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Mittwoch, 8. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 6)


DON 6/1982 erscheint im Juni 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


"Zu den umstrittensten Romanen des zwanzigsten Jahrhunderts zählt sicherlich >Querelle de Brest< von dem französischen Schriftsteller und Dramatiker Jean Genet. Die einen preisen ihn als literarisches Meisterwerk, andere verdammen ihn als unmoralisch und gewaltverherrlichend ... die ungeschminkte Schilderung von Sexualität, Gewalt und Leidenschaft, ihre wilde Hemmungslosigkeit, liess eine Realisierung als Filmwerk bisher unmöglich scheinen ... "

Querelle war Rainer Werner Fassbinders einundvierzigster und letzter Film. Er starb am 10. Juni 1982 (1945-1982) in München während der Arbeit an der Querelle-Endfertigung im Alter von 37 Jahren.



Von wegen (immer) homofreundliche FDP: Ende September 1981 hat der FDP-Landesfachausschuss für Innen- und Rechtspolitik mehrheitlich eine Abschaffung des § 175 StGB abgelehnt. "Die Ausschussmehrheit wird dabei wesentlich bestimmt durch jugendpsychiatrische belegte Gründe des Jugendschutzes der unter 18jährigen, häufig noch nicht endgültig homosexuell orientierten Deliktsopfer". Der Ausschuss-Beschluss steht im Widerspruch zum Parteiprogramm der Liberalen.

Typisch römisch-katholisch: Aufgrund "sittlicher Bedenken" des Straßburger Bischofs Leon Arthur Elchinger gegen die Vorbereitungstagung für den IGA-Weltkongress (International Gay Association of Women And Men, später ilga) wurde den 150 Teilnehmern aus 16 Ländern die Unterbringung im Heim für christliche junge Arbeiter und in einem Feriendorf untersagt. Der fromme Hirte hatte die Teilnehmer als 'Kranke' bezeichnet.

Schockierende Eindrücke von Touristen über japanische Verhaltensweisen: " ... Nasenschleimhochziehen, Spucken und Urinieren in der Öffentlichkeit, Rülpsen und Husten, Suppeschlürfen und - wo immer es geht - das ungenierte betrachten der "geheimsten Teile" des anderen. S/M-Freunde, im Zeitungsbericht als Homosexuelle generalisiert, fänden grossen Gefallen an der Unterwürfigkeit ihrer Sexpartner."

Franz-Josef-Strauss-Partei diffamiert die 'Grünen' als >schwule Haschpartei<: "... Tatsächlich setzen sich die 'Grünen' für eine Legalisierung von Haschisch und für eine gesellschaftliche Gleichstellung der Homosexuellen ein. Damit bieten sie - unbeabsichtigt - nicht nur allen Schwulen-Feinden Gelegenheit, Homosexualität in die Nähe von Rauschgift zu zerren und auch auf diese Weise zu diffamieren, für die CSU-ler sind sie deswegen auch nur noch >eine Sekte, die den Anspruch darauf verwirkt hat, sich um den Sitz und Stimme in der bayerischen Volksvertretung zu bewerben< ... "

Datensammelwut schon vor Orwells 1984: " ... setzt die Polizei ihr Bemühen fort, 'präventiv', das heisst vorbeugend, über Angehörige von Minderheiten, die jemals 'kriminalpolitisch auffallen könnten', Daten zu sammeln und zu speichern. Der zu Ostern erschienene SPIEGEL weiss ganz konkret über neueste Fälle ... "

Die Homosexuelle Selbsthilfe e.V. (HS, 1980 in Berlin gegründet) traf sich zum Jahresende 1981 im Freien Tagungshaus 'Waldschlösschen'.

Zum Jahresende 1981 traf sich die SCHWIPS (Schwule Initiative gegen den Paragraphen-Sumpf) im unterfränkischen Schloss Trautskirchen. " ... Dabei wurde an dem Rechtsratgeber für Schwule in allen Lebensstellungen und -lagen >RECHT schwul< weitergearbeitet. Das Buch, das im Jahr 1982 im Verlag rosa Winkel erscheinen wird ... "


Die DON-Ausgaben des Jahres 1982 sind randvoll mit banalen Homo-Geschichten (wie diese von Walter Hilbrecht) und nicht weniger banalen Buben-Aktfotos. Die abgebildeten 2 Seiten >News<, der Fassbinder-Film und die (historische) Lifka-Erzählung bilden die einzigen 'anspruchsvollen' Ausnahmen der Juni-Nummer.


Eine Erzählung von Erich Lifka (Link zu DON 5/1980) aus der Zeit vor tausend Jahren, als die Wikinger unter Rollo in die Normandie einfielen. " ... Unvorstellbare Grausamkeiten kennzeichnen den blutigen Weg dieser nordischen Eroberer, bei denen die Männerliebe zu mörderischen Exzessen entartete ... "

Dienstag, 3. Dezember 2013

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 3)


DON 3/1982 erscheint im März 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (= Gerhard Friede) (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.



"Liebe DON-Redaktion, Sie werden sich vielleicht wundern, dass ich als Frau schreibe. Ich habe einen Bruder, der schwul ist und sich des öfteren Ihr Magazin kauft ... Die Januar-Ausgabe finde ich sehr gelungen. Nur die beiden Beiträge von Wenzel Böhmak gefielen mir ganz und gar nicht. Das 'Janusgesicht' halte ich für völlig überflüssig. Dass W. B. auch zur Abtreibungsproblematik eine eigene Meinung hat ... gestehe ich ihm durchaus zu. Aber dann bitte nicht so unsachlich und undifferenziert, so polemisch: einerseits beklagen sich die Homosexuellen über Hetze und Diffamierung. Und dann machen sie es genauso wie die anderen ... "

Werte DON-Redaktion! Als langjähriger Leser möchte ich mir nun heute einige Kritiken ... erlauben  ... die Aufmachung, die Konzeption des Heftes! Sie erscheint mir zunehmend öde **. Ihr braucht endlich ein zeitgemässes Gesicht! ... "
(Lieber Briefschreiber, glaube uns, dass wir solche Kritik nicht etwa ungerne hören ... dies hier umsomehr, als wir daran einen Vorschlag knüpfen können **: Es gibt doch Dutzende oder Hunderte von Homos, die Grafiker, Layouter usw. sind. Wer uns realisierbare Ideen zukommen lässt, wie man in der gebotenen Wirtschaftlichkeit etwas Neues für das DON-Gesicht konzipieren kann, der ist uns hochwillkommen ... ")

** Gerd Talis (= Gerhard Friede) wurden - mit Übernahme der Redaktion ab dem Januarheft 1980 - auch die Aufgaben Layout und grafische Gestaltung übertragen. Abgesehen davon, dass er seine eigene schwule Zeitung, Gay Journal, auch nur laienhaft "zusammenzimmerte", hatte Talis weder von Zeitschriftengestaltung, noch von Layout oder Typographie die geringste Ahnung. Der lieblose Heft-Umbruch erfolgte, indem er die Satzfahnen nach Lust und Laune in uralte Layout-Vordrucke (von Anfang 1973) einklebte. In der Regel musste dieses "öde" Ergebnis dann noch in stundenlanger Korrekturarbeit von der Druckerei Ferling mühsam "zurechtgebogen" werden.



Ende Januar 1982 hatte der Generalvikar der Erzdiözses Köln, ein Prälat Feldhoff, der Katholischen Studentengemeinde Bonn (KSG) ein gemeinsam mit der Arbeitsgemeinsschaft Homosexuelle und Kirche (HuK) geplantes Seminar zum Thema 'Glaubhaft leben; Schwul sein - Christ sein?' verboten und mit Konsequenzen gedroht. Das Verhältnis der römisch-katholischen Kirche, aber auch fundamentalistischer Protestanten, zu Homosexuellen, war Anfang der 80er Jahre eher noch von mittelalterlichen Ansichten geprägt.

Das Seminar der Kölner HuK fand dann - ohne katholische Studenten - am 24. Januar statt, "in Räumen, in denen sich auch die Evangelische Studentengemeinde trifft", und zwar mit dem Eröffnungsvortrag 'Homosexuelle als Sündenböcke von Gesellschaft und Kirche' von der Ethnologin Dr. Gisela Bleibtreu-Ehrenberg.


Auf Veranlassung des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Helmut Kohl, führte Fraktionsgeschäftsführer Philipp Jenninger im April 1981 über die ersatzlose Streichung des Schandparagraphen 175 StGB ein Gespräch mit einem Mitglied der Hamburger Junge Union, Christian Hoffmann, zugleich Mitglied der Gruppe RAUSS. " ... In diesem Gespräch stellte Herr Dr. Jenninger eine Anhörung der Fraktion zu dieser Frage in Aussicht, danach wolle man versuchen, sie interfraktionell zu lösen ... " Im Dezember 1981 stellte Jenninger dann in einem Brief an die schwule Presse klar, " ... dass sich die Fraktion bereits ausführlich mit dieser Frage beschäftigt habe und - weil es keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gebe - eine Reform des § 175 ablehnen müsse ... "

Die ersten olympischen Spiele für Lesben und Schwule, die 'Gay Games', sollen vom 28. August bis 5. September 1982 in San Francisco stattfinden.

Am 1. Januar 1982, beim weltberühmten Neujahrskonzert der Wiener Philhamoniker, sprangen zwei nackte junge Männer von der 'Homosexuellen Initiative' (HOSI) auf das Konzertpodium und entrollten ein rosafarbenes Transparent mit der Aufschrift >Mehr Menschenrechte für Schwule<. Wenn das österreichische Fernsehen nicht zufällig in diesem Moment eine Ballettszene eingeblendet und dadurch die Direktübertragung kurz unterbrochen hätte, hätten 150 Millionen Menschen die Demonstration in den 22 angeschlossenen Fernsehländern miterlebt.

"Zu einem Koalitionswechsel wird es in der laufenden Legislaturperiode nicht kommen. So haben führende Liberale von der Presse hochgespielte Gerüchte ... kommentiert. Die Unionsparteien sollen ihren Wunsch, die FDP zu sich 'herüberzuziehen', mit der Feststellung unterstrichen, sie könnten sich mit den Freien Demokraten in dreissig Minuten auf ein gemeinsames Regierungsprogramm einigen ... "
Anmerkung zur Geschichte: Es waren keine Gerüchte. Alle FDP-Dementies waren falsch. Die Liberalen hatten sich längst mit der Union verständigt. Am 1. Oktober 1982 wurde Helmut Kohl (CDU) nach einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) - mit den Stimmen der FDP (seither genannt 'Umfallerpartei') - zum neuen Regierungschef gewählt.


Eine Erzählung von Karlheinz A. Barwasser
In obigem Wikipedia-Eintrag, wie auch anderen Webseiten-Erwähnungen, wird Barwassers schwule Orientierung und dass er einst für schwule Publikationen schrieb, auffällig vermieden. Siehe auch Der Spiegel 3/1981: Strafvollzug - Andersartige Art

Dienstag, 25. Juni 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 7)


Dr. Klaus Thomas vollbringt Wunder ... heilt Homosexualität durch Handauflegen
Hans Surén, ein eingeölter FKK-Fan
Schwulen-Listen und der Homo-Stempel im Ausweis
Horst Schlötelburg, genannt Schlö
Erster Staatsanwalt Dr. Wimmer: Homos = gefährliche pädophile Triebtäter

DON 7/1979 erscheint im Juli 1979.
Das Titelmodell war Barkeeper in einer schwulen Kneipe Münchens.


 "Vor sieben Jahren ... veröffentlichte der Satiriker Felix Rexhausen in HIM ein frei erfundenes Gespräch zweier Abgeordneter: Ein HS in den Personalausweis! Die Rubrik 'unveränderliche Kennzeichen' sei, so Rexhausen, doch ein idealer Ausweisplatz für den Homo-Sexuellen-Stempel. Weniger amüsant lesen sich die mit schöner Regelmässigkeit durch die bundesdeutsche Presse geisternden Vermutungen  über die Existenz von Schwulen-Listen ... "

Den Textauszug - betreffend Schwulen-Datei in Inpol, Homo-Karteien in allen Landeskriminalämtern, Homosexuellen-Register - aus der Serie "Das Stahlnetz stülpt sich über uns ... über die westdeutschen Polizei- und Geheimdienst-Computer (II)" entnahmen wir dem SPIEGEL 19/1979, komplett nachzulesen im Internet.


Offener "Brief" an Alexander Ziegler in Sachen DON 5/1979 :

"Lieber Kollege Ziegler! 
     Sie haben uns in 'du & ich' ein so nettes Brieflein gewidmet - obwohl Sie doch mehrmals öffentlich verlautbaren liessen, dass DON für Sie nichts als Luft sei. Nunja, wir verstehen das menschliche Bedürfnis, schliesslich war Ihre Schreibblase randvoll.
     Aber mit dem Zielen, lieber Ziegler, da hapert's noch ein bissel! Denn was Sie da zusammengestrullt haben, ist doch nun weissgott nicht mehr als eine journalistische Pfütze. Wenn Sie schon keine Gegenargumente haben, hätten wir zumindest ein dialektisches Kunststück erwartet. Aber das ist wohl zuviel verlangt [...
     ....] Achgott, achgottchen, verleumdet wurden Sie schon wieder einmal? Warum kommen Sie denn dann nicht mit einer Klage? Sie haben ja nicht einmal die Traute - geschweige denn die Argumente - um eine Gegendarstellung in DON zu verlangen.
     Es bleibt also bei unseren Behauptungen, dass Sie private Gespräche missbrauchen, um Ihren Gesprächspartnern damit in den Hintern zu treten. Und es bleibt dabei, dass Sie Ihre privaten Telefonate von Dritten mithören lassen.
     Nicht zu vergessen Ihre rührselige Geschichte von den trauernden Hinterbliebenen. Wie sollen Sie bei soviel Leid auch mit der Quelle Ihres Coburger Pressezitates herausrücken?
     Wir bemühen diesmal einen Ihrer Lieblingssprüche: "Die Distanz zwischen uns und unserem Gegenüber bestimmt immer der andere!" Demzufolge können Sie zukünftig ungestört in Ihrer Schweizer Schokoladenwelt herumkrackseln.
                                                                             Alles Liebe: Ihre DON-Redaktion"


"Es war einmal ein Major, der zog aus, um das Edle des germanischen Körpers zu preisen und zu formen. Der Katalog seiner nackten Forderungen reichte vom Barfussgehen über Nacktwanderungen und Abschaffung der Badebekleidung bis hin zur totalen Nacktheit am Arbeitsplatz ... Ältere DON-Leser werden sich an den 'Nackten Hans' noch erinnern ..."

Hans Surén, 1885 - 1972, deutscher Offizier, Buchautor ** und Vorkämpfer des eingeölten Naturismus.

** "Der Mensch und die Sonne", erschienen 1924, erreichte bis Kriegsende 61 Auflagen mit 250.000 Exemplaren, wurde 1936 mit stark rassistischem Einschlag überarbeitet und mit zahlreichen Zitaten aus Hitlers "Mein Kampf" ergänzt.


Fotos Gambera, Sizilien


Der Schriftsteller Horst Schlötelburg, u.a. Buchautor von "Der HOMOsexuelle", "Gegendarstellung", "Der Mörder und die Heiligen" und "Briefe nach jenseits", schrieb seinerzeit hin und wieder für DON. Im Internet findet man über ihn (leider) nur noch Bruchstückhaftes:

Von der Würdelosigkeit des Schreibens
Horst Schlötelburg
Im Bekanntenkreis kurz Schlö genannt, 1931 geboren und 1982 gestorben, hat in diesem Essay seine Erfahrungen zusammengefaßt — er lebte tatsächlich (bescheiden) ausschließlich vom Schreiben —, seinem (immerwährenden) Ärger Luft gemacht. Honoriert wurde diese Brandrede vom Bayerischen Rundfunk, der sie Ende der siebziger (Anfang der achtziger?) Jahre — im großartig fulminant-wütenden Vortrag von Hans Korte — sendete. Renate Mayer-Zaky † hat sie in ihrer 1992 im Münchner Littera-Verlag erschienenen Dokumentation Vergewaltigung eines Genies veröffentlicht.
Näheres aus seinem Leben ist uns nicht bekannt. Bis auf die Tatsache, daß er ein zwar alles andere als pflegeleichter, aber nicht zuletzt deshalb wohl äußerst spannender Zeitgenosse war.

DIE ZEIT, 9.7.1971, Horst Schlötelburg, "Kopak-Pakote"


In diesem Beitrag berichten wir über die ebenso abstrusen wie verdummenden Thesen über Homosexualität, Homosexuelle und Homo-Heilung des Dr. med. Dr. phil. Klaus Thomas, Mediziner, Psychologe, Psychothrapeut, evangelischer Theologe und Leiter der Berliner Lebensmüdenbetreuung.

Immerhin findet sich in DER SPIEGEL 21/1964 eine sehr positive Besprechung seines Buches "Handbuch der Selbstmordverhütung"


Der Mannheimer Erste Staatsanwalt Dr. Wolf Wimmer argumentiert in der Fachzeitschrift "Kriminalistik" über die Unverzichtbarkeit von Homo-Karteien: "es geht nichts über ein mit griffelspitzerischer Sorgfalt geführtes Homosexuellen-Register. Denn aus diesen Kreisen, das ist nun einmal nicht zu leugnen, kommen die gefährlichen, pädophilen Triebtäter". Deshalb dürfe sich die Polizei vom "hochbrisanten Sektor" derartiger Sexualdaten nicht fernhalten.

Die in diesem Zusammenhang sachlich gestellten Nachfragen der DON-Redaktion, mit Schreiben vom 15. Mai 1979, hat Wimmer (verständlicherweise) nie beantwortet.

Nachtrag: In diesem Jahrtausend hat sich Wimmer einem neuen Spezialgebiet zugewandt, 2006 veröffentlichte er (zusammen mit einem Prof. Prokop) das Buch "Der moderne Okkultismus", Parapsychologie und Paramedizin, das bei amazon einmal als "Polemik pur" und einmal als "Polemik statt Wissenschaft" rezensiert wird.

Mittwoch, 22. Mai 2013

DON 5/1979 über Alexander Ziegler, Chefredakteur DU & ICH (1971-79)


Eine Bagatelle brachte alles ins Rollen. Ein einziges Wort in diesem Vorwort (DU & ICH, März 1979) machte mich stutzig. Alexander Ziegler berichtet hier über eine schwule Liebes-Tragödie - den Doppel-Selbstmord eines Schülers und seines Lehrers - geschehen angeblich Ende November 1978 "in der Nähe von Coburg" [rot angezeichnet].

" ... Um einer etwaigen Pressekampagne gegen die auf kirchliche Spenden angewiesene Erziehungsanstalt ... zu begegnen ... veröffentlichte [man] in der Lokalpresse den nachfolgenden Dreizeiler: "Nachdem er am Freitagvormittag in der Englischklausur eine schlechte Note erhalten hatte, die seine Promotion ernstlich in Frage stellte, nahm sich der 15jährige M.T. am selben Abend auf dem Anstaltsareal das Leben ... "

Promotion??? ist ein ungewöhnliches Wort im deutschen Schulbetrieb. Und noch viel weniger wird ein Lokalreporter damit eine Versetzung oder einen Schulabschluss beschreiben.

Fortsetzung unten, bei "Fall 2"


Fall 1:
12 Jahre vor Rosa von Praunheim wird Alexander Ziegler (erstmals) als Outing-Experte (Schwulen-Enthüller) tätig.

U.a. der SPIEGEL berichtet im Februar 1979 "Österreichs Außenminister Willibald Pahr wurde überfallen -- oder nicht?", der "biedere Familienvater Pahr" sei mitternächtens in Strassburg (in einer Gegend, wo sich Homosexuelle zu treffen pflegen) von Jugendlichen zusammengeschlagen und ausgeraubt worden. Die beiden Täter, ein 17- und ein 18jähriger werden verpfiffen und behaupten vor Gericht, der Aussenminister sei ihnen an die Wäsche gegangen.

Das ist der Zeitpunkt für Alexander Zieglers Auftritt:

" ... Ziegler spitzte seinen Griffel und schrieb einen Offenen Brief. Nicht etwa diskret und vertraulich, sondern öffentlich erinnerte er Willibald Pahr daran, dass der ihm im Vorjahr sein (angebliches) homosexuelles Prominentenleid gebeichtet, dass man gemeinsam über seelische Konflikte, Depressionen und Selbstmordabsichten geplaudert habe. Ziegler, der sonst seinen Lesern Vorsicht und Versteckspiel empfiehlt, fordert von Willibald Pahr öffentlich ... sich als Schwuler zu bekennen ... "

Abstreiten sei zwecklos, warnte der Schauspieler den Aussenminister, schliesslich habe Zieglers Freund als Zeuge mitgehört. Als Pahr sich mit einer Strafanzeige zur Wehr setzen wollte, keilte der DU & ICH Chefredakteur zurück: einem Reporter von BLICK (das ist die schweizerische BILD-Müll-Variante) erzählte er Einzelheiten des (angeblichen) vertraulichen Gesprächs mit Pahr, und tönte, er werde vor Gericht der Wahrheit zum Siege verhelfen.

Den menschenverachtenden BLICK-Artikel (oben auf DON-Seite 11, hier leider abgeschnitten) krönt ein ganz grosses Ziegler-Konterfei.

In Pahrs Wikipedia-Eintrag fehlt jeglicher Hinweis auf diese Affaire, wie auch zu seinem Privatleben.

5 Jahre später wird Ziegler zur nächsten "sensationellen Homo-Enthüllung" ausholen. Sein nächstes Outing-Opfer war der bundesrepublikanische Vier-Sterne-General Günter Kießling ...


Fall 2:
Der Journalist Alexander Ziegler erdichtet, schön detailreich, eine schwule Doppel-Selbstmord-Tragödie (siehe erste Abbildung in diesem Post) und führt zum "Beweis" der Wahrhaftigkeit seines Berichtes aus: "Wenn Sie mich deswegen der Lüge bezichtigen, so geht dies meines Erachtens sehr weit."

DU & ICH, März 1979, Seite 3: " ... Ende November des vergangenen Jahres wurden auf dem Dachstock eines evangelischen Landerziehungsheimes in der Nähe von Coburg der 15jährige Markus T. und der 32jährige Heimerzieher Erich U. tot aufgefunden. Die beiden hatten sich ... gemeinsam erhängt, weil man ihnen ... >auf die Schliche gekommen war<. Im Klartext: Der Lehrer und Erzieher U. unterhielt gleichgeschlechtliche Beziehungen zu seinem 15jährigen Schüler Markus T., was aus Tagebuchnotizen des Jungen eindeutig hervorging ... "




























Das Ergebnis mehrtägiger Recherchen der DON-Redaktion bei Polizeidirektionen und Lokalblattredaktionen im Regierungsbezirk Oberfranken lautet:
   * Im Stadt- und Landkreis Coburg existiert kein evangelisches Landeserziehungsheim.
   * Ein Vorfall, wie geschildert, ist Polizei und Presse unbekannt.
   * In der Lokalpresse ist die von Ziegler zitierte Nachricht nicht erschienen.
   * Polizei und Journalisten bezeichnen Zieglers Coburg-Geschichte als 'Ente'.

Interessierten stelle ich auf Wunsch die Abbildungen (nur!) dieses Blog-Eintrags in hoher Auflösung -  also optimaler Lesequalität - zur Verfügung.

Nach eigenen erfolglosen Recherchen des zuständigen Redakteurs Fritz vom 'Coburger Tageblatt' ruft dieser Alexander Ziegler an. Der behauptet, den Fall nicht überprüft und die Fakten nicht selbst ermittelt zu haben. Er verspricht seinen 'Informanten' zu befragen und Herrn Fritz zurückzurufen.

Alexander Ziegler hat den Coburger Redakteur nie zurückgerufen.
Anstelledessen erscheint in der Juni-Ausgabe von DU & ICH dieser Brief:


" ... Nachdem Sie in Ihrer Aprilausgabe unter der reisserischen (und zweifelsohne auflagefördernden) Überschrift ... erneut einige als 'Enthüllungen' deklarierte Verleumdungen über mich veröffentlichen, fühle ich mich ... gezwungen, eine öffentliche Stellungnahme abzugeben ... "


Auch andere fühlten sich aufgerufen, Stellung zu nehmen, u.a. meine beiden "Freunde" Johannes Werres und sein Lebenspartner Heinz F. Liehr, die die Gelegenheit nutzen, sich an Ziegler (wieder) ranzuschmeissen:

"Lieber Alexander Ziegler! Ich hätte allen Grund, Dir wegen mancherlei böse zu sein und Dir manches nachzutragen; ich hätte also Grund zur Schadenfreude. Aber ich tue nichts dergleichen. Das geht zu weit! Ich lasse es nicht zu, dass man Dich so fertigmacht. Wie schäbig! Der Stil solchen Elaborats ist mir ja schon bekannt. Mich hat man ja vor Monaten auch so fertig gemacht. Johannes Werres, Kronberg"

"Lieber Alexander Ziegler! Ich habe heute mit dem DON-Verleger Ferling telefoniert. Er war sehr geknickt und meinte, er hätte mit Reimer stundenlang diskutiert, und er fände es unfair **. Das war auf meine Vorhalte, wie sich DON über A.Z. ergiesse. Wir sehen es so, dass es eine ganz üble Geschäftemacherei von DON ist, um DU & ICH möglichst viele Abonnenten abzujagen. Hier wird genau das getan, was wir den Homos persönlich ankreiden: dreckige Wäsche, die niemand etwas angeht, über die noch gar niemand zu Gericht gesessen, wird in übelster Bla-Bla-Form einer nicht iwssen wollenden gesellschaft (auch Hetero- und Bi-) zugetragen. Meine ganz persönliche Meinung, zu der ich auch stehe - so oder so warst du fair, aber bei DON hört die Fairness auf. Nachdem man Dich im Hauptteil madig gemacht hat, (nurleider kein Tachless) bringt man trotzdem am Ende des DON-Blattes eine Achtelseite Anzeige für DU & ICH. Ja, um Gottes willen, für wie besoffen hält man denn heute noch lebende Mitmenschen? Heinz F. Liehr alias Rico di Positano, Kronberg"

** Allerdings hatte der Verleger Henry Ferling immer und grundsätzlich das letzte Wort, ob, was und in welcher Form etwas in DON erscheinen darf. Niemals hätte ich eine solche Geschichte ohne seine ausdrückliche Billigung ins Blatt bringen können. Tatsächlich hatte Ferling dem Liehr am Telefon erklärt, er halte Zieglers Verhalten in der Pahr-Affaire für unglaublich und unentschuldbar, und dass er - Ferling selbst - Reimer aufgefordert habe die Sache mit allem Nachdruck zu verfolgen. Das wird in DON 8/1979 noch einmal aufgegriffen.

Im gleichen Jahr - 1979 - endet Zieglers Chefreadakteurs-Laufbahn bei DU & ICH.

Für Ziegler-Fans - der ungeliebte Wunderknabe Alexander Ziegler:
Nachruf: Im gay journal des Gerd Talis (= Gerhard Friede) stimmt Joachim S. Hohmann (der Link führt zu DON 3/1977) eine zu Tränen rührende Lobeshymne auf Alexander Ziegler (1944-1987) an.

Promi-Darsteller Alexander Ziegler, 'unglaubwürdiger Aufschneider', mit Corvette im STERN 6/1984

Samstag, 18. Mai 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 4)


Dieser April-Titel 1979 war eine Premiere. Es war das erste Mal, dass DON ein Leserfoto so toll fand, dass wir es auf der Titelseite veröffentlichten. Mit dem DON-Leser aus dem Raum Zürichsee konnte man auch in Kontakt treten.


"... Will man jemanden fertig machen, greift man ihn nicht direkt an, sondern verbreitet einfach irgendetwas ... der ist Jude, Schwuler, Kommunist ... die jeweils schädlichste oder auch gar schändlichste Bezeichnung ergibt sich aus der jeweiligen gesellschaftspolitischen Situation ... Erst jüngst haben die Massenmedien die Straßburger 'Erlebnisse' des österreichischen Aussenminsters Willibald Pahr breitgetreten ... Angeblich soll sich Pahr an einem Straßburger Homotreff zwei Jungs unsittlich genähert haben ... eben nur angeblich ... Dass man mit dem Schreckgespenst 'Homo' noch immer Rufmord begehen kann, das zeigt eindeutig, welch mieses Image die Homosexualität nach wie vor hat. Die Verdächtigung 'Vorsicht, Homo!' wirkt wie Rattengift. Einmal ausgestreut, kann sie Leben vernichten. mit dem Reizwort 'Homo' kann man Menschen fertigmachen. Egal, ob der Betroffene einer ist oder nicht. Ein 'schwuler' Makel bleibt allemal kleben ... würden sich die 1,2 Millionen homosexuelle Männer (vom kleinen Mann bis hin zum Prominenten) jederzeit und überall wie selbstverständlich zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen, dann verlören auch die Schüsse aus dem Hinterhalt an Wirkung ... "

Siehe auch DER SPIEGEL 7/1979


Anmerkung: Der Chefredakteur von DU & ICH - Alexander Ziegler - gehörte damals zum "Hinrichtungskommando" des Willibald Pahr. Er behauptete öffentlich, Pahr hätte ihm gegenüber seine homosexuelle Veranlagung gestanden (was später gerichtlich als die Unwahrheit festgestellt wurde). Der schwule Denunziant Ziegler dominiert übrigens die folgende DON-Ausgabe 5/1979


Wenzel Böhmak (Pseudonym) erzählt die Geschichte eines homosexuellen Genies, des sowjetischen Regisseurs Sergei Eisenstein (Revolutionsfilm Panzerkreuzer Potemkin). In Wikipedia (Link) fehlt jeglicher Hinweis auf Eisensteins Privatleben, also auch auf seine Homosexualität.


A star is born: Eric Roberts (er ist der ältere Bruder von Julia Roberts) hat die Hauptrolle in 'King of the Gypsies' (König der Zigeuner)

Filmkarrierestart des berühmtesten und erfolgreichsten Bodybuilders aller Zeiten, Arnold Schwarzenegger in den USA ( Arnold: "Ich kenne mehr Klempner als Bodybuilder, die schwul sind.")

Der schöne Ryan O'Neal, der mit 'Love Story' einen Riesenerfolg landete, erlitt mit der Fortsetzungsversion 'Olivers Story' einen Riesenreinfall.

Der schwule (*) Schauspieler und Sänger Sal Mineo, der u.a. eine Affaire mit James Dean hatte, fiel mit 37 Jahren einem Raubmord zum Opfer. Jetzt, 3 Jahre später, wird in Los Angeles der Prozess gegen den vermeintlichen Mörder eröffnet.
* Mineo bekannte sich öffentlich zur Bisexualität.


Ein homosexuelles Genie als böses Gewissen der Nation: Pier Paolo Pasolini, Freibeuterschriften, Verlag Klaus Wagenbach

"Man schätzt, dass in der Bundesrepublik pro Jahr ungefähr 7,5 Millionen Kontakte zwischen Männern und Minderjährigen stattfinden": Pädophilie, Liebe mit Kindern, Frits Bernard, mit einem Nachwort von Joachim S. Hohmann (der Link führt zu DON 3/1977)

Ein Cocktail aus Mord und Macht, Ledersex und Literatur: Hans Eppendorfer, Der Ledermann spricht mit Hubert Fichte, Suhrkamp-Verlag


Die irrsinnig kuriose französische Filmkomödie Ein Käfig voller Narren ist in Deutschland angelaufen.

Papst Johannes Paul II. mahnt katholische Nonnen, sich von feministischen Forderungen nicht anfechten zu lassen.

Die Frauenzeitschrift FÜR SIE gibt einer Leserin, die anfragt, wie ihr schwuler Bruder wieder normal werden könne, den ebenso respektablen wie fundierten Rat "... sich mit [seiner] Veranlagung zu befreunden und nicht gewaltsam etwas ändern, was nicht zu ändern ist ... ".

In Köln haben sich Mitglieder der SPD - und der SPD Nahestehende - zu dem Arbeitskreis Schwusos zusammengeschlossen.


"Nie zuvor in der nun bald zehnjährigen DON-Geschichte [gemeint ist der Titel DON im Ferling-Verlag] haben wir so viele Briefe bekommen, in denen die Leser uns berichten, dass sie mit dem Versteckspielen Schluss gemacht haben. Viele bezogen sich dabei auf unsere Serie 'Happy Homo' und die meisten von ihnen auf die dritte Folge, die unter dem Motto stand: Ziehen Sie Konsequenzen! ... Sicherlich sind 47 positive Briefe nicht die Welt ... Denn natürlich standen den 47 positiven Erfahrungsberichten auch negative gegenüber. Genau gesagt: sieben. Das ergibt ein Verhältnis von 7 zu 1. Und das finden wir einmalig ... "

Sonntag, 2. Dezember 2012

DON - The German Gay Magazine 1977 (Heft 7 bis 8)


DON 7/77 erscheint im Juli 1977. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


Ein Leser fragt "Glauben Sie im Ernst, dass die sogenannte Reform von 1969 in Sachen Homosexualität inzwischen so reiche Früchte an Toleranz getragen hätte ? ..."

"Dazu eine Gegenfrage an den Schreiber: ... Haben Sie im Ernst erwartet, dass nach der Paragraphenreform eine Toleranzwelle über uns schwappt? Ich kann meinen Nachbarn nicht zwingen, mir gegenüber eine tolerante Haltung einzunehmen. Und das Gesetz vermag es schon überhaupt nicht. Ich kann meinen Nachbarn ... höchstens für mich, meine Art oder meine Einstellung gewinnen. Toleranz kann man nicht diktieren. Man kann sie bestenfalls erzeugen. und damit stellt sich die Frage, was die Homophilen seit 1969 selbst getan haben, um die Bevölkerung für sich (und ihre Anliegen) zu gewinnen? Wie haben wir diese acht Jahre genutzt? Und welches Bild bieten wir heute der Öffentlichkeit? ... Das vielfältige Aufblühen und Absterben homophiler Gruppen ... ist nur ein Zeichen dafür, wie stark Einzelinteressen über dem Gesamtinteresse dominieren ... Beziehungslosigkeit ist eine homophile Eigenart. Mangelhaft ausgeprägter Gemeinschaftssinn eine andere. Beides geht Hand in Hand. ich sage das nicht vorwurfsvoll, sondern stelle nur fest und ziehe daraus Schlüsse ..."

 

Gott entnahm eine Rippe von Adam und schuf daraus Eva ("Man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist"). Dieses mosaische Seemannsgarn wird von Religionen und Mackermännern (immer noch) als Beweis für die Vorrangstellung des Mannes (und gerne auch zur Unterdrückung der Frau) missbraucht.

Der Beitrag "Jede Frau war zuerst ein Mann", in einem Homo-Magazin wohl in der Vermittlung zu verstehen, dass alle Menschen männliche und weibliche Hormone (Eigenschaften) besitzen, entsprach den damaligen Erkenntnissen. Die wurden allerdings in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ziemlich über den Haufen geworfen: Eva war zuerst da (Bild der Wissenschaft, 1997)

Aus dem vorgenannten Internet-Beitrag: "Der Aufbau der äußeren Genitalien im fünften und sechsten Schwangerschaftsmonat folgt der gleichen Strategie: Männliche und weibliche Genitalien entstehen aus einer gemeinsamen embryonalen Struktur. Penis und Hodensack können sich nur dann bilden, wenn Testosteron vorhanden ist. Sonst entwickeln sich Klitoris sowie die inneren und äußeren Schamlippen."


In der Bertelsmann Lexikothek, Themenband "Gesundheit" von 1975, steht: "Homosexualität und Unzucht mit Tieren (Sodomie) wurden vor zehn Jahren noch gerichtlich verfolgt. Inzwischen sind diese Verhaltensweisen nicht mehr strafbar, und man belächelt sie eher als Eigentümlichkeiten ..."

Homosexuelle Soldaten in der deutschen Wehrmacht: der Vowinckel-Verlag, Neckargemünd, bringt diesen Titel von dem Militärhistoriker Professor Franz Wilhelm Seidler, Dozent an der Bundeswehr-Hochschule, heraus. Siehe auch Der Spiegel 19/1977: Rosa Winkel

Männercharme heisst das Theaterstück des 'Schwulenkollektivs Brühwarm', das im Hamburger Kommunikationszentrum aufgeführt wurde. DON übernimmt eine Kritik von Peter Föhrding aus MANN und will später eine eigene Besprechung bringen ...

Am 7. März haben die Dreharbeiten für den Fernsehfilm Die Konsequenz begonnen. Alexander Ziegler, der das gleichnamige Buch schrieb, spielt die Rolle des Häftlings Lemmi. Jürgen Prochnow spielt den Häftling Martin, Ernst Hannawalt den Sohn des Gefängniswärters ...

Mit 69 Jahren hat der schwule französische Ex-Diplomat und Schriftsteller Roger Peyrefitte (1907-2000) ("Heimliche Freundschaften"), berühmt auch für viele Skandale, seine kostbare und einzigartige Sammlung erotischer Literatur-Raritäten versteigern lassen.


Patrick Schneider taucht mit anspruchsvollen Beiträgen wiederholt als Autor in DON auf.




DON 8/77 erscheint im August 1977. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


Onanierender Japaner, rechte Seite, unten links. "Die manuellen Praktiken im Land der aufgehenden Sonne unterscheiden sich von der europäischen Praxis eigentlich nur in der eleganten Griffhaltung. Selbst bei solcherart Lustbarkeiten kann sich der Japaner ein asiatisches Lächeln nicht verkneifen. Schwungvoll ist aber nicht nur der Faltenwurf dieses Hand an sich legenden Herrn, sondern auch das spritzige Ergebnis seiner Beobachtungen. Oder schaut er nur gedankenverloren hinauf zum Gipfel des Fuji-san?"

Bums annodazumal: eine amüsante Kommentierung alter erotischer Darstellungen.


Neben diesem total verschwommenen Rückenakt erscheint rechtsseitig eine Anzeige des Top-Versand, Sitz ist noch 8034 Germering (= Unterpfaffenhofen), in der - oben - die Nummer 4 des von mir (für Günter Goebel) entwickelten und jahrelang gemachten Pornomagazins HOM OH! (verbotenerweise) angeboten wird, während unten die ersten Sexyslips (Piccolo) auftauchen, die wir damals von einer oberbayerischen Näherei bezogen, die hauptsächlich für Beate Uhse produzierte.


Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer) versucht mit diesem Beitrag das "schwule Selbstbewusstsein" der DON-Leser in ihrer ausserordentlichen Rolle als "gutverdienende, konsumfreudige Stützen der Wirtschaft" zu fördern ... (eine auch heute noch oft auftauschende Verallgemeinerung).


Franz Beckenbauer erzählt dem STERN (23/1977) über sein "Verhältnis" mit Gerd Müller "Die letzte Nacht mit Gerd Müller im Ehebett. Sieben Jahre haben wir es miteinander ausgehalten ... Wir haben den anderen wohl besser gekannt als die eigene Ehefrau..." um dann im STERN 25/1977 die Hüllen fallen zu lassen, um mit (fast) Nackedeibildern aufzufallen.

Florida verbietet per Gesetz (schon verdammt frühzeitig!) "gleichgeschlechtliche Ehen und die Adoption von Kindern durch Homosexuelle"

Matrosen der Bundesmarine müssen künftig auf die scharfe Marinekluft - weitkragige, taillenbetonte Hemdbluse, hautenge weitbeinige Latzhosen usw. - verzichten.

Mit Kinder-Sex, Kinderfrauen, Nymphchen und Lolitas beschäftigte sich - genüsslich auf 7 Seiten - Der SPIEGEL, 22/1977: " ... So schätzt die amerikanische Polizei ... in Los Angeles gäbe es über 3000 Poseure und Akteure unter 14 Jahren ... Immer ungenierter bestimmen Halbwüchsige das Strich-Bild amerikanischer Großstädte,, wobei die Knabenprostitution bereits 70 Prozent ausmacht ... Als die Polizei in Los Angeles einen zehnjährigen mexikanischen Jungen aufgriff, kam sie sogar auf die Spur eines neuen Sklavenhandels. Der Knabe war im Kofferraum eines Wagens über die mexikanische Grenze geschmuggelt und für 500 Dollar an einen reichen Homophilen ... verkauft worden ... " Auch für die DON-Redaktion ist Pädophilie und Homosexualität noch ein und dasselbe.


Hier wird nicht ein schwules Lieblings-Sex-Thema (wie kriege ich den Hetero ins Bett) behandelt, sondern der Versuch unternommen, den Leser durch übertriebene Schilderung von allerlei Klischees grundsätzlich gegen Vorurteile (Klischees) ein wenig zu sensibilisieren.


Mehr über die Jungs und den Fotografen (Manfred Rudat) siehe DON 11/1976. 


Bei dem Beitrag handelt es sich keineswegs um schwule Wunsch-Phantasien, vielmehr ... "Im April 1976, auf dem Jahrestreffen amerikanischer Historiker, veröffentlichte Professor B.R. Burg von der amerikanischen Arizona State University erste Ergebnisse seiner umfangreichen Forschung über das Sexualleben der Piraten im 17. Jahrhundert. Er stellte DON das Manuskript seines Vortrages zur Verfügung, aus dem wir in dieser und weiteren Folgen die wichtigsten Teile veröffentlichen werden ... "