktion von DON und ADAM identisch!) Hoffentlich aber habt Ihr bedacht, dass sich ausser mir auch noch andere allmählich verarscht fühlen... "

Die "Anmerkung der Redaktion" entpuppt sich - obwohl der Vorwurf des Lesers nur halb richtig ist - als ein ziemlich peinliches Drumrumgerede. Tatsächlich steht der Verleger des im Leserbrief erwähnten "hom oh", die Foto- und Presse-Studio GmbH, Postfach 700366, 6000 Frankfurt/Main 70 (= Günter Goebel), sowohl im Impressum von DON als auch in ADAM und zwar zuständig "für Bildmaterial und Kontaktanzeigen".


Wenzel Böhmak (= Pseudonym) verfasst eine mehr als krude Deutungs-Fantasie über einen Serien-Mörder im schwulen Millieu, nach dem die Münchner Polizei seit 3 Jahren ergebnislos fahndet - verpackt in einen (frei erfundenen) Homo-Krimi.


Der schwule Fotograf (Autodidakt) Olaf Stüben stellt im Berliner Prinz Eisenherz Buchladen Fotos zum Thema 'Mauerkinder' aus.

"... In England hat ein 79jähriger bereits seine 30. Schwangerschaft hinter sich! Nur bekommt er ... selber keine Kinder; sein Unterleib schwillt vielmehr jedesmal an, wenn ein weibliches Mitglied seiner familie Nachwuchs erwartet ... " Diese Scheinschwangernachricht wird mit einem fetten europäischen Pädophilen illustriert, der zwei exotische Knaben umarmt.

"Während der der jahreszeitlich bedingten Nachrichtenflaute hat ein deutsches Boulevardblatt Ende Juli >blonde deutsche Jungs als Sex-Sklaven nach USA verkauft<, eine makabre Zeitungs-Ente zur 'Saure-Gurken'-Zeit. Etwa 50 Jungen, so wusste das Blatt (hier unerwähnt: BILD!!!), würden Jahr für Jahr in Deutschland gekidnappt, um reichen Homosexuellen in den USA als Sex-Sklaven zu dienen ... "

Gauner in Frankfurt, die sich als Polizisten ausgeben, drohen einem Mann, weil der sich >zu lange< in einer öffentlichen Toilette aufgehalten habe, mit Personalfeststellung, Geldbusse und Gefängnis, lassen ihn dann aber für abgezockte 950 DM laufen. " ... Vier Tage lang brauchte der völlig verschüchterte Betrogene, ehe er sich ein herz fasste, die Sache der Polizei zu melden. Man muss sich nur fragen, wie es möglich ist, dass im Jahre 1981 jemand soviel Angst hat, eventuell als Homo angesehen zu werden und noch heute glaubt, das sei strafbar ... "

Anzeige "5 Jahre Foerster-Verlag, [des Kurt-Joachim Foerster] 3 Bücher jetzt nur DM 20 ..."
In Wikipedia beginnt die Geschichte des Foerster-Verlages mit der Gründung eines "Fotokunst"-Verlages erst im Jahr 1977 (nicht 1976).

Der Foerster-Verlag, Berlin, bewirbt einen Kalender "Knaben in der Kunst" "mit zauberhaften Motiven nach Wilhelm von Gloeden".

COQ International, Holbaek Dänemark, bewirbt seine Porno-Produkte.


Erich Lifka (Link zu DON 5/1980) macht in seiner Erzählung aus Alexander von Humboldt (ungeniert) einen sexuell aktiven Schwulen.

aus Wikipedia: " ... Mit dem Theologiestudenten Wilhelm Gabriel Wegener schloss er im Februar 1788 einen „ewigen Freundschaftsbund“. Unter anderem deswegen und weil Humboldt bis zu seinem Lebensende Junggeselle blieb, wird in einem Teil der Forschungsliteratur die Ansicht vertreten, dass Alexander von Humboldt latent homosexuell gewesen sei. So sieht zum Beispiel Bernd-Ulrich Hergemöller Anhaltspunkte für homoerotische Beziehungen nicht nur mit Wegener, sondern auch mit Israel (Johannes) Stieglitz, Johann Carl Freiesleben, dem Offizier Reinhard von Haeften sowie in Paris mit dem Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac, mit dem er vier Jahre in einer Wohnung lebte, und mit dem Maler Carl von Steuben ... "  


>Die Haut< als Film von der Regisseurin Liliana Cavani, nach Curzio Malapartes Roman >Die Haut< von 1949. " ... habe ich mir die Taschenbuchausgabe gekauft ... Schon im ersten Teil sah ich den Film, den ich machen wollte, vor mir. Neapel, wie es von den Allierten befreit wurde, wurde für mich lebendig. Es ist eine herrliche Geschichte, die da erzählt wird, von Menschen, die zu arm sind, als etwas anderes als ihre Haut zu verkaufen ... "

"Auf deutsch-biederes Bordell-Niveau ist der >Blaue Engel< aus der Heinrich Mann-Verfilmung in Rainer-Werner Fassbinders Kino-Remake >Lola< heruntergekommen: der bekannte homosexuelle Filmemacher versetzt die Lola aus den fünfziger Jahren in die Gegenwart ... Andererseits gilt gerade diese >Lola< als das bisher einzige Film-Soziogramm der gegenwärtigen Bundesrepublik, die Fassbinder als Tummelplatz der Oberflächlichen, Amoralischen und Korrupten hinstellt ... "

Sonntag, 12. Mai 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 2)


DON erscheint jetzt im sechsten Jahr im Verlag des Henry Ferling, Darmstadt.

Titelfoto und Seite 2 (unten) Gambera, Sizilien

DON 2/79 erscheint im Februar 1979. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


Udo Lindenberg [32] strickt plötzlich die schwule Masche und das geht so:  

"Na und? Ich saß im Café, ich wollt' 'n Text schreiben doch fiel mir überhaupt nichts ein und plötzlich kamst du und sagtest: zu zweit geht es besser, du würdest mir behilflich sein. Es machte 'klick' und wir verstanden uns prima und später zogen wir durch die Gegend, es war ein wildes und tolles Klima, wir mochten uns sehr - immer mehr. Ey, irgendwie lieb' ich dich sehr! Plötzlich denk' ich, Moment mal und da wurde mir klar, dass du ein Junge warst! Und jetzt war erst mal wieder alles ganz anders, ich war sehr irritiert, weil sowas mir als altem Mädchen-Aufreisser äusserst selten passiert. Ich stand da wie ein Spiesser, der sich Sorgen um seine Keuschheit macht und du sagtest: Es geht hier doch nicht um 'ne schnelle sexuelle Nacht. Wir wurden Freunde - immer mehr und du erzähltest, dass es manchmal so schwer wär, dass sich viele Schwule immer noch verstecken auf dem Männer-Pissoir und der Pöbel sagt: Weg damit! wie das damals schon bei den Nazis war. Wir mochten uns sehr - immer mehr und ich sagte: Ey, irgendwie lieb' ich dich sehr, plötzlich denk' ich, Moment mal und da wurde mir erst klar, dass du ein Junge warst! ... na und?"

Udo Lindenberg - schwuler Emanzipationsheld oder nur ein Hedwig-Courths-Mahler-Anfall des Rockmusikers? Ich fand's schon damals schlimm ...



Die "Titelstory" - 32 mutige Männer bekennen in DON: Wir sind normal!

Die Zitate sind alle frei erfunden. Entstehende Ähnlichkeiten mit den Schwulen-Zitaten im STERN 41/1978 sind beabsichtigt.

Die Schwulen-Äusserungen im STERN-Beitrag WIR SIND SCHWUL, übertragen auf heterosexuelle Männer, zeigen den ganzen Irrsinn der (damaligen) Einstellung zu homosexuellen Menschen. Drei Beispiele:

Axel Caesar Springer, Großverleger, Hamburg: Die meisten Normalen passen sich doch nur an, um keine Nachteile zu haben. Wenn jetzt meine Mitarbeiter erfahren, dass ich normal bin und mir kündigen, suche ich mir eben einen neuen Job.

Josef Ertl. Bauernminister, Bonn: Als die Bauern erfuhren, dass ich normal bin, reagierten sie wie auf einen Marsmenschen. Jetzt wird mein Normalsein 'toleriert', nämlich totgeschwiegen.

Gunther Sachs, Playboy, z.Zt. Bahamas: Normalsein ist keine Krankheit, sie wird nur von den Unnormalen dazu gemacht. Weil ich normal bin, wurde mir an einem katholischen Mädchenpensionat die Anstellung verweigert.


Eine himmlische Milieu-Studie von Stefan Troßbach, auf das (damalige) verschwuchtelt-schwule Le petit Café und seine Gäste in der Münchner Marienstrasse 2, unter Leitung des männlichen Originals 'Mienchen' (richtig wohl Hermine), einst Treffpunkt für Szenegrößen wie Freddie Mercury und Rainer Werner Fassbinder ...

Mittwoch, 25. Juli 2012

DON - The German Gay Magazine 1975 (Heft 9 bis 10)


DON 9/75 erscheint im September 1975.
Untertitel "Das grosse deutsche Magazin für Männer und ihre Freunde"
Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt. Entspricht HF-Druck, siehe DON 1/1973
Bild, Anzeigen, Leserbetreuung und Text wie DON 4/1975


Liebe DON-Freunde! Sie wurden von mir, dem Herausgeber, unmittelbar bisher noch nicht an dieser Stelle angesprochen * . Heute darf ich dies einmal tun, weil ich zunehmend Vorkommnisse konstatiere, zu denen ich nicht schweigen kann wegen meines bisher ungetrübten Vertrauens in den liberalen Kern unsrer Gesellschaftordnung.
Da werden in München in einer "Ziehten-aus-dem-Busch-Aktion" bei kleinen Zeitschriftenhändlern Beschlagnahmungen ** vorgenommen, dabei auch DON. Briefe an die zuständige Staatsanwaltschaft ergeben nur eines, nämlich eisiges Schweigen. Das werden wir als freie Bürger nicht mehr hinnehmen.
Undweiter: Seit Jahren senden wir kostenlos an etliche "schuldig Gewordene" in Strafanstalten auf deren Bitte kostenlos DON. Nun erreicht uns das hier abgedruckte Schreiben aus Bochum; in den Justizvollzusanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen werden "Zeitschriften homophilen Inhalts an Strafgefangene nicht ausgehändigt."
Am 28. Juli habe ich an den zuständigen Herrn Minister wie nebenstehend zu lesen geschrieben. Ich bin sehr gespannt - sicher auch Sie - wie die Antwort ausfallen wird, mit der wir doch wohl rechnen dürfen? Man wird sie in DON zu gegebener Zeit lesen. Sicher sagen uns nun einmal die Regierenden, ob die Homosexuellen eine Stufe niedriger einzugliedern sind als andere Leute. Oder ...?
Herzlichst Ihr DON-Herausgeber Henry Ferling

* Das ist richtig. Ferling hatte allerdings schon früher eigene Vorworte (zu Themen Auflage, Preis u.a.m.) veröffentlicht - als "Ihre DON-Redaktion"

** Das war (?) einer jener perfidenten Tricks bundesdeutscher Staatsorgane, (unerwünschte) kleinauflagige Publikationen (hinterrücks) fertig zu machen: Man beschlagnahmte die Hefte beim "kleinen Zeitschriftenhändler", der sich - schon aus finanziellen Gründen - dagegen nicht wehren konnte (auch keinen Grund sah, sich zu engagieren). Die Beschlagnahmungen wiederum sprachen sich unter Händler-Kollegen herum, die schwule Hefte schnell unter die Ladentheke verbannten, und so brachen peu à peu kleine Auflagenanteile weg, auch weil jene Zeitschriftenhändler in Folge auf die Belieferung bspw. mit DON verzichteten.


Details zu dem (regelmässigen) Autor Thomas Wagner, einem katholischen Theologen, stehen bei DON 5/1974

Wir sind schwul ... ist das erste Mal in der nunmehr 5jährigen Geschichte von DON, dass dieser "Ruf" nicht verteufelt wird, sondern die Pro-Argumentation dazu abgedruckt wird:

Auszug aus einem Flugblatt, das von der >Homosexuelle Aktion Westberlin<, HAW, in einer Aktion über Pfingsten auf dem Kurfürstendamm verteilt wurde. Wir hatten den Eindruck, dass es falsch war, die sich anbahnenden Diskussionen nicht sachbezogen zu führen. DR
DR steht hier für den Verleger Henry Ferling



Die beiden Sonderausgaben >Reise-Tipps für Homo-Trips< gingen - bei stark erhöhter Auflage - seinerzeit weg, 'wie warme Semmeln'. Beide Hefte wurden, auf Wunsch des Verlegers Henry Ferling, komplett von mir geschrieben und gestaltet ... allerdings hatte ich mir mehr als 90% (!) der beschriebenen Reiseziele durch Berge von Reiseführern, Bildbänden und Reisemagazinen nur angelesen - - - d.h. die hatte ich nie zuvor besucht!!!
Es ist übrigens das erste Mal, dass (in dieser Anzeige) ein Foto von mir in DON erscheint.


Die Hamburger Peter, Ingo und Gerd wohnen nicht nur zusammen, sie leben und lieben sich auch zusammen. Ihnen gehören zusammen das Haus, die Lebensversicherungen und der dackel Strupps...

Wer Interviewer/Autor war? Ich bin mir auch nicht sicher, ob das "Interview" nicht eine Fiktion war...


Ausgerechnet der Fassbinder"verehrer" Johannes Werres (in vorausgegangenen DON-Ausgaben hat er Fassbinder-Filme in Grund und Boden verrissen) darf in DON wieder eine Fassbinder-Kritik veröffentlichen. Während er eingangs noch ganz sachlich das Thema des Films abhandelt, schlägt 'Kritiker' Werres im letzten Drittel wieder gnadenlos zu: Der ganze Film besteht für ihn aus Klischees.


DON 10/75 erscheint im Oktober 1975.
Untertitel "Das grosse deutsche Magazin für Männer und ihre Freunde"
Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt. Entspricht HF-Druck, siehe DON 1/1973
Bild, Anzeigen, Leserbetreuung und Text wie DON 4/1975



Als selbständiger Werbeberater hatte ich zu jener Zeit zwei Mode-Kunden und musste mich zwangsläufig mit Fachzeitschriften der Textilbranche beschäftigen. Ich bin mir ziemlich sicher, die Illustrationen stammten aus der "Textilwirtschaft".

Alexander Ziegler: Die Konsequenz ... Zieglers meues Buch hat schon vor Erscheinen einen erheblichen Wirbel verursacht. Da gab es einen Briefwechsel mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl (falsch! Kohl war von 69 bis 76 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz), angeblich auch mit Franz Josef Strauss; ein Bundestagsabgeordneter der Opposition soll, laut Vorankündigung, als Schlüsselfigur der Handlung fungieren. Es war die Rede von hohen Geldbeträgen, die dem Verfasser geboten worden sein sollen, wenn er auf die Herausgabe des Buches verzichte ...

Trotz des Wirbels: Ziegler, dem Chefredakteur der Konkurrenz DU & ICH, wollte man in DON offensichtlich nicht mehr als 42 kurze Zeilen einräumen.


Anlässlich eines Auftritts im Frankfurter Club Amsterdam sprach unser Mitarbeiter J. Foerster mit Daisy Dynamite...

Es ist der erste, namentlich gekennzeichnete (angebliche) Beitrag von Kurt-Joachim Foerster in DON (offiziell zuständig für Anzeigen und Leserbetreuung) (erste Erwähnung Foersters in diesem Blog unter der DON Titelseite 4/1975). Ich habe mich - bis auf den heutigen Tag - um Themen über Transvestiten, Drag Queens, Cross Dressing und Weiberklamotten tragenden Schwulen (erfolgreich) herumgedrückt.


Rolf von Lindenau (= Verleger Henry Ferling) über einen bestialischen Mord an einem Schwulen und zu der Frage 'Todesstrafe'.


K. Ortloff (ich weiss nicht, ob es sich um den echten Namen des Autor handelt), war einer der emsigsten Homogeschichtenschreiber (u.a. in DON) und von Verleger Henry Ferling sehr geschätzt, weshalb ich nach Übernahme der DON-Redaktion größte Mühe hatte, diesen vielschreibenden Herrn aus dem Magazin zu verbannen.