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Mittwoch, 29. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 12)


DON 12/1982 erscheint im Dezember 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


offenbar muss gespart werden. In DON erscheinen - anstelle von Farbfotos - plötzlich wieder sog. Duoton- oder Duplex-Bilder - Graustufenfotos, die zusammen mit einer Schmuckfarbe gedruckt werden - wie das Magazin sie etwa zehn Jahre zuvor oft druckte.


Der Juso-Bundeskongress "fordert die SPD-Bundestagsfraktion zur Mitarbeit auf, dass im Grundgesetzt (Artikel 3) neben den dort schon erwähnten Diskriminierungsverboten die 'sexuelle Neigung' mitaufgenommen, dass der § 175 StGB ersatzlos gestrichen und jede Art von Homoregistrierung bei Polizei und anderen Behörden abgeschafft wird."

Anmerkung: Am 1. 10. 1982 wird Bundeskanzler Helmut Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvortum gestürzt. Hans-Dietrich Genscher und seine FDP hatten - nur 2 Jahre nachdem die Bürger eine rot-gelbe Koalition (zusammen 53,5%) gewählt hatten - die Seite gewechselt und von der SPD zu CDU/CSU "rübergemacht". Helmut Kohl wird Bundeskanzler.

Gay Community News: "Nach 10 Jahren aktivster Arbeit sind jetzt die Redaktions- und Vertriebsräume der homosexuellen Wochenzeitung in Boston (USA) durch Brandstiftung zerstört worden ... "

Münchens Verein für sexuelle Gleichberechtigung (VSG) "betreut auch homosexuelle Strafgefangene im bayerischen Raum ... Diesem Strafgefangenen wurden vom VSG auch Homo-Zeitschriften zugeschickt - nur erhielt er sie nicht ... Der VSG bekam ... Bescheid, die Amberger Anstalt habe die Blätter zu den Effekten des Knastinsassen genommen ... Ambergs Knastleitung konterte, der Strafgefangene habe erklärt >dass er auf die Aushändigung der Zeitschriften keinen Wert lege< ... Dem VSG liegt inzwischen eine Erklärung des Strafgefangenen vor, nach der ihm ... mitgeteilt worden sei, die ihm zugesandten Zeitschriften seien >verboten< ... Wer sich ... erinnert weiss noch, dass vor zwei Jahren Karlheinz A. Barwasser seinen Kampf um Aushändigung schwuler Zeitschriften ... gegen die Justizbehörden des Landes NRW 'gewonnen' hatte ... "

John D. Stamford, "der Herausgeber des 'Spartacus International Gay Guides', läutete die Sturmglocken. >Piraten sind am Werk< ... sie machen Raubdrucke vom 'Spartacus' und verkaufen sie unter Preis. Als Sitz dieser Druck-Piraten hat Stamford den berüchtigten Londoner Stadtteil Soho ausfindig gemacht ... "

Für Interessenten: Die GANZE Geschichte (in 7 Teilen) vom SPARTACUS International Gay Guide, von seinem Gründer John D. Stamford und wie Bruno Gmünder das Schnäppchen seines Lebens machte:
1. Teil: Die GANZE Geschichte vom SPARTACUS, von seinem Gründer John D. Stamford und ...
2. Teil: Die GANZE Geschichte ...
3. Teil: Die GANZE Geschichte ...
4. Teil: Die GANZE Geschichte ...
5. Teil: Die GANZE Geschichte ...
6. Teil: Die GANZE Geschichte ...
Fazit: Bruno Gmünder, John D. Stamford und der Spartacus ...


"DON-Verleger Henry Ferling hatte Hans-Georg Behrs mit 'Ein Herz für Schwule' überschriebene Ironie-Geschichte bei der Lektüre des Magazins 'Titanic' so lustig gefunden, dass er spontan beschloss, sie - mit Genehmigung des Autors - in den September-DON zu übernehmen. Kleine Seitenhiebe, meinte er, würden die schwulen Leser schon vertragen können, soviel Selbstironie brächten sie auf. Dem war nicht so, wie wir durch Leserzuschriften belegen können. Viele hielten die Behr-Story für eine 'echte Verarschung'. Als DON-Autor trat Gelang auf den Plan: 'Das kann so nicht stehen bleiben", sagte er und schrieb seine köstliche Erwiderung 'Ein Herz für Normale' (vgl. DON 11). Jetzt hält DON-Autor Wenzel Böhmak den Heteros ihr Selbstverständnis vor: 'Erbarmen mit den Nullbumsern!' ruft er, wo er doch eigentlich hart, aber gerecht, mit ihrem stelzigen Männlichkeitsgehabe zu Gericht geht ... "

Sehr persönliche Anmerkung: Für den Otto Normalmensch bleibt, die läppisch niedrigen Verkaufsauflagen von Satirezeitschriften belegen das, knüppelharte Satire à la Titanic ein Buch mit sieben Siegeln. Schlimmer noch, bekommt er davon etwas zu sehen oder zu lesen, flippt er komplett aus. Insofern konnte ein in DON nachgedruckter Titanic-Artikel über Schwule nur zu Ausschlag und Erbrechen der DON-Leser führen. fröhlich


Unbedingt lesen: 'Staaten der Sehnsucht, Reisen durch Gay Amerika', Edmund White, S. Fischer, Frankfurt 1982. (White gilt als einer der wichtigsten homosexuellen Autoren des ausgehenden 20. und frühen 21. Jahrhunderts.)

Männer.Liebe. "Der Rowohlt-Verlag hat sich schon häufig um schwule Literatur verdient gemacht. Neuerdings bringt er dazu auch noch solide gemachte Lebenshilfe .. " 382 Seiten, von Matthias Frings und Elmar Kraushaar, ein 'Handbuch für Schwule und alle, die es werden wollen', ein Bestseller, der hier erstaunlich - wie nebenbei - nur kurz erwähnt wird.

Hamburg ahoi! "Über 300 Seiten 'stark' ist der jetzt im Verlag rosa Winkel, Berlin, erschienene 'schwule Lotse durch die Hansestadt' ... hat auch einen 'Sonderteil: Sylt' - trotzdem kostet ... zehn Mark. Und es macht Spass, in dem ... mit viel Liebe gemachten band zu lesen ... Geschichten und Geschichte Hamburgs ... "

Die Potenzklinik. "Für 25 Mark bekommt man vom Albino-Verlag, Berlin ... Bruce Elliot verfasste ... boshaft-komische Geschichte eines verheirateten Psychiaters, der keinen mehr hochbekommt und deshalb .... heimlich eine 'Potenzklinik' aufsucht ... seine sexuelle 'Erlösung' findet der Psychiater in den Armen eines kräftigen Hafenarbeiters ... "

Rechtsratgeber für Schwule: Recht Schwul. "Recht war bisher eher gegen als für Homosexuelle. Noch heute hält die Angst, als 'Schwule' bekannt zu werden, viele davon ab, sich zu wehren, wenn ihnen Unrecht widerfährt. Die Juristen der Gruppe 'SchwIPs', Richter und Jurastudenten, Rechts- und Staatsanwälte, rücken der Rechtsunsicherheit der Homosexuellen ... zu Leibe und zeigen ... wie man sein gutes Recht erhält ... " Verlag rosa Winkel, Berlin, DM 19,80.

Bestgehütetes Geheimnis: Sexueller Kindesmissbrauch. "Ein Buch, das sich vor unangenehmen Wahrheiten nicht scheut, ist Florence Rushs im sub rosa Frauenverlag, Berlin ... Den über 300 Seiten merkt man an: Es ist ein Buch der Frauenbewegung. Und die geht auch mit allen pädosexuellen Bestrebungen hart ins Gericht ... "


" ... war die 'Belletristik' in Halle 6 versammelt. Hierhin gehören auch die drei Homo-Verlage ... rosa Winkel, Foerster und Albino - alle interessanterweise in Berlin (West) ansässig. Egmont Fassbinder (oberes Foto rechts) ... Foerster-Verlag (Kurt-Joachim Foerster im mittleren Bild, rechts) (damals noch nicht so fett), welcher das Homo-Antiquariat Feucht (Rainer G. Feucht, Bildmitte) und den Pan-Verlag mit dem 'gay journal' zu Gast hatte. Sehr exquisit Stand und Verlag von Albino, wo die Neuerscheinung des Zarah-Leander-Buches ein besonderes Interesse fand ... "

Anmerkung: Der 1981 gegründete Bruno Gmünder Verlag („Wir sind homo, wir machen homo und wir wollen dem Homo zum Buch verhelfen.“) war nicht auf der Buchmesse vertreten.

Montag, 9. April 2012

DON - The German Gay Magazine 1973 (Heft 5 bis 8)


DON 5/73 erscheint im Mai 1973. Untertitel "Magazin für Freunde".
Herausgeber unverändert HF-Druck, wie DON 1/1973
Redaktionsleitung und Redaktionsanschrift wie DON 10/1972.


Liebe DON's, des >SPIEGELS< Wort gilt manchem Deutschen bekanntlich als Evangelium, und das, obwohl dieses Blatt nachweislich mitunter Unfung verbreitet, nicht selten Meinungen manipuliert und bisweilen noch links von der Regierung steht [1973 = Kabinett Brandt II, sozialliberale Koalition] ... dass der lange vorbereitete Homosexuellen-Report in Nr. 11 doch recht unbefriedigend ausgefallen ist [DON wird in diesem Report homosexuelle Gartenlaube genannt] ... Der >SPIEGEL< mit seinem Report ist darum im Grunde auch nur reine Schaumschlähgerei im üblichen modischen Trend - von dem Sich-Aufplustern "gegen die Gesellschaft", wie es zumal im Rosa-von-Praunheim-Schinken zum Ausdruck kam, und von der zu einer "wissenschaftlichen Aussage" hochgeschwindelten Umfrage der von eigenen Gnaden zu Soziologen ernannten Agitprop-Homofunktionäre Martin Dannecker und Reimut Reiche ... Ein Mann wie Dannecker, der als Demonstrant mit einem Verein namens namens Rotzschwul auf die Strasse geht, um zu demonstrieren ... der seine Ergebnisse mit vorgefasster Meinung deutet, der andere Wissenschaftler weder kennt noch solche neben sich duldet, der die deutschen Homos von heute für promiscue hält ... Aber das Schlimmste ... dieses Blatt ... manipuliert wieder einmal in frech-oberflächlicher Weise die Wahrheit, indem es den Trend der Linken, der Pseudowissenschaftler, mitmacht und unkritisch kolportiert ... Deshalb bellen wir [= Johannes Werres] jedoch mutig den Mond an, wenn es sein muss. Auch wenn die Wahrheit offenbar zur Hure geworden ist. Herzlichst: Ihr DON-Redaktion.

Der Artikel "Homosexuelle - Befreit - aber geächtet", SPIEGEL-Titel 11/1973 - Bekennt, dass ihr anders seid - ist im Internet abrufbar.

Originalton dieses Vorwortes: der (hier in diesem Blog bereits mehrfach erwähnte) rechts-konservative Johannes Werres, der zwar nie je im DON-Impressum auftauchte, sich auf dieser prominenten Vorwortseite wiederholt aber als Wortführer der Redaktion gibt. Bei diesem Text glaubt man sich in ein politisierendes CSU-Kampfmedium versetzt, nur dass ein solches nicht 60% seines Inhalts mit laienhaften Bubenaktfotos füllen würde. Dabei ist Werres nur verdammt sauer, dass (sein in diesem Blog bereits mehrfach erwähnter Freund und Arbeitgeber) Dr. Willhart Siegmar Schlegel und dessen homowissenschaftliche Erkenntnisse mit keinem Wort in dem SPIEGEL-Report erwähnt werden.

Erstaunlich ist aber auch, dass der Verleger Henry Ferling (HF-Druck), der ebenso wie Spiegel-Verleger Rudolf Augstein ein kämpferisch-überzeugtes liberales FDP-Mitglied ist, so einen Text - unkommentiert - durchgehen liess.



Offener Brief an Rosa von Praunheim und Martin Dannecker
"Wollen Sie uns weismachen, alle deutschen Homos seien links?" 
von Norbert Weissenhagen (= Johannes Werres, siehe Vorwort oben)

"Drei Stunden lang hatte der Zuschauer kaum Zeit, eine einzige Minute lang nachzudenken. Sie hauten ihm mit ihrem Gequatsche den Faden immer wieder kaputt. Entschuldigen Sie darum bitte, wenn mir erst heute, zwei Wochen später, etwas zu Ihrem Film [Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt] einfällt.
Zunächst einmal begreife ich nicht, warum Sie sich "Rosa" nennen, wo Sie doch nicht im Fummel auftreten. Fühlen Sie sich als Frau? Und warum benutzen Sie überhaupt ein Pseudonym? [die Frage stellt hier einer, der sich mit einem Dutzend Pseudonymen ausgestattet hatte]
...was Sie mit dem Film vor aller Augen getrieben haben, ist Nestbeschmutzung in Reinkultur. Dazu sind eben nur "schuwle Säue" fähig, die zu verkörpern Sie sich ja nicht entblöden ... Sie haben kein recht in unserem Namen zu sprechen. Wollen Sie uns weismachen, alles deutschen Homos seien links? ...  Merken Sie denn nicht, wie Sie von Ihren heterosexuellen Mitstreitern der Systemveränderung nur als Mittel zum zweck benutzt und ausgebeutet werden? ... Sollen wir etwa Ihre Promiskuität nachahmenswert und ethisch wertvoll finden? ... Da Ihre linken Homo-Mitstreiter ja bevorzugt unter sich, innerhalb Ihrer Altersstufen, bleiben und jedem misstrauen, der über 30 ist, treiben Sie mit Ihrer Madigmacherei der festen Freundschaft sämtliche älteren Homosexuellen in die Einsamkeit, Not und frühen Selbstmord ... Ausserdem bin ich nicht des Glaubens, das Heil der heutigen Homosexuellen liege darin sich zu organisieren. das läuft doch nur auf eine mehr oder weniger verkappte Suche nach neuen Bettpartnern aus ... Sie sind Utopisten, Phantasten. Anarchisten, Fanatiker ... Der Antikapitalismus dieser Ihrer linken Minderheit wird von uns nicht geteilt. der homosexuelle Katitalist beutet keinen Mitmenschen aus [OHO!] ... Wir verlangen auch, dass das von Ihnen schiefgerückte Bild des Homosexuellen durch weitere Sendungen wieder gerade gerückt wird ... denn Sie wollen sich ja nicht die Finger schmutzig machen ... Die Heteros verdonnern kann jeder Dümmling. Ihre Motive verstehen, das konnten Sie offenbar nicht. Sie konnten nur pubertär auf ihnen herumtrampeln. Herzlichen Dank für das Chaos, das Sie uns hinterlassen haben ..."

Anmerkung und Ergänzung: "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" ist ein im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks gedrehter Film von Regisseur Rosa von Praunheim. Er liess sich für diesen Film von dem Soziologen und späteren Sozialwissenschaftler Martin Dannecker beraten.

Uraufgeführt wurde der Film am 3. Juli 1971 im Rahmen der Berlinale. Im Fernsehen wurde der Film das erste Mal am 31. Januar 1972 im 3. Programm des WDR zu später Stunde ausgestrahlt. Die ARD strahlte den Film ein Jahr später am 15. Januar 1973 aus im 1. Programm aus, worauf sich der Bayerische CSU-Sender (wer sonst?) aus dem gemeinsamen TV-Programm ausklinkte.





DON 6/73 erscheint im Juni 1973.
Neuer Untertitel "Das grosse deutsche Magazin für Männer und ihre Freunde"
Herausgeber unverändert HF-Druck, wie DON 1/1973
Redaktionsleitung und Redaktionsanschrift wie DON 10/1972.


Liebe DON's ... wenn diese Zeilen gedruckt werden ... [wird] Der Bundestag ... über das Schicksal des "restlichen" Paragraphen 175 entschieden haben - oder auch nicht. Wenn alles programmgemäss verläuft, bekommen wir ein Schutzalter von 18 Jahren ... Immerhin haben sich die Unionsparteien wenigstens dazu bereit erklärt, die männliche Prostitution zu entkriminalisieren ... damit entfiele ein weiterer Anlass, Homosexuelle zu erpressen und auch umzubringen ... die sogenannte Absehensklausel, von der SPD eingebracht, fördert ebenfalls feste Partnerschaften, namentlich für Jugendliche der Altersstufen 14 bis 18 Jahre ... die nicht mehr so unbedingt vor homosexuellen Kontakten geschützt zu werden brauchen. Mit dieser Klausel haben wir eine Art "bedingtes" Schutzalter erreicht, das bis 14 Jahre heruntergeht ... sofern von ausserhalb nicht quergeschossen wurde, etwa von Seiten der realitätsblinden deutschen Homosexuellenverbände (einiger linker, wollte ich einschränkend sagen) ... Klugheit und Besonnenheit ist das Gebot der Stunde, nicht Radikalismus, meint die Redaktion (= Johannes Werres)


In diesem "heissen Tipp" über Bangkok geht es u.a. um die zauberhafte Reisebekanntschaft zu dem Thai-Buben Dusit (... Jeden Tag schlief er mit mir im Hotelzimmer. Immer wieder erfand er neue Varianten bei unserem Liebesspiel ... ). Immerhin steht diese simple Erzählung in ziemlich kassem Gegensatz zu den schon 1972/73 im Spartacus-Magazin und dem Spartacus Gay Guide des John D. Stamford empfohlenen sexuellen Vorzügen und Freiheiten sowie Billigbumspreisen in Ländern, die keine Minderjährigen-Schutzgesetze kennen (Thailand, Sri Lanka usw.)

Mehr über den Spartacus:

1. Teil: Die GANZE Geschichte vom SPARTACUS, von seinem Gründer John D. Stamford und ...
2. Teil: Die GANZE Geschichte ...
3. Teil: Die GANZE Geschichte ...
4. Teil: Die GANZE Geschichte ...
5. Teil: Die GANZE Geschichte ...
6. Teil: Die GANZE Geschichte ...
Fazit: Bruno Gmünder, John D. Stamford und der Spartacus ...


Interessante Neuigkeiten: 
Gleichberechtigung für Heteros in (österreichischen) Gefängnissen [wenn schwule Gefangene "paarweise auf dem Strohsack" liegen dürfen, verlangen Hetreos nicht mehr für die Verwendung von Onanievorlagen bestraft zu werden]
Erpresser scheitern [2 minderjährige Erziehungsanstaltinsassen, die einen 50jährigen schwulen Kölner erpressen wollten, wurden gefasst]
Homosexueller Geheimnisträger der Bundeswehr erstochen [Was - laut 'Deutscher Anzeiger' - zu denken gäbe, dass seitens des Bundesverteidigungsministeriums Menschen mit zwear erlaubten, aber immerhin doch abartigen Neigungen zu Geheimnisträgern gemacht würden]
Frau sucht homosexuellen Freund [in einem Leserbrief an die 'Neue Revue'!]
Mit Gewalt gegen die Linken [In Heidelberg versammelte Homo-Gruppen hatten "alle Hände voll zu tun, den Einfluss der linken Gruppen (Rotzschwul, Dannecker) auszuschalten" ... im von Johannes Werres hier mehrfach erwähnten links-aversiven Stil]
4. Strafrechtsänderungsgesetz "schneller zur Endberatung" [vgl. Vorwort dieser DON-Ausgabe 6/1073]


Das einzige, was an diesem über eine Doppelseite aufgeblasenen Foto scharf ist, ist das Gesicht; alles andere geht in Über- bzw. Unterbelichtung unter.


Zur Verblüffung dieses Blog-Betreibers sind 72% der auf dieser Doppelseite inserierenden Kontakt-Suchenden zwischen 20 und 30 Jahre alt und nur 28% älter bzw. ohne Altersangabe.


Diese attraktive "Foto-Location", eine von dem DON-"Fotografen" offenbar bevorzugte Billig-Pension (Waschbecken im Zimmer, Klo auf dem Gang), taucht in diesen DON-Jahren wiederholt im Heft auf. Wobei die ersten zwei Aufnahmen hier noch annehmbar, aber je nackiger die "Fotomodelle" werden, grundsätzlich sämtliche Grautöne weggeblitzt sind, weil der "Fotograf" keine Ahnung hat, wie man helle/weisse Haut fotografiert.



DON 7/73 erscheint im Juli 1973.
Untertitel "Das grosse deutsche Magazin für Männer und ihre Freunde"
Herausgeber unverändert HF-Druck, wie DON 1/1973
Redaktionsleitung und Redaktionsanschrift wie DON 10/1972.


Liebe DONs! Ja, jeder von uns möchte heute gerne ein DON sein, ein Herr, und sich bedienen lassen, aber wo sind die, die noch bedienen? Es gibt keine, und eigentlich wollen wir das ja auch nicht so recht. Dass es da Unterschiede zwischen den menschen gibt ... alle sollen gleichberechtigt sein ... alle sind gleich geboren. Sind sie es wirklich? ... Nun die jungen Leute haben sich da ihre eigene Weltanschauung zurechtgezimmert ... Es gibt nicht nur eine Subkultur, es gibt viele nebeneinander (obwohl mir das Wort nicht behagt) ... Die jungen Homosexuellen haben sich regelrecht eingekapselt ... die Älteren und Alten kennen sie nicht, interessieren sie nicht, mögen sie nicht ...
Herzlichst, Euer Hans-Heinz Bär (= Johannes Werres, zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre alt) von der DON-Redaktion


In diesem Beitrag (natürlich von Johannes Werres) geht es um Pädophile. Einerseits werden Homosexualität und Pädophilie (und sogar Bisexualität!) in diesem Text "zu einem Brei zusammengerührt", andererseits  geht es um den "doppelt geächteten", leidenden, suizidgefährdeten Pädophilen, der bedauert wird, u.a. weil ihm kein "Päderastenzusammenschluss" zur Verfügung steht. Es geht um viel Verständnis und gute Ratschläge ("kann sich helfen, dass er etwa im Urlaub ins Ausland fährt oder ganz auswandert").

Die andere Seite, die der Minderjährigen, Pubertierenden und Jugendlichen - konkret: Kindermissbrauch, Kindersex-Käuflichkeit in Armutsländern, Kinderhandel u.ä.m. werden in diesem Text salopp mit ein paar Zeilen abgehakt: "Es soll hier nun keineswegs etwas verharmlost werden. Gerade dieses Thema der sexuellen Kontakte zu Kindern in der Vorpubertät ist äusserst delikat und sollte sorgfältig abgehandelt werden..."

Wichtig zum Verständnis: Diese Sichtweisen waren zu jener Zeit - ganz allgemein unter Homosexuellen, auch in linken Schwulengruppen, wie sogar in heterosexuellen linken Kreisen - weit verbreitet undsozusagen 'normal'. Wie Bruno Gmünder das in seiner Münchner Zeit als Maoist und auch in den Anfangsjahren seines Verlages sah, steht hier: Noch so ein Gmünder-Märchen: Bruno und die Knabenliebe


Informationsfreiheit contra Jugendschutz. Zur Indizierung der Zeitschrift "Du & ich" von (natürlich) Johannes Werres:
"Zum dritten Mal in diesem Jahre wurde in Bonn eine homosexuelle Zeitschrift indiziert, nach zwei Ausgaben "Pikbube" nun "Du & ich"..."

In dem Beitrag werden die Indizierungs-Urteile der Bundesprüfstelle und die personelle Besetzung der Prüfstelle kritisch hinterfragt. Mit keinem Wort erwähnt der Autor jedoch die Gründe bzw. Inhalte, weswegen diese Magazine indiziert und damit  nicht weiter verkauft werden durften.

Pikbube, über das im Internet leider nullkommanichts mehr zu finden ist,  war ein Magazin, das sich thematisch an Männer wandte, die eine Vorliebe für (sehr) junge Knaben hatten. Es enthielt ausschliesslich 'Bubifotos'.
  
DU & ICH veröffentlichte in den Redakteursjahren von Alexander Ziegler ** schwerpunktmässig Fotos von epheben/knabenhaften Jungen, oft haarscharf an der Grenze zu kleinen Buben. Wirklich beendet wurde das erst, als DU & ICH 2002 vom Jackwerth-Verlag übernommen wurde. Ich gehe also davon aus, dass die Indizierungen beider Titel aufgrund von 'Bubifotos' zustande kamen: Aufnahmen von Modellen unter 18 Jahren (bzw. solchen, die so aussahen, als hätten sie das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht) durften nicht veröffentlicht werden.

** Mit Alexander Ziegler beschäftigt sich DON, Mai 1979, Seiten 10 bis13, ausführlich.


DON veröffentlichte natürlich auch einzelne Aufnahmen von attraktiven und reizstarken Modellen. Einige Fotos waren auch (technisch) scharf bzw. ordentlich reproduziert. Die Masse der Fotos sowie die Wiedergabe/Druckqualität jedoch war - wie hier immer wieder dargestellt - dürftig und dilettantisch.


Ein Buchtitel der (Herren?) Richter und Bachmann lautet "Die Handschrift verrät es", während in diesem DON-Beitrag nur der "Versuch einer graphologischen Untersuchung" unternommen wird... obwohl die folgenden Aussagen an (kurioser) Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lassen: "aktive Partner, starker Potenz in Richtung Analverkehr und Fellatio" oder "Mund- und Analverkehr wird bevorzugt, aber auch die Onanie geschätzt" oder "besonders der Mundverkehr liegt ihm". Weitere Sexinteressengebiete wie Fusserotik, Wäschefetischist oder Spermaschlucken sind den Autoren offenbar gerade nicht eingefallen ...

Persönliche Nachbemerkung: Grafologie, auch Schriftpsychologie genannt, beschäftigt sich mit der Analyse der Handschrift zum Zweck der psychologischen Diagnostik und Beratung ... und nicht zur Erkundung bestimmter Verhaltensformen bzw. (sexueller) Praktiken. Grafologie ist seit langer Zeit umstritten. Sog. Metaanalysen der meisten wissenschaftlichen Studien zeigen, dass es keinen Beweis für die behaupteten Zusammenhänge zwischen Handschrift und Persönlichkeitsmerkmalen gibt. Daher wird die Graphologie heutzutage als Pseudowissenschaft angesehen.


Der linke Beitrag ist insofern amüsant ("eine gewisse Pikanterie"), da sich der Mann mit dem Busen zunächst in DON als Homosexueller, und folgend dann in NEUE REVUE als Frauenliebhaber 'verkauft' hat.

In "Urlaub ganz ohne" wird nicht grundlos über den seinerzeit berühmtesten europäischen FKK-Park/Strand Koversada (Kroatien, im Tito-Jugoslawien) geschwärmt, denn er war auch lange Zeit eines der angesagtesten Rammel-Reiseziele für Schwule.


DON 8/73 erscheint im August 1973.
Untertitel "Das grosse deutsche Magazin für Männer und ihre Freunde"
Herausgeber unverändert HF-Druck, wie DON 1/1973
Redaktionsleitung und Redaktionsanschrift wie DON 10/1972.
Titelfoto TOM men's shop, Zürich.


Liebe DON's ... dass aber ihre Käufer [von homophilen Zeitschriften] so gut wie ausschliesslich Homosexuelle sind, niemals auch Heterosexuelle. Um unsere homophilen Zeitschriften steht also ein unsichtbares Sperrgitter, eine Art elektrisches Kraftfeld oder auch eine Ghettomauer, die uns absperrt gegenüber der normalen Aussenwelt ... die Heterosexuellen nehmen überhaupt nicht zur Kenntnis, was oft auch gerade für ihre Augen, Ohren und Hirne geschrieben wird. Das ist hoffnungslos und entmutigend, ja sogar irgendwie entsetzlich traurig ... Wie kommen wir stärker ... an die sogenannten Normalen, die uns verachten, ignorieren, nicht beachten wollen? ... Ich glaube, wir müssen uns mehr als je zuvor derjenigen versichern, die uns wohlgewogen sind, die - obwohl eindeutig heterosexuell - ein offenes Ohr für die Nöte der Homosexuellen haben ...

Autor ist Johannes Werres. Er, der gewiss nicht dumm ist, glaubt allen Ernstes - wie seinerzeit übrigens auch die Verleger von DON, DU & ICH und him (!) - dass ein (im Vergleich zu anderen Zeitschriften sauteures) Magazin mit schwulen Liebesgeschichten, erotischen Reisetipps für Schwule, randvoll mit Nacktfotos von Jungen und Jüngeren, irgendein Interesse bei heterosexuellen Menschen wecken könnte.

Im übrigen offenbaren dieses Vorwort - ungewollt - des (unnormalen) schwulen Autors Weltsicht: draussen bei den Heterosexuellen, da ist für ihn die normale Aussenwelt.


"Es blitzt etwas nackte..." ein Beitrag von Gay Guy (= Johannes Werres)

"... Da wir gerade beim Thema sind: homosexuelle Schauspieler - ein Wort zu Marlon Brando und seiner Partnerin [Maria] Schneider im "Letzten Tango" [Der letzte Tango in Paris] ... er war eine Ohrfeige ins Gesicht des guten geschmacks und Wasser auf die Mühlen derjenigen, die heute ein recht zu haben glauben, alles und jede(n) umzuhacken. Wer diesen Film lobt, tritt sich selber in den Hintern. Noch mehr paterre können wir nicht gehen, es fehlt nur noch der Koitus auf offener Strasse ... Marlon Brando ist schwul, seine Partnerin ebenfalls. Beide gaben es in einem Interview zu und erklärten ihre Abgebrühtheit, Kaltschnäuzigkeit, Gefühllosigkeit ... Welch angenehmes Gefühl muss der Zuschauer wieder einmal von Homosexuellen bekommen haben! ... Bedanken wir uns bei diesen Prominenten! ..."

In der rechten Spalte: Von Schwulen, Verbrechern, Konservativen und einem gewissen Herrn Neumann. Hans Fahnenbruck von der Loge 70 schrieb an DON.
Schwerpunktmässig dreht es sich um den Berliner Wachmann Jürgen Neumann (*1945), der 1971 die (rechtsnationale) "Deutsche Homophile Organisation" (DHO) gründete.

Interessierte finden hier Schwule Rechtsradikale in Hamburg - Teil der Community? einen spannenden (langen!) Aufsatz über schwule Nazis und rechtslastige und -radikale Homosexuelle in der BRD von Dr. Gottfried Lorenz.




Sollen Homosexuelle Lehrer (Pfarrer, Politiker, Ärzte usw.) werden? Ein Beitrag von Jochen Freimuth (= Johannes Werres)
" ... Wer eine ausgesprochene Zuneigung zu geschlechtsunreifen Kindern, aber auch zu pubertierenden Jungen verspürt, sollte sich ernstlich prüfen, ob er in diesen Beruf hineingeht. Die Situation ist heute so, dass die Gesetze immer noch strenge Anwendung finden, wenn auch die wissenschaftliche Diskussion um die Fragwürdigkeit solcher Gesetze in Gang gekommen ist (vgl. die Arbeiten der Niederländer Brongersma "Das verfemte Geschlecht", Bernard, Brongersma u.a. "Sex met kinderen", Bernard "Pädophilie - eine Krankheit?", in "Sexualmedizin" und "Betrifft: Erziehung"...)
Auch in diesem Artikel rutscht Werres vom angekündigten Thema Homosexualität ganz automatisch hinüber zur Pädophilie. Brongersma und Bernard gehörten seinerzeit zu den bekanntesten Verfechtern von Pädo-Beziehungen (zu Kindern).

Donnerstag, 16. Februar 2012

DON - The German Gay Magazine 1972 (Heft 1 bis 4)


DON 1/72 erscheint im Januar 1972.

Im Vergleich mit allen bisher erschienenen Titelseiten unterscheidet sich diese - antiquierter Schriftzug, ausgeschnippeltes Titelfoto und amateurhaftes Layout - geradezu schauderhaft.

[Erinnert sei daran, dass die Jugendzeitschrift twen - mit dem 'revolutionären' Layout von Willy Fleckhaus - die die Optik deutschsprachiger Illustrierten/Magazine/Zeitschriften nachhaltig positiv beeinflusste - von 1959 bis 1971 auf dem Markt war.]

Übernommen hat das Objekt die Pressag AG, Vaduz, Lichtenstein. Der Inhaber dieser Firma und neue DON-Herausgeber wird mit den 12 DON-Ausgaben des Jahres 1972 fünfmal den Verlag - Firmennamen und Firmensitz - wechseln.

Verantwortlich für den Inhalt sind Karel von Swoll und Hans Milus. Die Redaktionsleitung haben Guy Gilbert und John Mytery, Frankfurt/Main. Hinter diesen vier exotisch klingenden Namen sind samt und sonders frei erfunden (Pseudonyme), und dahinter verbirgt sich eine einzige Person (nämlich der Inhaber der Pressag AG, ursprünglich eine Münchner Werbeagentur, Günter Goebel).


Während in der Ausgabe DON 3-4/1971 noch 4 prall gefüllte Seiten mit kostenlosen Kontaktanzeigen (gesetzt im kleinen Schriftgrad) erschienen sind, muss das Magazin jetzt aufs Neue um Kontaktinserenten werben. Bei den Fotos handelt es sich um reine 'Füllbilder', oben links eines von Sven Swede.


Erstmals erscheinen in DON auch 'richtige' Frontalakte. Schwerpunkt des Artikels ist (natürlich) die Penisgrösse von Farbigen.


Beginnend in den 60er Jahren veröffentlicht der Holländer Wim Kock unter dem Namen Dorus (Doppelseiten oben und unten) in zahlreichen schwulen Magazinen stark realistische erotische Zeichnungen junger Männer, die sich durch muskulöse Körper und deutlich angeschwollene Schwänze auszeichnen; zumeist typische Homo-Szenen, in die sich der Betrachter hineinfantasieren kann. Im Internet habe ich bislang nichts über Wim Kock alias Dorus gefunden. (Wer weiss etwas?)


Typisch für die Zeit: Beatlesfrisuren, hauteng anliegende Jeans, die so hüfttief geschnitten sind, dass der Poritzenansatz sichtbar ist, extrabreite Gürtel, freiliegender Bauch, auch Dank zu knapp geschnittener Shirts und sexy Minislips.


Unscharfe, falsch belichtete Amateurfotos, wie diese (aufgenommen von Herausgeber Günter Goebel in einer seiner Wohnungen), schlecht reproduziert und deshalb miserabel im Druck, sind im Jahrgang 1972 die Regel. Nach dem Motto: möglichst billig. Siehe folgende Titelseite, die farblich im Originaldruck schlimmer aussieht.
 

DON 2/72 erscheint im Februar 1972. Herausgeber ist jetzt der Apollon Verlag, Vlissingen, Holland.
Die Redaktionsleitung behalten Guy Gilbert und John Mytery, Frankfurt/Main (wie gesagt, beide Namen sind Pseudonyme). Redaktionsanschrift: DON-Redaktion, c/o Bifipress AG, 6000 Frankfurt/Main 70, Postfach 700 229.

Guy Gilbert ist Günter Goebel (†), Kürzel GG, bisexuell, Journalist, Redakteur, Fotoagent, Hans-Dampf-in-allen-Gassen, Inhaber diverser, oft wechselnder Mini-Firmen, u.a. der Werbeagentur Pressag AG u.a. in München (siehe 1. Eintrag bei DON 1/72), der Bifipress AG in Frankfurt/Main (siehe Redaktionsanschrift) usw. Ausführliches im Goebel-Link.

Hinter dem Pseudonym John Mytery könnte es sich - Dank gleicher Frisuren - um einen von Goebels jugendlichen 'Begleitern' handeln. Oder um Hans John (in DON 12/1975 und 8/1976) = Hans Möstl bzw. Johann Möstl, Fotograf, 1972 = 23 Jahre alt. In DON wird er als 'Bildredakteur' bzw. 'Chef der Bilder' vorgestellt. Welche Rolle er bei dem Homo-Magazin tatsächlich spielte ist unbekannt. Möstl gründete 1986 in Frankfurt/Main den heterosexuellen Porno-Verlag Oftly. Seine Pornoproduktion / Pornoversand Oftly Goldwin GmbH sitzt heute in Österreich.


Knut schreibt: "Immer mehr schätzt der Homophile sexy Unterwäsche..." Die Slips stammen z.T. aus dem Züricher TOM men's shop, mit dem DON (hier der Herausgeber Günter Goebel) ab der April-Ausgabe eine lange PR-Zusammenarbeit startet. Dazu später mehr.


Der Artikel links - über den 'Homoparagraphen' 213 des norwegischen Gesetzbuches - stammt aus dem seinerzeit hervorragenden schwedischen Schwulenmagazin Revolt, mit dem DON ab der Mai-Ausgabe eine Zusammenarbeit - sogar "Vereinigung" - starten möchte. Rechts eine Leseprobe aus dem schwulen Sience-Fiction-Roman "Freunde auf Alpha Centauri".


Während in den 70er Jahren in diversen US-Magazinen bereits attraktive, sexy und sehr erotische männliche Nacktmodelle präsentiert werden, ist es in Deutschland (West) noch bis Ende der 80er Jahre verdammt schwer, überhaupt Jungen und Männer als Aktmodelle für ein schwules Magazin zu gewinnen. Nicht nur dass massive Hemmungen und Ängste bestehen, in einer schwulen Zeitschrift veröffentlicht zu werden, werden angesichts kleiner Druckauflagen nur lächerlich kleine Modell-Honorare bezahlt, die keinen Anreiz sind, die Hosen herunter zu lassen.

Hinzu kommt ein Qualitätsproblem: Da die meisten Profi-Labore die Filmentwicklung und Abzüge männlicher Aktfotos ablehnen (so wie auch Druckereien 'Schweinkram' à la DON nicht drucken wollen), wurden diese Arbeitsschritte meist von Amateuren und Autodidakten ausgeführt.

Professionelle deutsche Fotografen, die sich schwerpunktmässig dem Männerakt verschrieben hatten, waren zu jener Zeit eine Rarität. Deshalb stammen die meisten in DON veröffentlichten Aktaufnahmen von Amateuren oder fotografischen Autodidaken.

Das Schwulenmagazin him hingegen, dem im St. Pauli Verlag Helmut Rosenberg bis 1979 ein bedeutender Foto-Etat zur Verfügung stand, bot zu dieser Zeit bereits reizvoll attraktive Fotostrecken, die allerdings überwiegend im Ausland eingekauft wurden.


Der Beitrag rechts ist ein Nachdruck aus dem Buch "Intime Küsse" aus dem Stephenson-Verlag, Flensburg (Uhse!), entnommen.

Mit Nachdrucken, sog. Zusammenarbeit, PR-Geschichten und Billig-Fotos sucht Herausgeber Günter Goebel - bis Heft 12/1972 (bis Heft 1/1974 ist er noch Redaktionsleiter) die Initial- und Redaktionskosten des Objektes auf dem niedrigstmöglichen Niveau zu halten.


DON 3/72 erscheint im März 1972 im Apollon Verlag, Vlissingen, Holland, Postbus 122. Redaktionsleitung: Guy Gilbert und John Mytery, Frankfurt/Main. Redaktionsanschrift: DON-Redaktion, c/o Bifipress AG, 6000 Frankfurt 70, Postfach 700 229


"Liebe DONS! ... wir sind fast beschämt, so viel Anerkennung und Lob von Euch zu erhalten ... Unsere ersten beiden 1972er Ausgaben sind ausverkauft, wir haben jetzt bei 3 die Auflage beträchtlich erhöht und können uns als eine der auflagengrössten Zeitschriften unserer Art im deutschen Sprachgebiet bezeichnen ..."

Hier beginnt DON mit dem, was von der gesamten schwulen Presse bis zum heutigen Tag schamlos betrieben wird: hemmungslose Übertreibung, Lug und Trug in Sachen Auflagenzahlen.

Dafür liefern obige Vorwortzeilen (unfreiwillig) den Beweis:

In den 70er Jahren noch benötigte ein Magazin wie DON gut 4 Wochen Produktionszeit: Satz, Fahnenabzüge, Korrekturlesen, Layout, Repros von Fotos und Illustrationen anfertigen, Fahnenabzüge zur Endkontrolle, Montagen und Druckfilme fertigen, Druck des Vierfarbteils, Druck des Schwarzweissteils, Buchbinderei (Falzen, Zusammentragen der Druckbogen, Heften, Beschnitt), Verpacken, Auslieferung an den Pressegrosshandel, Verteilung an die einzelnen Verkaufsstellen ... Von Terminproblemen, die bei so vielen Arbeitsschritten ebenso permanent wie automatisch auftreten, ganz zu schweigen.

Das heisst: Mindestens 3 Wochen bevor das neue Heft im Handel lag, musste es druckreif sein und durfte auf keinen Fall mehr verändert werden. Laut Vorwort soll aber bereits eine Woche, nachdem DON 3/72 ausgeliefert worden war, die gesamte Auflage von DON 2/72 ausverkauft sein.

Aber auch das ein Ding der Unmöglichkeit: Denn Remittenden (= unverkaufte Exemplare) rechnete der Vertrieb frühestens ab der vierten Woche nach Auslieferung eines Heftes ab. Denn ein Monatsmagazin wird normalerweise auch einen Monat lang im Zeitschriftenhandel angeboten.

Frei erfundene, schwindelerregende Verkaufsauflagenzahlen sind eines jener vielen Märchen, die sich um die gesamte deutsche Schwulenpresse ranken.


Hier beginnt nun auch in DON, womit der Brite John D. Stamford bereits im Jahr 1967 angefangen hatte (Spartacus Magazin) - Reisetipps für Homosexuelle - hier Amsterdam.

In den vier Bildern wird einer von Guy GilbertsGünter Goebels jugendlichen 'Begleitern' (er stellte solche 'Begleiter' grundsätzlich als 'Neffe' vor) präsentiert, der auch als Unterhosen- und Nacktmodell agierte. Möglicherweise handelt es sich bei ihm auch um den im Impressum erscheinenden John Mytery?

Die komplette Story des John D. Stamford sowie des Spartacus bis 1998 (Stamfords Tod) ist hier nachzulesen:

1. Teil: Die GANZE Geschichte vom SPARTACUS, von seinem Gründer John D. Stamford und ...
2. Teil: Die GANZE Geschichte ...
3. Teil: Die GANZE Geschichte ...
4. Teil: Die GANZE Geschichte ...
5. Teil: Die GANZE Geschichte ...
6. Teil: Die GANZE Geschichte ...
Fazit: Bruno Gmünder, John D. Stamford und der Spartacus ...


Der (links) kritische Bericht über die Hörfunksendung 'Homosexuelle in Deutschland' (NDR/WDR) stammt von Norbert Weissenhagen, eines von zahllosen Pseudonymen von Johannes Werres (der Link führt zu Werres-Details). Hier handelt es sich um Werres ersten 'Auftritt' in DON.

Rechts ein weiterer Nachdruck, diesmal aus Wochenend, dem bildreichen Sex- und Erotikblättchen aus dem Heinrich Bauer Verlag.


1972 begann DON damit - in stetig steigender Zahl - herzerweichende, rührselige, überwiegend seichte Homo-Geschichten zu veröffentlichen, was mit 9 Geschichten im Heft (DON 6/1974) seinen Höhepunkt erreichte, und weshalb DER SPIEGEL seinerzeit DON als 'homosexuelle Gartenlaube' bezeichnete. Die meisten dieser Geschichten stammten aus dem Kreis der Leser und mussten manchmal bis 'zur Bewusstlosigkeit des jeweiligen Redakteurs' überarbeitet werden; von Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern ganz zu schweigen. Solche Beiträge wurden mit einem Belegheft und einem lächerlichen Betrag honoriert.

Wesentlich für Herausgeber und Redaktion war: Billig!


DON 4/72 erscheint im April 1972 im Apollon Verlag, Vlissingen, Holland, Postbus 122. Redaktionsleitung: Guy Gilbert und John Mytery, Frankfurt/Main. Redaktionsanschrift: DON-Redaktion, c/o Bifipress AG, 6000 Frankfurt 70, Postfach 700 229


Das Interview mit Michael Holm (Bildmitte), Sekretär des (schwedischen) Reichsverbandes für sexuelle Gleichberechtigung, Gründer und Chefredakteur des schwedischen Schwulenmagazins Revolt, führte Guy Gilbert = Günter Goebel (rechts, hier erstmals in DON abgebildet) und John Mytery, wobei -Dank gleicher Frisur - es unklar ist, ob es sich um Hans John = Hans Möstl oder einen von Goebels jugendlichen 'Begleitern' (links) handelt.

Guy Gilbert ist Günter Goebel (†), Kürzel GG, bisexuell, Journalist, Redakteur, Fotoagent, Hans-Dampf-in-allen-Gassen, Inhaber diverser, oft wechselnder Mini-Firmen, u.a. der Werbeagentur Pressag AG u.a. in München (siehe 1. Eintrag bei DON 1/72), der Bifipress AG in Frankfurt/Main (siehe Redaktionsanschrift) usw. Ausführliches steht im Goebel-Link.


Eine von vielen PR-(Werbe)-Seiten, hier von Mc Gregor. Die scheinbar redaktionellen Doppelseiten bedeuteten kostenloses Bildmaterial und kostenlose Texte. Ob der Modemacher damals wirklich wusste, wo sein Material veröffentlicht wurde, möchte ich stark bezweifeln.


Dies ist der zweite Beitrag (von zahlreichen, die folgen sollten) von Johannes Werres (1923-1990) in DON. Die Geschichte von Johannes Werres, Pseudonym u.a. Jack Argo, hat verdienstvollerweise die Webseite "Es geht um Liebe. Schwule in der Schweiz und ihre Geschichte" veröffentlicht. Sie bezieht sich aber weitgehend auf dessen Mitarbeit bei der homosexuellen schweizer Zeitschrift Der Kreis und ist daher unvollständig.

Werres, er selbst bezeichnete sich als 'Aktivist der ersten Stunde', war Journalist, gebildet und schreibbegabt, bemühte  sich allerdings - zumindest in Schwulenpublikationen - sein extrem einseitiges stockkonservatives Weltbild und Gedankengut zu verbreiten. In Günter Goebel fand er einen politisch und schwulen-politisch total desinteressierten, obendrein den Magazininhalt betreffend völlig unkritischen Herausgeber, in dessen Objekten Werres seine Einseitigkeit uneingeschränkt und unkommentiert publizieren konnte. Goebel war froh, dass ihm überhaupt jemand Beiträge mit schwuler Thematik lieferte.

Der obige - unpolitische (!) - Beitrag beschäftigt sich mit "homosexuellen Grössen der Geschichte" - hier speziell König Ludwig II. - und der bewussten Unterdrückung und Verfälschung ihrer sexuellen Neigung (nicht nur) durch die Geschichtsschreibung.


Das ist die erste Anzeige in DON von  TOM men’s shop, Zürich, (der Link führt zu Details über Thomas Wetzel in DON 4/1978), der Beginn einer "wunderbaren Freundschaft" (und den Geschäftchen) zwischen dem DON-Herausgeber Guy Gilbert = Günter Goebel und dem Geschäftsinhaber Thomas Wetzel, einem Berliner, der 1949 in die Schweiz kam und 1957 eine erste winzige Boutique in der Züricher Mühlebachstrasse 9 eröffnete.