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Montag, 23. Juni 2014

DON, Heft 9+10/1984, 1. Ausgabe von "Herausgeber J. Foerster, Berlin"


Der Heftpreis wird um schlappe 25% auf DM 10,- erhöht.

10% des Heftinhaltes (56 Seiten) = 5,5 Seiten sind Eigen-Reklame-Anzeigen für Foerster-Produkte **

10% des Heftinhalts = 6 reine Textseiten sind ein Nachdruck 
aus "Die Tigerfalle", erschienen im Foerster-Verlag
 
40% des Heftinhaltes ist Bebilderung ***


Herausgeber: J. Foerster (= Kurt-Joachim Foerster), Berlin

Redaktion, Anzeigenverwaltung und Abos: FV-GmbH (= Foerster Verlag GmbH), DON, 
Postfach 700380, 6000 Frankfurt/Main

Autoren und Fotos: Redaktionsbüro Frankfurt, Gill Roberts New York (= Fotos)
Studio Visa 2000 (= Fotos), KBB (???) und andere

Herstellung: Ferling-Druck GmbH, 6100 Darmstadt


Original-Schreibe von Kurt-Joachim Foerster


** 10% des Heftinhaltes (56 Seiten) = 5,5 Seiten sind Eigen-Reklame von FOERSTER-VERLAG GmbH Frankfurt, Foerster-Verlag Frankfurt, FV-GmbH Frankfurt, Foerster-Verlag GmbH Berlin, FV GMBH Berlin ...


**** 40% des Heftinhaltes ist Bebilderung. Darunter zahllose Modelle/Aufnahmen,  des US-amerikanischen COLT-Studio von Jim French, bei denen ein Moiré-Effekt erkennbar ist, der entsteht, wenn ein bereits gedrucktes (gerastertes) Foto kopiert und dabei für den Nachdruck notwendigerweise erneut gerastert werden muss.

Aktuell - - - für Schwule???

ZDF-Traumschiff: " ... Traurig nahmen wir von seinem Traumschiff Abschied, aber jetzt kommt Wolfgang Rademann, Produzent dieser erfolgreichen Sendung, mit einem neuen Bildschirm-Bonbon "Schöne Ferien" ... Sascha Hehn ist diesmal leider nicht mit von der Partie .. "

Hongkong: "Neues aus Kowloon bietet Shooper's Paradies ... Hemden und Anzüge nach Mass, auserlesene Stoffe ... Wir haben es getestet und sind in jeder Hinsicht zufrieden."

Magnetsocken: "... Der holländische Naturheiler ... hat Magnetsocken erfunden ... sie wirken auf die Fussreflexzonen und laden die Körperflüssigkeit auf ... "

Kokain, nein danke: " ... Verteufeln wollen wir nicht, aber ... eindrücklich warnen. Nicht nur vor Rauschgiften, sondern auch vor Alkohol- und Tablettenmissbrauch, damit wir uns auch gesund mit der nächsten DON-Ausgabe, die am letzten Freitag im Oktober beim Zeitschriftenhändler ist, gesund wiedertreffen können."



Die einzigen beiden interessanten Beiträge in dieser ersten DON-Ausgabe unter der Regie von Kurt-Joachim Foerster sind jener über Pädophilie (ein aus heutiger Sicht höchst fragwürdige Darstellung; ohne Nennung des Autors; siehe auch Foersters publzistisches Engagement für pädophile Männer) und ein ausführliches Interview mit ROB Amsterdam über seine Art-Galerie und seinen Shop in Sachen Leder-Fetisch.

Montag, 28. April 2014

DON - The German Gay Magazine 1984 (2-Monats-Heft 5/6)


Die erste Doppelnummer * , DON Mai/Juni 1984, erscheint im Mai 1984 im Verlag Henry Ferling, Darmstadt. Die Redaktionsleitung mit Dorin Popa sitzt in Herrsching am Ammersee.

* "Wegen möglicher Druckterminausfälle ... zur Gewährung der lange schon notwendigen Urlaubspause für die Redaktion ..."
Tatsächlich ist es das Ende von DONs monatlicher Erscheinungsweise.


"Männlichkeit. Wenn Schwule träumen, hat meist einer die Finger drin. Mit seinen männlichen Mackern in Leder, Jeans und T-Shirt, Schnauzer klein und Pimmel gross, berherrscht Tom of Finland nun schon über ein Vierteljahrhundert die Schwulenszene ... Pornographie! freuen sich die einen, Kunst! mahnen die anderen ... 'Es darf und soll gewichst werden!' begeistert sich Finland-Freund Michael Föster [einst Redakteur und Verleger des 1983 eingegangenen TORSO] ... 'Ich finde beinahe alle meine Zeichnungen pornografisch ... sie sollen das sexuelle Gefühl stimulieren ... Das ist Pornografie, keine Kunst', unterstreicht auch Tom of Finland seine Position .... "


"Eigentlich stehen die Chancen nicht schlecht: Sollten sich SPD, FDP und GRÜNE gemeinsam dazu entschliessen können, einen Antrag auf Abschaffung des § 175 einzubringen, wäre schon viel gewonnen, die gesellschaftliche Gleichstellung Homosexueller nicht mehr in allzu weiter Ferne ... SPD-Abgeordnete, darauf angesprochen, reagieren, wie man es von Politikern nicht anders erwarten sollte: taktierend ... Der Volkspartei ... sitzt also die Angst des Stimmverlusts im Nacken ... Hans-Jochen Vogel ist nicht gerade einer der liberalsten SPD-Politiker an der Parteispitze. Und schliesslich wird gemunkelt, er sei es gewesen, der Helmut Schmidt seinerzeit das kategorische Nein [wovon Schmidt bis heute = 2014 ebenso kategorisch behauptet nichts zu wissen] eingehaucht habe ... "

Anmerkung: Die Sozialdemokraten haben in Sachen § 175 jahrzehntelang (aufs Peinlichste!) genauso gemauert, wie die konservativen Parteien CDU und CSU. Erst in Folge der deutschen Wiedervereinigung - 10 Jahre später - wurde der § 175 StGB aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Die DDR hatte 1988 beschlossen, den entsprechenden Paragraph ersatzlos zu streichen.


Der Fall des Polizeispitzels, Serienmörders (von Knaben und Jungen), Sadisten und Kannibalen Fritz Haarmann und seine unterschiedliche Darstellung in einem Film Deutschland West ("Die Zärtlichkeit der Wölfe" mit Rainer Werner Fassbinder als Darsteller und Produzent und Kurt Raab) und einer Fernsehproduktion Deutschland Ost ("Der Fall Haarmann")


Wolf Neidhart über "Kuhauge", erschienen 1984 bei Rowohlt, von Fritz J. Raddatz, in jenen Jahren Professor für Neue Deutsche Literatur an der TU Hannover und Leiter des Feuilletons der Wochenzeitung Die Zeit.


Rechte Seite unten: Die Unterschrift unter dem Kaufvertrag ** zwischen den Verlegern Henry Ferling und Kurt-Joachim Foerster von Anfang April 1984, betreffs Übertragung der beiden Magazin-Titel DON und ADAM an Foerster, ist noch nicht trocken, da erscheinen in Ferlings Noch-Objekten bereits Ramschanzeigen des Foerster Verlag, Frankfurt/Main, für sein Nackedeibilderblatt ADONIS.

** Die abenteuerlichen Umstände dieses Titel-Verkaufs werden noch Thema eines später folgenden ausführlichen Posts sein.


Im gleichen Heft erscheint Werbung für Pornographie **, verschleiert hinter den Worten "Videoproduktionen ... von internationaler Spitzenklasse" und einem schleierhaften Anbieter namens FV-GmbH in Berlin. 

Während der Leser das Porno-Angebot sehr wohl zu 'entschlüsseln' weiss, vermutet er hinter "FV-GmbH" nicht unbedingt die Foerster-Verlag GmbH (Vorläufer der Foerster Media = FMA Produktions- & Distributions GmbH) des Kurt-Joachim Foerster mit ihrem damaligen Hauptgeschäftssitz in der Berliner Keithstrasse 41-43.

** Werbung für Pornografie war damals und ist - nach § 184 Abs. 1 Ziff. 5 StGB - bis heute verboten.


"Totale Lust pauschal ist wieder angesagt! Nachdem im tristen Winter sich das Angebot auf Städtetouren und südliche Hemisphäre beschränkte, findet jetzt der Reisebetrieb der Schwulen seine Befriedigung. Von SchWesterland auf Sylt bis zu unserer Hauptstadt San Francisco reichen die Urlaubsziele, die pralle Hosen und gebräunte Haut versprechen... "

Mittwoch, 29. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 12)


DON 12/1982 erscheint im Dezember 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


offenbar muss gespart werden. In DON erscheinen - anstelle von Farbfotos - plötzlich wieder sog. Duoton- oder Duplex-Bilder - Graustufenfotos, die zusammen mit einer Schmuckfarbe gedruckt werden - wie das Magazin sie etwa zehn Jahre zuvor oft druckte.


Der Juso-Bundeskongress "fordert die SPD-Bundestagsfraktion zur Mitarbeit auf, dass im Grundgesetzt (Artikel 3) neben den dort schon erwähnten Diskriminierungsverboten die 'sexuelle Neigung' mitaufgenommen, dass der § 175 StGB ersatzlos gestrichen und jede Art von Homoregistrierung bei Polizei und anderen Behörden abgeschafft wird."

Anmerkung: Am 1. 10. 1982 wird Bundeskanzler Helmut Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvortum gestürzt. Hans-Dietrich Genscher und seine FDP hatten - nur 2 Jahre nachdem die Bürger eine rot-gelbe Koalition (zusammen 53,5%) gewählt hatten - die Seite gewechselt und von der SPD zu CDU/CSU "rübergemacht". Helmut Kohl wird Bundeskanzler.

Gay Community News: "Nach 10 Jahren aktivster Arbeit sind jetzt die Redaktions- und Vertriebsräume der homosexuellen Wochenzeitung in Boston (USA) durch Brandstiftung zerstört worden ... "

Münchens Verein für sexuelle Gleichberechtigung (VSG) "betreut auch homosexuelle Strafgefangene im bayerischen Raum ... Diesem Strafgefangenen wurden vom VSG auch Homo-Zeitschriften zugeschickt - nur erhielt er sie nicht ... Der VSG bekam ... Bescheid, die Amberger Anstalt habe die Blätter zu den Effekten des Knastinsassen genommen ... Ambergs Knastleitung konterte, der Strafgefangene habe erklärt >dass er auf die Aushändigung der Zeitschriften keinen Wert lege< ... Dem VSG liegt inzwischen eine Erklärung des Strafgefangenen vor, nach der ihm ... mitgeteilt worden sei, die ihm zugesandten Zeitschriften seien >verboten< ... Wer sich ... erinnert weiss noch, dass vor zwei Jahren Karlheinz A. Barwasser seinen Kampf um Aushändigung schwuler Zeitschriften ... gegen die Justizbehörden des Landes NRW 'gewonnen' hatte ... "

John D. Stamford, "der Herausgeber des 'Spartacus International Gay Guides', läutete die Sturmglocken. >Piraten sind am Werk< ... sie machen Raubdrucke vom 'Spartacus' und verkaufen sie unter Preis. Als Sitz dieser Druck-Piraten hat Stamford den berüchtigten Londoner Stadtteil Soho ausfindig gemacht ... "

Für Interessenten: Die GANZE Geschichte (in 7 Teilen) vom SPARTACUS International Gay Guide, von seinem Gründer John D. Stamford und wie Bruno Gmünder das Schnäppchen seines Lebens machte:
1. Teil: Die GANZE Geschichte vom SPARTACUS, von seinem Gründer John D. Stamford und ...
2. Teil: Die GANZE Geschichte ...
3. Teil: Die GANZE Geschichte ...
4. Teil: Die GANZE Geschichte ...
5. Teil: Die GANZE Geschichte ...
6. Teil: Die GANZE Geschichte ...
Fazit: Bruno Gmünder, John D. Stamford und der Spartacus ...


"DON-Verleger Henry Ferling hatte Hans-Georg Behrs mit 'Ein Herz für Schwule' überschriebene Ironie-Geschichte bei der Lektüre des Magazins 'Titanic' so lustig gefunden, dass er spontan beschloss, sie - mit Genehmigung des Autors - in den September-DON zu übernehmen. Kleine Seitenhiebe, meinte er, würden die schwulen Leser schon vertragen können, soviel Selbstironie brächten sie auf. Dem war nicht so, wie wir durch Leserzuschriften belegen können. Viele hielten die Behr-Story für eine 'echte Verarschung'. Als DON-Autor trat Gelang auf den Plan: 'Das kann so nicht stehen bleiben", sagte er und schrieb seine köstliche Erwiderung 'Ein Herz für Normale' (vgl. DON 11). Jetzt hält DON-Autor Wenzel Böhmak den Heteros ihr Selbstverständnis vor: 'Erbarmen mit den Nullbumsern!' ruft er, wo er doch eigentlich hart, aber gerecht, mit ihrem stelzigen Männlichkeitsgehabe zu Gericht geht ... "

Sehr persönliche Anmerkung: Für den Otto Normalmensch bleibt, die läppisch niedrigen Verkaufsauflagen von Satirezeitschriften belegen das, knüppelharte Satire à la Titanic ein Buch mit sieben Siegeln. Schlimmer noch, bekommt er davon etwas zu sehen oder zu lesen, flippt er komplett aus. Insofern konnte ein in DON nachgedruckter Titanic-Artikel über Schwule nur zu Ausschlag und Erbrechen der DON-Leser führen. fröhlich


Unbedingt lesen: 'Staaten der Sehnsucht, Reisen durch Gay Amerika', Edmund White, S. Fischer, Frankfurt 1982. (White gilt als einer der wichtigsten homosexuellen Autoren des ausgehenden 20. und frühen 21. Jahrhunderts.)

Männer.Liebe. "Der Rowohlt-Verlag hat sich schon häufig um schwule Literatur verdient gemacht. Neuerdings bringt er dazu auch noch solide gemachte Lebenshilfe .. " 382 Seiten, von Matthias Frings und Elmar Kraushaar, ein 'Handbuch für Schwule und alle, die es werden wollen', ein Bestseller, der hier erstaunlich - wie nebenbei - nur kurz erwähnt wird.

Hamburg ahoi! "Über 300 Seiten 'stark' ist der jetzt im Verlag rosa Winkel, Berlin, erschienene 'schwule Lotse durch die Hansestadt' ... hat auch einen 'Sonderteil: Sylt' - trotzdem kostet ... zehn Mark. Und es macht Spass, in dem ... mit viel Liebe gemachten band zu lesen ... Geschichten und Geschichte Hamburgs ... "

Die Potenzklinik. "Für 25 Mark bekommt man vom Albino-Verlag, Berlin ... Bruce Elliot verfasste ... boshaft-komische Geschichte eines verheirateten Psychiaters, der keinen mehr hochbekommt und deshalb .... heimlich eine 'Potenzklinik' aufsucht ... seine sexuelle 'Erlösung' findet der Psychiater in den Armen eines kräftigen Hafenarbeiters ... "

Rechtsratgeber für Schwule: Recht Schwul. "Recht war bisher eher gegen als für Homosexuelle. Noch heute hält die Angst, als 'Schwule' bekannt zu werden, viele davon ab, sich zu wehren, wenn ihnen Unrecht widerfährt. Die Juristen der Gruppe 'SchwIPs', Richter und Jurastudenten, Rechts- und Staatsanwälte, rücken der Rechtsunsicherheit der Homosexuellen ... zu Leibe und zeigen ... wie man sein gutes Recht erhält ... " Verlag rosa Winkel, Berlin, DM 19,80.

Bestgehütetes Geheimnis: Sexueller Kindesmissbrauch. "Ein Buch, das sich vor unangenehmen Wahrheiten nicht scheut, ist Florence Rushs im sub rosa Frauenverlag, Berlin ... Den über 300 Seiten merkt man an: Es ist ein Buch der Frauenbewegung. Und die geht auch mit allen pädosexuellen Bestrebungen hart ins Gericht ... "


" ... war die 'Belletristik' in Halle 6 versammelt. Hierhin gehören auch die drei Homo-Verlage ... rosa Winkel, Foerster und Albino - alle interessanterweise in Berlin (West) ansässig. Egmont Fassbinder (oberes Foto rechts) ... Foerster-Verlag (Kurt-Joachim Foerster im mittleren Bild, rechts) (damals noch nicht so fett), welcher das Homo-Antiquariat Feucht (Rainer G. Feucht, Bildmitte) und den Pan-Verlag mit dem 'gay journal' zu Gast hatte. Sehr exquisit Stand und Verlag von Albino, wo die Neuerscheinung des Zarah-Leander-Buches ein besonderes Interesse fand ... "

Anmerkung: Der 1981 gegründete Bruno Gmünder Verlag („Wir sind homo, wir machen homo und wir wollen dem Homo zum Buch verhelfen.“) war nicht auf der Buchmesse vertreten.

Mittwoch, 20. November 2013

DON - The German Gay Magazine 1981 (Heft 12)


DON 12/1981 erscheint im Dezember 1981. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


Der schon mehrfach hier erwähnte Homo-Lore-Roman-Schreiber Walter Hilbrecht war in San Francisco und gibt jede Menge ordentlicher Besucher-Tipps. Allerdings auf dem Niveau eines sauber verfassten Schüleraufsatzes.

San Francisco: "Sommer und Winter - Tag und Nacht: Interessantes für jeden Geschmack" ...

Der eklatante Niveauunterschied von DON-Beiträgen - in Sprache, Stil und Intellekt (extrem schwankend zwischen 'Frau im Spiegel' und 'Frankfurter Rundschau') - wird für das Magazin zu einem echten Problem, da es die einst homogene Zielgruppe langsam aber sicher aufreibt.



Rosenstrauss "... für besondere politische Leistungen auf dem Gebiet der homosexuellen Emazipation erhält für die gesamte parlamentarische Versammlung des Europarates deren Präsident, Frau Simone Veil ... für das stetige Vorantreiben der Diskussion um ersatzlose Streichung des Sonderparagraphen 175 StGB in Bonn erhält die politische Referentin der Friedrich Naumann-Stiftung, Frau Renate Augstein-Thalacker ... für couragiertes Auftreten im Namen der homosexuellen Emanzipation erhält der nordirische Gay Jeffrey Dudgeon ... "

Buchmesse Frankfurt " ... hat gezeigt: Homo-Bücher sind von dort nicht mehr wegzudenken! Was vor Jahren noch als Wagnis angesehen wurde, hat sich inzwischen voll etabliert - die beiden grossen deutschen Homo-Buchverlage, der Foerster-Verlag und der Verlag rosa Winkel (beide Berlin) hatten dieses Jahr in Frankfurt starkfrequentierte Stände aufgeschlagen ... Kurt-Joachim Foerster bezeichnete darum diese Buchmesse ... als 'Durchbruch ins allgemeine Sortiment'. 1981 sei man erstmals weit über die bisherige 'Repräsentationsübung' hinausgedrungen ..."

Herbert Wehner, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, hat gegenüber Weisses Kreuz (Evangelischer Fachverband für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz e. V.)" ... brieflich zum Ausdruck gebracht, dass er den Zielen der Homosexuellen-Organisationen keinerlei Chancen einräume."


Im Schwulenbuchladen Sodom beschlagnahmte die Münchner Polizei Arbeitshefte für die Sekundarstufe "Prostitution, Pornographie", das Buch "Sexualität" von Prof. Ernst Bornemann, den (Kinder-Nackedei)-Fotoband "Zeig mal!" von Will McBridge und "Wider die linken Spiesser - für eine sexuelle Revolution/Ich liebe Jungs" von Peter Schult und Olaf Stüben. Beschlagnahmt wurden auch Schults Erzählung "Eiszeit", in der er seine Probleme als alternder Päderast beschreibt, und das Münchner (linke) "Blatt", das die Geschichte nachgedruckt hatte, samt Konfiszierung der Abonnentenkartei.

Bornemann, McBridge, Schult, Stüben ... waren Teil der von Alice Schwarzer (schon 1980) bezeichneten "Kinderfreunde-Connection" ("ein Netz von Wissenschaftlern und Autoren, die den Sex von Erwachsenen mit Kindern verharmlosen, ja propagieren"). Alle waren pädophil bzw. engagierten sich für Pädosex oder publizierten freizügig zum Thema. Also jenem brisanten Stoff, der im Wahlkampf des Jahres 2013 vom CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt wieder hochgekocht wurde, mit dem einzigen Ziel, den Grünen zu schaden.

Der Autor des obigen "polemischen Beitrags", Olaf Stüben, wird auch in dem SPIEGEL-Artikel "Moralische Irrfahrt" (vom 30.09.2013) erwähnt: " ... In der Zeitung arbeitete zudem der bekennende Pädosexuelle Olaf Stüben, der im November 1979 den Beitrag "Ich liebe Jungs" veröffentlichte, das "Manifest eines Pädophilen", wie die "taz" zwei Jahrzehnte später einräumte ... "


Unerträgliche 'Buchbesprechung" von Wenzel Böhmak (= Pseudonym). Der kommentiert ganz begeistert ein paar Äusserungen in Sachen Homosexualität des 'schwer rechtslastigen Hetero Franz Schönhuber' (1923-2005), die in dessen Autobiographie "ICH WAR DABEI" 1981 erschienen.

Aufgrund dieses Buches wurde Schönhuber fristlos aus dem Bayerischen Rundfunk entlassen (ihm wurde Rechtsextremismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus vorgeworfen). In Folge gründete er Die Republikaner (REP) und trat häufiger in rechtsextremen politischen Kreisen auf. Zur Bundestagswahl 2005 trat er in Dresden als Direktkandidat für die NPD an.

Geistreiche Besprechung des Romans "Zum Greifen nah" des offen schwulen, schwarzen Autors James Baldwin (1924-1987) von Ulrich Arthur Lehmann.

Urs Kent (= Johannes Werres) über den 1981 in der rororo-panther-Reihe des Rowohlt-Verlag erschienenen ersten Ratgeber von Schwulen für Menschen im Coming Out: "SCHWUL - NA UND?" von Thomas Grossmann, " ... das dem Leser Mut machen will, die eigene Sexualität ehrlich zu entdecken und offen zum Entdecken zu stehen ... ". Im Internet findet sich eine Auflagenangabe "mittlerweile sind 76.000 Exemplare im Umlauf", leider ohne ein Bezugsdatum.

"Nach den noch etwas laienhaften Versuchen von 'Brühwarm' und den leicht über die Stränge des guten Geschmacks schlagenden Darbietungen des 'Hamburger Tuntenchors' nun die professioneller werdenden Gruppen 'Trio Infernal' und 'Familie Schmidt' ... "

Letztere begann mit Corny Littmann und Gunter Schmidt als Zwei-Mann-Show. 7 Jahre später, 1988, eröffnete Littmann dann das berühmte Privattheater Schmidt Theater.

Samstag, 16. November 2013

DON - The German Gay Magazine 1981 (Heft 11)


DON 11/1981 erscheint im November 1981. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


Ihr Schlitzohren!  
"Eigentlich sollte man Euch ja zu Eurem Erfindergeist gratulieren. Erst macht ihr das DON, dann den ADAM als Zweitmonatsschrift - und jetzt finde ich den ehemaligen Pornotitel 'hom oh' als Vierteljahreszeitschrift erstmals am Kiosk (weil mir dort die Redaktionsanschrift so verdächtig vorkam, griff ich zum Telefon - und siehe da: das neue 'hom oh' ist in Wahrheit mit Eurer Bild- und Anzeigenredaktion von DON und ADAM identisch!) Hoffentlich aber habt Ihr bedacht, dass sich ausser mir auch noch andere allmählich verarscht fühlen... "

Die "Anmerkung der Redaktion" entpuppt sich - obwohl der Vorwurf des Lesers nur halb richtig ist - als ein ziemlich peinliches Drumrumgerede. Tatsächlich steht der Verleger des im Leserbrief erwähnten "hom oh", die Foto- und Presse-Studio GmbH, Postfach 700366, 6000 Frankfurt/Main 70 (= Günter Goebel), sowohl im Impressum von DON als auch in ADAM und zwar zuständig "für Bildmaterial und Kontaktanzeigen".


Wenzel Böhmak (= Pseudonym) verfasst eine mehr als krude Deutungs-Fantasie über einen Serien-Mörder im schwulen Millieu, nach dem die Münchner Polizei seit 3 Jahren ergebnislos fahndet - verpackt in einen (frei erfundenen) Homo-Krimi.


Der schwule Fotograf (Autodidakt) Olaf Stüben stellt im Berliner Prinz Eisenherz Buchladen Fotos zum Thema 'Mauerkinder' aus.

"... In England hat ein 79jähriger bereits seine 30. Schwangerschaft hinter sich! Nur bekommt er ... selber keine Kinder; sein Unterleib schwillt vielmehr jedesmal an, wenn ein weibliches Mitglied seiner familie Nachwuchs erwartet ... " Diese Scheinschwangernachricht wird mit einem fetten europäischen Pädophilen illustriert, der zwei exotische Knaben umarmt.

"Während der der jahreszeitlich bedingten Nachrichtenflaute hat ein deutsches Boulevardblatt Ende Juli >blonde deutsche Jungs als Sex-Sklaven nach USA verkauft<, eine makabre Zeitungs-Ente zur 'Saure-Gurken'-Zeit. Etwa 50 Jungen, so wusste das Blatt (hier unerwähnt: BILD!!!), würden Jahr für Jahr in Deutschland gekidnappt, um reichen Homosexuellen in den USA als Sex-Sklaven zu dienen ... "

Gauner in Frankfurt, die sich als Polizisten ausgeben, drohen einem Mann, weil der sich >zu lange< in einer öffentlichen Toilette aufgehalten habe, mit Personalfeststellung, Geldbusse und Gefängnis, lassen ihn dann aber für abgezockte 950 DM laufen. " ... Vier Tage lang brauchte der völlig verschüchterte Betrogene, ehe er sich ein herz fasste, die Sache der Polizei zu melden. Man muss sich nur fragen, wie es möglich ist, dass im Jahre 1981 jemand soviel Angst hat, eventuell als Homo angesehen zu werden und noch heute glaubt, das sei strafbar ... "

Anzeige "5 Jahre Foerster-Verlag, [des Kurt-Joachim Foerster] 3 Bücher jetzt nur DM 20 ..."
In Wikipedia beginnt die Geschichte des Foerster-Verlages mit der Gründung eines "Fotokunst"-Verlages erst im Jahr 1977 (nicht 1976).

Der Foerster-Verlag, Berlin, bewirbt einen Kalender "Knaben in der Kunst" "mit zauberhaften Motiven nach Wilhelm von Gloeden".

COQ International, Holbaek Dänemark, bewirbt seine Porno-Produkte.


Erich Lifka (Link zu DON 5/1980) macht in seiner Erzählung aus Alexander von Humboldt (ungeniert) einen sexuell aktiven Schwulen.

aus Wikipedia: " ... Mit dem Theologiestudenten Wilhelm Gabriel Wegener schloss er im Februar 1788 einen „ewigen Freundschaftsbund“. Unter anderem deswegen und weil Humboldt bis zu seinem Lebensende Junggeselle blieb, wird in einem Teil der Forschungsliteratur die Ansicht vertreten, dass Alexander von Humboldt latent homosexuell gewesen sei. So sieht zum Beispiel Bernd-Ulrich Hergemöller Anhaltspunkte für homoerotische Beziehungen nicht nur mit Wegener, sondern auch mit Israel (Johannes) Stieglitz, Johann Carl Freiesleben, dem Offizier Reinhard von Haeften sowie in Paris mit dem Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac, mit dem er vier Jahre in einer Wohnung lebte, und mit dem Maler Carl von Steuben ... "  


>Die Haut< als Film von der Regisseurin Liliana Cavani, nach Curzio Malapartes Roman >Die Haut< von 1949. " ... habe ich mir die Taschenbuchausgabe gekauft ... Schon im ersten Teil sah ich den Film, den ich machen wollte, vor mir. Neapel, wie es von den Allierten befreit wurde, wurde für mich lebendig. Es ist eine herrliche Geschichte, die da erzählt wird, von Menschen, die zu arm sind, als etwas anderes als ihre Haut zu verkaufen ... "

"Auf deutsch-biederes Bordell-Niveau ist der >Blaue Engel< aus der Heinrich Mann-Verfilmung in Rainer-Werner Fassbinders Kino-Remake >Lola< heruntergekommen: der bekannte homosexuelle Filmemacher versetzt die Lola aus den fünfziger Jahren in die Gegenwart ... Andererseits gilt gerade diese >Lola< als das bisher einzige Film-Soziogramm der gegenwärtigen Bundesrepublik, die Fassbinder als Tummelplatz der Oberflächlichen, Amoralischen und Korrupten hinstellt ... "

Mittwoch, 6. November 2013

DON - The German Gay Magazine 1981 (Heft 8)


DON 8/1981 erscheint im August 1981. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.



"An die Verbrechen, die unter der NS-Diktatur homosexuellen Menschen angetan worden sind, erinnern die Verfasser des folgenden Aufrufs. Das bittere Wort, nach dem für die Homosexuellen das "Dritte Reich" noch nicht vorbei sei, lasse sie nicht unberührt ... "

Erstunterzeichner, s. letzter Absatz:
Farbfoto rechte Seite: Mike Arlen


17.-21. Juni 1981, 19. Evangelischer Kirchentag, Hamburg, Motto "Fürchte dich nicht"

Eindrücke von der Hamburger Schwulen- und Lesbenwoche. 16. Juni 1981:  " ... das Auditorium Maximum der Uni Hamburg ... füllt sich langsam mit ungewöhnlichem, weil nicht-studentischem Publikum: schwule Männer in der Überzahl, etliche Frauen, wenig Heterosexuelle. Thema des Abends:§ 175 - Unrecht ohne Ende. Es ist unangenehm halbvoll, 'nur' 800 mögen es sein, nicht überraschend, der Kirchentag beginnt ja erst am nächsten Tag ... "


* Homos auf dem Kirchentag: Das Kreuz mit den Parteien
* Die finnische Regierung verstösst mit ihrer Behandlung von Schwulen gegen die Schlussakte der UN über Menschenrechte
* Weisses Haus dementiert US-Präsident Ronald Reagans Anti-Gay-Äusserungen
* Am 12.6.1981 eröffnet in Hamburg der schwule Buchladen "Männerschwarm"
* Norwegen berät einen Gesetzentwurf, der Diskriminierung Homosexueller strafbar machen würde
* "Mehrere Hundert schwule und lesbische Juden ... nahmen an ihrer 6. internationalen Konferenz ... in Philadelphia teil ... "
* Bekanntes katholisches Geschwafel: Die Kirche muss sich " ... mit Anstand um eine vernünftige Sinngebung des Grenzfalles Homosexualität bemühen."


Interessenten stelle ich eine lesbar grosse Bilddatei dieser Seite zur Verfügung.


Linkes Farbfoto: Manfred Rudat


So sicher wie der Hase zu Ostern, tauchte in den Homo-Publikationen der Nachkriegsjahrzehnte regelmässig das Schwulen-Idol Zarah Leander  auf. Der während der Nazi-Diktatur vom Massenmörder Hitler verehrte, umjubelte, höchstbezahlte weibliche Filmstar Nazi-Deutschlands wurde von den schwulen Schreibern ausschliesslich im Tenor hin- und hergerissener Homo-Verzückung gefeiert ... wie auch in diesem Nachruf, der ohne ein einziges kritisches Wort, dafür aber mit grossformatigen Glamourbild glänzt.

Anstelle des ebenso daherjubelnden, harmlos-unkritischen Wikipedia-Eintrages setze ich hier den Link zu einem Beitrag in DIE WELT vom 14.3.2007: Die grosse Lüge der Zarah Leander

BUECHER

Über die niemals zu irgend einer Bedeutung, geschweige denn erwähnenswerten Auflage, gelangte Modezeitschrift Der Mann:
"... Acht Seiten hat >Der Mann< diesem unserem Thema in einem Sonderheft 'Special' eingeräumt. Eine der wenigen 'normalen' Zeitschriften, die in letzter Zeit einmal objektiv, rein sachlich und vorurteilsfrei über uns, die Homosexuellen, berichtet hat."
Auf dem Titel hat >Der Mann< das Homothema dann aber lieber nicht erwähnt.

Auch Du, Cäsar... "... Der Inhalt umfasst die grossen Leitfiguren von der Antike, der Renaissance bis in die Gegenwart, von Plato, Alexander, Cäsar, Leonardo, Michelangelo, Friedrich II, Ludwig II bis Krupp, Röhm, von Cramm, Gide, Cocteau, Genet, die Thomas-Mann-Familie [!] und Gustav Gründgens."

Der Eigene "des Berliner Buchhändlers und Schriftstellers Adolf Brand (1874 - 1945) erschien erstmals im Jahre 1896 und wurde unter dem Druck des Nationalsozialismus Ende 1931 eingestellt. Nun hat der Publizist und Literaturwissenschaftler Joachim S. Hohmann (der Link führt zu DON 3/1977) dieses dokumentarische Lebenswerk ... wieder zusammengetragen und um zusätzliches Bild- und Textmaterial sowie faktenreiche Essays erweitert ... "
Erschienen im Foerster-Verlag Frankfurt/Berlin (siehe Kurt-Joachim Foerster)

Donnerstag, 8. August 2013

DON - The German Gay Magazine 1980 (Hefte 4 + 5)


* Aktion '80: Wir fordern mehr als Schutz und Duldung
* Schwarzes Leder: Männlichkeitssymbol oder Tuntenkluft?
* Sportdress und Uniform: Kein Schutz vor Männerliebe

DON 4/1980 erscheint im April 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.

Die Ausgabe enthält bereits wieder 24 ganzseitige Aktfotos, darunter auch banalste Laien-Aufnahmen, die ganzseitig 'aufgeblasen' werden, 4 Homo-Geschichten, 2 Bücher-Seiten, 6 Seiten Kontakte (tatsächlich sind es komprimiert nur 2,5 Kontakte-Seiten), immerhin noch 3 Seiten DON News und jetzt auch wieder eine Anzeige des Foerster Versand (siehe Kurt-Joachim Foerster)


Die vier grossen 'Publikumsblätter' der deutschen Homophilen-Presse (sogar 1980 noch verwenden selbstbewusste schwule Journalisten das antiquierte Wort 'homophil') haben sich zum ersten Mal zu einer grossen Aktion zusammengetan: DU & ICH, DON, gay journal und him/applaus.

Die Leser dieser vier Publikationen wollen - via Unterschriftenaktion - an die vier zum nächsten Bundestag kandidierenden Parteien 9 Forderungen stellen. Linke Seite = Forderungskatalog mit Unterschriften-Coupon u.a. mit der Hauptforderung, dass die Erkenntnisse der Sexualforschung (dreier Nachkriegsjahrzehnte) in Sachen Homosexualität erstens überhaupt einmal der breiten Öffentlichkeit vollumfänglich und verständlich bekannt gemacht werden und zweitens schnellstens Eingang finden in die Gesetzgebung.

U.a. auch "die Forderung nach Wiedergutmachung an jenen, die allein wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung zu Verfolgten der Nazi-Gesetzgebung ins KZ" gekommen sind.


Dass nach 11 Jahren, in denen mehrere schwule (mehr oder minder engagierte und aufklärerische) Publikationen am Kiosk käuflich sind und DON in den vergangenen 5 Jahren vielfältige Leseraufklärung betrieben hat, nun so ein Artikel erscheint - "Wir wollen versuchen begründete wissenschaftliche Antworten zu geben" - ist einigermassen verblüffend.


Schwule und Leder
" ... Überall auf dem Erdball gibt es Bars und Clubs, in denen dem leder, seiner Symbolik, seinen fetischistischen Begleiterscheinungen gehuldigt wird. In den teil dunkel-düsteren, teils grellbeleuchteten Bars ... dominiert das Juchten-Odeur, reizen schweisstreibende Spiele die Sinne der Beteiligten zum Zerspringen. Diese starken Männer sind in schwarzes Leder eingeklemmt von Kopf bis Fuss. Sie lieben ihre enganliegende Lederkluft ... "


* Wir zwei: Bilanz einer Beziehung
* Dreiklang: Formen der Beziehung
* Zurück nach Olympia: Kann der Sport zur Renaissance der Homoerotik beitragen?

Was ich glaubte, überwunden und abgehakt zu haben - nämlich Bubi-Bilder auf dem DON-Titel - wird ab Januar 1980 unter Gerd Talis wiederbelebt.

DON 5/1980 erscheint im Mai 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


Ein ebenso exzellenter wie spannender Report über das schwule Coming out in Italien, Gewalt gegen italienische Homosexuelle, die erste Schwulen-Demo in Rom, die verkrustete Einstellung der italienischen Gesellschaft (selbst der kommunistischen Partei!) - Dank der allmächtigen katholischen Herrschaft über das ganze Land, die homofeindliche Gesetzgebung, die erste Schwulengruppe -  FUORI - in Turin ...


Vier ungeklärte Morde an Homosexuellen in München, die jeweils um die Sylvester-Zeit verübt wurden: Josef Brunner 1978, Georg Less und Gunnar Kirchmair 1979, Rudolf Wedenik 1980. DON fragt, wer zur Aufklärung dieser Fälle in irgendeiner Weise beitragen könne?


Bubis, siehe meine Bemerkung zur Titelseite.


Links unten eine Anzeige für den Sommer-Katalog des Top-Versand mit (links) dem bundesweit bekannten Callboy "Schwanzstar Dieter, Karlsruhe" (links) als Unterhosen-Model.

"Aus dem Leben eines Homos" ist eine ganz ausserordentliche Würdigung für den schwulen österreichischen Schriftsteller, Journalisten und Übersetzer Erich Lifka (auch als Theo Blankensee, Dr. Eberhard Klostermann, Georg Rotheisen, Hans Hagen, Karheinz Santner) (1924 - 2007) anlässlich des Erscheinens von >Freundesliebe - Aus dem Leben eines Homophilen< (inkl. Besprechung), erschienen 1980 im Foerster-Verlag (siehe Kurt-Joachim Foerster).

Erich Lifka, der als literarischer Autor vor allem mit Gedichten und Erzählungen hervorgetreten ist, war einer der aktivsten schwulen Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg. Zahlreiche Beiträge von ihm erschienen auch in DON und ADAM.


Lifkas Wikipedia-Eintrag (Link oben) ist informativ. Die Abbildung ist Teil eines mehrseitigen Beitrags "Mein Name ist Erich Lifka. In Moskau kennt man mich." in "Invertito - Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, 15, jg. 2013" vom Männerschwarm Verlag.

Weitere Quellen: Erich Lifka, Der Kreis
und Fundstücke bei schwulengeschichte.ch