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Mittwoch, 8. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 6)


DON 6/1982 erscheint im Juni 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


"Zu den umstrittensten Romanen des zwanzigsten Jahrhunderts zählt sicherlich >Querelle de Brest< von dem französischen Schriftsteller und Dramatiker Jean Genet. Die einen preisen ihn als literarisches Meisterwerk, andere verdammen ihn als unmoralisch und gewaltverherrlichend ... die ungeschminkte Schilderung von Sexualität, Gewalt und Leidenschaft, ihre wilde Hemmungslosigkeit, liess eine Realisierung als Filmwerk bisher unmöglich scheinen ... "

Querelle war Rainer Werner Fassbinders einundvierzigster und letzter Film. Er starb am 10. Juni 1982 (1945-1982) in München während der Arbeit an der Querelle-Endfertigung im Alter von 37 Jahren.



Von wegen (immer) homofreundliche FDP: Ende September 1981 hat der FDP-Landesfachausschuss für Innen- und Rechtspolitik mehrheitlich eine Abschaffung des § 175 StGB abgelehnt. "Die Ausschussmehrheit wird dabei wesentlich bestimmt durch jugendpsychiatrische belegte Gründe des Jugendschutzes der unter 18jährigen, häufig noch nicht endgültig homosexuell orientierten Deliktsopfer". Der Ausschuss-Beschluss steht im Widerspruch zum Parteiprogramm der Liberalen.

Typisch römisch-katholisch: Aufgrund "sittlicher Bedenken" des Straßburger Bischofs Leon Arthur Elchinger gegen die Vorbereitungstagung für den IGA-Weltkongress (International Gay Association of Women And Men, später ilga) wurde den 150 Teilnehmern aus 16 Ländern die Unterbringung im Heim für christliche junge Arbeiter und in einem Feriendorf untersagt. Der fromme Hirte hatte die Teilnehmer als 'Kranke' bezeichnet.

Schockierende Eindrücke von Touristen über japanische Verhaltensweisen: " ... Nasenschleimhochziehen, Spucken und Urinieren in der Öffentlichkeit, Rülpsen und Husten, Suppeschlürfen und - wo immer es geht - das ungenierte betrachten der "geheimsten Teile" des anderen. S/M-Freunde, im Zeitungsbericht als Homosexuelle generalisiert, fänden grossen Gefallen an der Unterwürfigkeit ihrer Sexpartner."

Franz-Josef-Strauss-Partei diffamiert die 'Grünen' als >schwule Haschpartei<: "... Tatsächlich setzen sich die 'Grünen' für eine Legalisierung von Haschisch und für eine gesellschaftliche Gleichstellung der Homosexuellen ein. Damit bieten sie - unbeabsichtigt - nicht nur allen Schwulen-Feinden Gelegenheit, Homosexualität in die Nähe von Rauschgift zu zerren und auch auf diese Weise zu diffamieren, für die CSU-ler sind sie deswegen auch nur noch >eine Sekte, die den Anspruch darauf verwirkt hat, sich um den Sitz und Stimme in der bayerischen Volksvertretung zu bewerben< ... "

Datensammelwut schon vor Orwells 1984: " ... setzt die Polizei ihr Bemühen fort, 'präventiv', das heisst vorbeugend, über Angehörige von Minderheiten, die jemals 'kriminalpolitisch auffallen könnten', Daten zu sammeln und zu speichern. Der zu Ostern erschienene SPIEGEL weiss ganz konkret über neueste Fälle ... "

Die Homosexuelle Selbsthilfe e.V. (HS, 1980 in Berlin gegründet) traf sich zum Jahresende 1981 im Freien Tagungshaus 'Waldschlösschen'.

Zum Jahresende 1981 traf sich die SCHWIPS (Schwule Initiative gegen den Paragraphen-Sumpf) im unterfränkischen Schloss Trautskirchen. " ... Dabei wurde an dem Rechtsratgeber für Schwule in allen Lebensstellungen und -lagen >RECHT schwul< weitergearbeitet. Das Buch, das im Jahr 1982 im Verlag rosa Winkel erscheinen wird ... "


Die DON-Ausgaben des Jahres 1982 sind randvoll mit banalen Homo-Geschichten (wie diese von Walter Hilbrecht) und nicht weniger banalen Buben-Aktfotos. Die abgebildeten 2 Seiten >News<, der Fassbinder-Film und die (historische) Lifka-Erzählung bilden die einzigen 'anspruchsvollen' Ausnahmen der Juni-Nummer.


Eine Erzählung von Erich Lifka (Link zu DON 5/1980) aus der Zeit vor tausend Jahren, als die Wikinger unter Rollo in die Normandie einfielen. " ... Unvorstellbare Grausamkeiten kennzeichnen den blutigen Weg dieser nordischen Eroberer, bei denen die Männerliebe zu mörderischen Exzessen entartete ... "

Montag, 29. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1980 (Hefte 1, 2, 3). Gerd Talis übernimmt die Redaktion.


Der neue DON-Redakteur, Gerd Talis (= Gerhard Friede) (siehe auch gay journal) soll neben dem Aufbau des Gesamtinhalts sowie eigenen Beiträgen auch den Heft-Umbruch/Layout und die Foto-Auswahl übernehmen, ferner Autoren und Fotografen pflegen und gewinnen..

Bei Talis DON-Start, der nach den Vorstellungen und Wünschen des Verlegers Henry Ferling ein fliessender Übergang - und kein Neuanfang - sein soll, ist bemerkenswert, dass der neue Redakteur mit kaum einem DON-Autor und DON beliefernden Fotografen zusammenarbeiten wird.

DON 1/1980 erscheint im Januar 1980. Die Aufzählung der 'Redaktionsmitarbeiter' ist (ausser Urs Kent **) frei erfunden.

DON-Verlag Henry Ferling. Herausgeber Henry Ferling, Darmstadt. Redaktionsleitung Gerd Talis. DON-Redaktion: Dreikönigstrasse 2, 6900 Heidelberg. Ständige Redaktionsmitarbeiter: Jens Reimer, Andy Müller,  Urs Kent **, Tommy Brauner (= Pseudonym für Jens Reimer) und Stefan Troßbach.

** Urs Kent ist eines der zahlreichen Pseudonyme von Johannes Werres

Sofort wird wieder die alte DON-Masche praktiziert, fehlenden Inhalt durch mehr oder weniger schlichte, schwüle und schwafelige Homo-Geschichten zu ersetzen - in dieser Ausgabe sind es bereits 3 Stories, in den Ausgaben der nächsten Jahre sind es im Durchschnitt 5 Homogeschichten. Und sofort wieder - in fast jeder Ausgabe - mit dabei, der Homo-Lore-Roman-Schreiber Walter Hilbrecht, den ich mit Müh und Not aus DON verbannt hatte, nachdem ich Verleger Ferling um ein Hilbrecht-Finale geradezu angefleht hatte.

Das von dem Grafik-Laien Gerd Talis verantwortete Layout entwickelt sich schnell wieder in die optische Richtung eines Krankenkassenmitteilungsblattes.


" ... wollen Sie sicher wissen, wer hier der für DON neue Gesprächspartner ist ... Wie kam es zum 'Kopfwechsel', wer ist der Neue ... ? ... Vor zeh  Jahren arbeitete ich als Südeuropa-Korrespondent für Presse und Rundfunk in Spanien, als ich u.a. von dem mir bis dahin unbekannten 'Nachseptember-Magazin' [= DU & ICH] um einen Bericht über 'Warme Orte an Europas Südküste' gebeten wurde. Bei nächster gelegenheit schaute ich mir die Redaktion davon in Deutschland an - um bald darauf mit dem gesamten Team nach Köln überzusiedeln; wir bereiteten von dort aus die Fortführung eines Magazins vor, das den Namen 'Sonny' trug. 'Sonny' aber ist der Vorgänger Ihres DON ... Mir persönlich ging es damals jedoch um etwas anderes: Die Homosexuellen in Deutschland sollten durch ein Nachrichtenblatt regelmässig über emanzipatorische Vorgänge in aller Welt unterrichtet, dadurch den sogenannten Heterosexuellen gleichzeitig die Furcht vor der (eigenen) Homosexualität genommen werden: 1972 entstand das Monatsblatt 'Gay Journal' ... Gewisse Schwierigkeiten aber, die gerade durch die Doppel-Redaktion entstehen, wollen wir nicht verschweigen ... Womit wir beim Programm wären. Wir möchten DON zu einem wirklichen Forum der Homosexuellen machen ... Tausend Dinge bewegen uns, mit denen keiner alleine fertig wird. Artikulieren wir uns also, kommen wir zum Gespräch! Im DON. Wir brauchen diese 'Arbeit an uns' ... Ihr Gerd Talis"


" ... Die Woge, die derzeit im Westen der USA entsteht, bedeutet uns nichts Gutes. Gemeint ist die zunehmend an Bedeutung gewinnende homosexuellenfeindliche Einstellung breiter amerikanischer gesellschaftsschichten, an der die Gays dort selber schuld sind. Denn sie haben - wie unser gerade aus San Francisco zurückgekehrter Mitarbeiter Wolfgang Malade betroffen feststellt, zu früh zu hoch gereizt. Ist schon eine gewisse Art homosexueller Selbstdarstellung, auf Demonstrationen etwa, peinlich, so wird den Nicht-Gays in den Homozentren Kaliforniens die umsichgreifende 'Verschwulisierung' allmählich unerträglich ... Nach dem amerikanischen Vorbild der Harlem- und China-Towns haben sich auch ganze Schwulen-Städte und Stadtviertel gebildet. Lokalisierbar dort nimmt jetzt Mord und Totschlag rasant zu ... "


"Die Briefberge zu den von DON aufgegriffenen Fragen nach der Legalität gewisser behördlicher Massnahmen gegen Homosexuelle nehmen zu. Erfreulicherweise ist festzustellen, dass es bei den Untersuchungen der 'Listen von Loch Ness' oder der Kripo als 'Stammgast in Homokneipen' nicht bei DON-Aktivitäten blieb. DON-Leser, Landtags- und Bundestagsabgeordnete haben sich dieser Themen angenommen. Einige DON-Leser wurden selbst mit Datenproblemen konfrontiert ... So entstand ein ganzes Netz von brieflichem Hin und Her - nur herausgekommen ist dabei (noch) nicht viel .... "

Antwort der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung e.V., Bonn
Antwort des Innenminsterium Baden-Württemberg
Antwort des Senators für Inneres der Freien Hansestadt Bremen in Sachen Lokal 'Bienenkorb'


DON 2/1980 erscheint im Februar 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (= gerhard Friede) befindet sich in Heidelberg.

Diese Ausgabe enthält bereits wieder fünf Homo-Geschichten.


Collage zum Fasching 'Geht doch mal als...'


Zum Titelthema 'Bei uns ist immer Karneval'
"Wo immer auf diesem Planeten Menschen närrische Feste feiern, mischt sich in den Mummenschanz der bunten Zelte und Wagen, der lockenden Karussells und Schaubuden der epikureische Lebenswille der Jugend ... So ist auch hier zum Karneval vieles erlaubt, was sonst dem strengen Verdikt des Biedermanns zum Opfer fiele ... "


Ob "Das nachstehende Protokoll" echt ** oder eine Parodie ist, ist 33 Jahre später nicht mehr festzustellen... "entnahmen wir den Akten des Kleingärtnervereins Köln-Wahn e.V. betreffend die sog. 'Detlev-Affaire'. Einheimische werden sich erinnern, welches Rauschen sie letztes Jahr im Wald der Boulevardblätter hervorrief, beweist dieser Skandal doch u.a. auch, wie rasch Spass in Ernst umschlagen kann, und dass man es mit dem Humor nicht so wörtlich nehmen darf, wenn die Bundesrepublik gerade ihre 'Tollen Tage' hat."

** Anfangs werden Klarnamen und eine Kölner Adresse genannt, ferner der 'Kleingärtnerverein Köln-Wahn e.V.' und der 'Kappesköpp e.V.'

Es fällt auf, dass sich die neue Redaktion in Sachen Aktfotos wieder aus den DON-Kisten mit uralten, bereits mehrfach veröffentlichter und abgelegter Fotos bedient - z.B. die beiden Sofa-Knaben von TOM men’s shop, Zürich, (der Link führt zu Details über Thomas Wetzel in DON 4/1978) aus dem Jahr 1975.



DON 3/1980 erscheint im März 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.

Auch diese Ausgabe enthält wieder fünf Homo-Geschichten.


"Wir wollen uns nichts vormachen, lieber Leser: Wir haben uns in zehn Jahren sogenannter homophiler Emanzipation ganz schön an die Bequemlichkeit gewöhnt. Es wurde genascht, wo es etwas zu naschen gab. Jeder hat versucht, etwas von 'seinem Recht' zu bekommen. Man tat nichts dafür, man liess es sich servieren. Servieren von einem Staat, einer gesellschaft - von einem imaginären Gegenüber, das man auf Schritt und Tritt dabei ertappt, wie es wieder Gemeines, Hinterhältiges gegen die homosexuelle 'Minderheit' ausheckt und ausführt. Trotz dieser Steine ... über die man ... mit Gepolter stolpert, hängt man ... an dem Tropf, dessen Inhalt mit dem Schlagwort 'Liberalisierung' nezeichnet ist ... man konsumiert ... passt man sich dem allgemeinen Trend doch lieber an. Dem Trend der Konsum-Gesellschaft. Da wird der Partner zur Wegwerfware, man rafft, will immer mehr ... "


Zur Ankündigung auf dem Titel "Klasse-Stories": Es setzt nun wieder das ein, was ich in meinen vier DON-Jahren mit Müh' und Not beendet hatte: Noch freie Seiten werden mit Homo-Geschichten aufgefüllt (hier von Peter Sterr). Das steigert sich in Talis-Zeiten von Jahr zu Jahr.


"Die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft (AHA, gegründet 1974 in West-Berlin) organisiert ein Diskussionsforum zur Bundestagswahl und ruft dafür die Schwulen zur Zusammenarbeit auf ... " Am 12. Juli 1980 sollen in der Bonner Beethovenhalle >die Parteien auf dem Prüfstand< stehen. Die AHA erwartet dazu Anregungen, Vorschläge und Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet ... "Sektiererisches Einzelkämpfertum kann auf die Dauer nicht erfolgreich sein."
(Bundestagswahl am 5.10.1980 mit CDU-CSU-Kanzlerkandidat Franz-Josef Strauß)

Don-Dikussion:  " ... dass man in der Bundesrepublik mit ca. 3 Millionen ausschliesslich homosexuell Orientierten rechnet. Einige Zehntausend kaufen Magazine der Homo-Presse. Sie gehören dazu ... Aber gehören Sie auch zu einer Schwulen-Gruppe? Schreiben Sie ... warum Sie bei solch einer Gruppe mitmachen, warum Sie sich fernhalten, solche Gruppen gar ablehnen ... "
Es folgen erste Leserbeiträge.


"Tunten spielen sich nach vorn. Wer den Film des WDR über die IHB gesehen hat, wer Augenzeuge des Homoluluspektakels auf Rankfurts Strassen war, wer sieht, wie sich vor allem in den Homo-Gruppen ... die Tunten nach vorn spielen, dem wird angst und bange um die Zukunft der gesamten 'Minorität' ... dass der Eindruck entsteht, die Homosexuellen bestehn nur aus Tunten ... dieses Bild vom Homosexuellen erzeugt in den breiten Massen einen falschen Eindruck und kann verheerende Folgen für uns alle haben. Den Warnern, wie mir uns meinen Freunden, wird von den Tunten ungerechterweise Tuntenhass vorgeworfen ... "

Mit Mitarbeiter/Autorennamen wie Wolfgang Malade (1/1980) oder Peter Sterr und Hans Daniel (3/1980) kann ich bis heute nichts anfangen.

Montag, 22. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 11)


* Offener Brief an Kardinal Höffner (apropos "Dem Leben dienen")
* Der ideale Homo: schöner als schön (der US-amerikanische Tänzer, Friseur, Photograph, Maler und Illustrator George Quaintance)
* Kölner Kripo in Homobars Stammgast
* Deutsche Schwestern: Ein Pflegefall! (das deutsche Schwulenwesen)
* Die Seelenhirtin Meves und der Heteromacker Wayne

DON 11/1979 erscheint im November 1979.


an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Herrn Kardinal Joseph Höffner ...

" ... die 16seitige Dokumentation der Deutschen Bischofskonferenz [trägt] den Titel >Dem Leben dienen<. Wenn sich die katholische Kirche ... in einer derart massiven Öffentlichkeitskampagne für das (ungeborene) Leben einsetzt, dann frage ich Sie, Herr Kardinal, wieviele Arten von Leben, denen zu dienen gilt, es aus Ihrer Sicht gibt ... die einen, für die sich die katholische Kirche derart engagiert ... und andere, die ihr Engagement nicht nur nicht wert sind, mehr noch, die sie bewusst und immer wieder verdammt. Ich spreche hier von dem dem >Leben< der rund drei Millionen homosexuell orientierter Menschen in unserem Lande. Ich spreche von dem seelischen und moralischen Druck  ... von der Angst (die die Gesellschaft und die Kirchen durch ihr diskriminierendes Verhalten auslöst), von der täglichen Diskriminierung (bspw. im Beruf, und hier vor allen Dingen auch in Ihrer Kirche), von der Zerrüttung familiärer und menschlicher Bindungen, von einem Leben ohne tiefere Sinninhalte, von der Flucht in Drogen, Alkohol und sogar Selbstmord ... Diese >Leben< haben für die katholische Kirche keinen Stellenwert ..." 


" ... Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? ... Ihr Herr Homo, Ihr seid der Schönste ... " Ein Essay über das homosexuelle Begehren nach (Jugend und) Schönheit, am Beispiel der übertrieben realistisch (quasi fotogetreu) gezeichneten Homo-Wunsch-Szenarien eines Quaintance.

George Quaintance, 1902 - 1957,  war ein schwuler US-amerikanischer Tänzer, Friseur, Fotograf, Maler und Illustrator, der für seine homoerotischen Zeichnungen bekannt war.


" ... Der DON-Artikel >Schwuler Alpdruck: Alter< ... vom August 1979 ... Er war nicht nur kritisch, sondern gezielt polemisch abgefasst. Er zielte auf deutsche Schwulengruppen. Einige von ihnen ... fühlten sich ... angegriffen, beleidigt, ja verleumdet. Den Hintergrund dieses Artikels haben all jene, die aufgebracht bis empört reagierten, nicht wahrhaben wollen ... Dass dieser Artikel 'gezielt polemisch' abgefasst wurde, hatte einen weiteren, triftigen Grund: Denn die Mehzahl deutscher Schwulengruppen setzt sich mit den Inhalten auflagenstarker Homopublikationen (à la DON) nur dann auseinander ... wenn sie mit der Nase darauf gestossen werden ... Sobald Schwule jedoch selbst aufs Korn genommen werden, reagieren sie typisch homo-like von weinerlich bis bösartig. In solchen Momenten geht dass das ganze schwule Selbstbewusstsein baden ... Einen echten 'Meilenstein' schwulen Selbstbewusstseins setzte nun auch jene Gruppe, die wir in unserem Artikel direkt angesprochen hatten. Um dem Leser das zu verdeutlichen, haben wir diesen Antwortbrief [der Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart] einmal in seine Einzelteile zerlegt ... "

Montag, 8. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 8)


John Travolta (*1954), Schauspieler, Sänger, Tänzer, Regisseur und Autor. Seit 2012 mal wieder im Gerede, nachdem (männliche) Masseure wg. "sexueller Übergriffe" gegen ihn klagten.

1979 fragte ihn der  PLAYBOY  
      Man behauptet, Sie würden auf Männer wie auf Frauen wirken. Halten Sie sich für einen Bi-Typ, wie es zum Beispiel James Dean und Montgomery Clift gewesen sind?
     Travolta Ich sehe mich nicht so, aber mir gefällt der Gedanke. Ich fände es ganz interessant, wenn ich sowohl bei Frauen als auch bei Männern Gefühle wecken sollte.
     PLAYBOY Sie wirken dann auch auf Homosexuelle...
     Travolta Mag sein. Aber warum soll ich jetzt sagen 'Igitt, mir wäre es lieber, wenn diese Leute nicht auf mich abfahren würden?' Soll ich mich deswegen unattraktiver machen?...

Rücktitel = Seite aus dem ersten Mini-Katalog des Top-Versand (damals noch München), der sich mit erstmals selbst produzierter Sexywäsche für Männer, speziell ausgerichtet an ein schwules Publikum richtete.


"... Im Iran werden ehemalige Schah-Anhänger hingerichtet ... Nicht nur die Tatsache dass, sondern auch die Art und Weise wie Khomeinis Männer aufräumen, wird in Presse, Funk und Fernsehen debattiert und kritisiert. Ausführlich, spaltenlang, seitenweis. An den gleichen Wänden, an denen die Anhänger eines unmenschlichen Regimes exekutiert werden, an die gleichen Wände werden auch Homosexuelle gestellt. ... weil dem Islam plötzlich die 'Perversen' gegen den Strich gehen. Auch darüber wird hierzulande hin und wieder berichtet. Meist knapp, kurz und kommentarlos. Mir ist kein einziger Bericht vor Augen und Ohren gekommen, aus dem auch nur andeutungsweise Entsetzen oder Erregung über das Abknallen homosexueller Iraner klang.
Da gibt es eine überregionale Zeitung, die sich 'Weltblatt aus München' tituliert ... die sich ungemein liberal und tolerant gibt ... die sich in unendlich vielen Berichten und Kommentaren über die Probleme von Randgruppen und Minderheiten auslässt. Ausgenommen Homosexuelle. Schwule werden von der Süddeutschen Zeitung auf die Kulturseiten oder die Seite 'Vermischtes' abgeschoben, wo man sie als Kuriosum karikiert.
Bis zu jenem Tag, da der 13. hingerichtete Homosexuelle von der ARD gemeldet wurde, hat sich dieses tolerante und verständnisvolle Weltstadtblatt einen halben Informationssatz und einen Dreizeiler abgerungen ..."


Unterschrift des Titelbildes:  Schwulengruppe sucht junge, attraktiv-reizvolle, begehrenswerte, blühende, knusprig-frische Homosexuelle. Oder solche, die es probieren wollen. Über 30 Jahre völlig zwecklos. Bitte nur Bildzuschriften (Akt oder im Slip)

"Stuttgart hat zwei schöne Schlösser und sieben schwule Bars, einen kühlen Neckar und drei warme Saunen, eine Liederhalle und eine Lesbengruppe, die Stiftskirche und die IHS, was soviel wie 'Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart' heisst. An eben dieser Gruppe möchten wir ein Exempel statuieren. Allerdings - der Fall der uns aus Stuttgart untergekommen ist, fand und findet überall in deutschen Landen statt.
Dass ältere Homosexuelle in der Subkultur mies dran sind, ist nicht neu. Dass man ihnen seitens der Schwulengruppen die Türe vor der Nase zuschlägt, ist ebenfalls nicht neu. Zahlreich sind die bedrückenden Briefe, die uns von solchen Vorkommnissen in den letzten Jahren berichteten. Wir haben das oft erwähnt, aber es mangelt uns an Fakten, um solche Fälle redaktionell aufzugreifen. Wir hätten uns nur auf die Aussagen der Abgeblitzten stützen können, und das schien uns zu unsicher und zu einseitig. Aber aus Stuttgart haben wir es nun schriftlich, mit welch fiesem Fingerspitzengefühl Schwulengruppen älteren Homosexuellen einen Korb geben ... "


Wir nehmen zu den Leserbriefen (erschienen in DU & ICH) Stellung, die Alexander Ziegler verteidigen. Hierzu ausführlich: DON 5/1979 über Alexander Ziegler, Chefredakteur DU & ICH von 1971-1979


>Armee der Liebenden< Auf drei Seiten beschäftigen wir uns mit: Rosa von Praunheims Film und Buch erweitern den homosexuellen Korizont.

" ... Rosa von Praunheims 'Armee der Liebenden' ist ein Sammelsurium, ein Durcheinander, ein chaotischer Wirrwarr, ein schwules Sodom und Gomorrha, an Information und Interessantem, an Lächerlichkeiten und Leidenschaften, an Überraschungen und Überschwang, an Porno und Phantastischem, an echtem ehrlichen Engagement, Erfolgen, Niederlagen. Es ist die Geschichte der amerikanischen Schwulenbewegung ... "


"Das Wort Hose stammt aus dem gotischen 'husa', was soviel wie 'Hülle' bedeutet ... Der Ursprung dieser Beinkleider dürfte im Orient liegen. In Europa tauchen sie erstmalig bei den Galliern und bei einigen germanischen Stämmen auf ... "
Von der geschlechtsbetonenden Schamkapsel (15. Jahrhundert) zum letzten Hosenmodeschrei 1980, der Schlabberhose aus der Kollektion von Elisabeth de Senneville.


Stefan Trossbach (Text und Zeichnung) beschäftigt sich mit der schwulen Partnersuche. "In diesem Kapitel dreht sich alles um die (Sehn)Sucht nach dem Du. In dieser Beziehung sind wir wie die Goldgräber. Selbst in den sogenannten Klappen graben wir noch nach dem kleinen Stück vom grossen (Liebes)Glück, obwohl die Gesichter der Glücklosen dort kaum zu erkennen sind ... "