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Donnerstag, 27. Februar 2014

DON - The German Gay Magazine 1983 (Heft 7). Talis tritt ab. Ein "Autorenteam" tritt an.


DON 7/1983 erscheint im Juli 1983.

Der Verlag Henry Ferling in Darmstadt ist wieder die für alles zuständige Anschrift. Den Inhalt gestaltet ein "Autorenteam" mit Robert Adler (= Roland Armin Adler), Michael Albert (= Jens M. A. Reimer), Andy Mueller und Gerd Talis (der nur noch aus formalen Gründen im Impressum steht).



Layout, Bildauswahl, Umbruch ... "darf" ich wieder machen.

Bei einschneidenden Veränderungen einer Zeitschrift ist es eigentlich üblich, dass der Verleger ein paar Worte dazu sagt. Umso vielsagender ist, dass Henry Ferling zur Trennung von Gerd Talis (= Gerhard Friede) kein Wort in DON verliert. Warum sich Inhalt und Layout der Juli-Nummer entscheidend vom Juni-Heft unterscheiden, kann man (auch zwischen den Zeilen) obigem Vorwort entnehmen.

Nach dem desaströsen Einbruch der DON-Verkaufsauflage (44% Verlust in drei Jahren) hatte Henry Ferling mich (Jens M. A. Reimer) händeringend gebeten, wieder die Redaktion, eine Überarbeitung der Gestaltung, das Layout und die Bildbestückung zu übernehmen. Hilfe sagte ich ihm nur für eine kurze Übergangsperiode zu, da ich bereits mit der eigenen Firma und vielen anderen Objekten aus- und überlastet war. Da ich namentlich nicht mehr im Impressum erscheinen wollte, einigten wir uns auf den Ausdruck "Autorenteam" (anstelle Redaktion / Redaktionsteam).
 

Die Leserbrief-Seiten sind unter neuer Regie - jetzt wird zurückgeschossen (vgl. Leserbrief-Anmerkungen in der Mai-Ausgabe 1983). Nun attackieren ein paar "bestellte Leserbriefe" die letzten DON-Ausgaben unter dem Redaktionsleiter Talis.

"Auf das neue redaktionelle Konzept von DON kann man wohl zu recht gespannt sein. DON scheint interessanter zu werden. Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg, obwohl es wahrscheinlich sehr schwierig sein wird, sowohl beim Verleger ein neues Konzept durchzusetzen und vor allem dem Leser das neue Image zu präsentieren. Bruno Gmünder, Verleger der Städteportrait-Reihe 'von hinten', Berlin."


"Eine Abrechnung mit Zarah Leander und ihren schwulen Verehrern anlässlich ihres 2. Todestages ... Ach Zarah! Hast Du das verdient? Und natürlich haben sich auch die Homo-Gazetten ihrer angenommen. Haben sich schier einen abgewichst. besonders hervorgetan hat sich DU & ICH. Mit 'Exklusiv-Interviews' und dem Abdruck ganzer Tourneepläne, mit Lobhudeleien über ihr Buch und grosser Ankündigung über ihr Comeback, als die alte Frau schon kaum mehr sehen konnte. Ein grosser Kübel Tränen floss durch schwule Blätter, als die Leander vor zwei Jahren in die ewigen Jagdgründe einging. In DU & ICH gleich seitenweis ... Wie soll man das eigentlich begreifen, wenn die Nachkriegs-Schwulen-Generation, also jene Homosexuellen, die das 'Tausendjährige Reich' überlebt hatten, ausgerechnet dieser Frau mit verzücktem Schleierblick zu Füssen fielen? ... Es will einem einfach nicht in den Kopf. Denn in einer Zeit, in der Homosexuelle als Volksschädlinge diffamiert und verfolgt wurden, in der sie zu Tausenden verurteilt, anschliessend in Konzentrationslager abtransportiert und dort zur Strecke gebracht wurden, in genau jenen Adolf-selig-Zeiten war die Leander ganz obenauf. Hat mitgemischt, im Sinne des Führers ... der Verklärung des 3. Reichs und dem Endsieg zuliebe ... "


Razzia bei Florenz: Von 49 festgenommenen Dirnen auf dem Strassenstrich entpuppten sich auf dem Revier 49 als Männer.

Schlüssellochperspektive: In seinem Buch >The Love You Make - an Insider's Story of the Beatles< berichtet Peter Brown, einst Assistent des Beatles-Managers Brian Epsein u.a. " ... von gleichgeschlechtlichen Aktivitäten John Lennons: Angeblich war er der Geliebte von Brian Epstein ... Lennon hätte nur zeitweilig ein Verhältnis mit Epstein gehabt, um - nach seiner Aussage - >zu sehen, wie das ist< ... Um so mehr verwundert es, wie der Gitarrist seine homosexuellen Erfahrungen selbst gewertet haben soll: >Ich habe das Experiment genossen.<"

Schwulenkartei: "Den Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus scheinen die Straftäter-Karteien keine Ruhe zu lassen. Immer wieder traktieren Sie den Innensenat mit Fragen über Speicherungsdauer, Löschungsbedingungen und Karteienverbund ... So wurde nun bekannt, dass Homosexuelle in der Sexualstraftäter-Kartei unter dem Kennzeichen >C< geführt werden ... "

Südafrika: "Die südafrikanische Eisenbahnpolizei soll 60 Männer und Frauen aus dem Dienst entlassen haben, weil sie gleichgeschlechtlich veranlagt sind ... "


< Der im Sinne der menschlichen Verfassung 'vollkommene' Johannes Gross (1932-1999), stockkonservativer Publizist und Journalist (u.a. STERN), im obigen Artikel "antischwuler Intoleranzbolzen" genannt, der als Herausgeber und Chefredakteur des STERN gerade noch verhindert wurde: "Homosexualität ist für mich etwas Minderes im Sinne des Unvollkommenen einer menschlichen Verfassung"

DON rechnet ab - mit den Illustrierten STERN, BUNTE, NEUE REVUE, QUICK, PRALINE, WOCHENEND, BRAVO ... - in Sachen schwuler Themen:
" ... Die Aufgeschlossenheit des STERN gegenüber der homosexuellen Minderheit und schwulen Themen kann gar nicht den Bach heruntergehen, denn sie hat nie existiert ... QUICK und NEUE REVUE ... greifen schwule Themen überhaupt nur auf, wenn sie einen publikumswirksamen Knüller daraus fabrizieren können. Zum Beispiel Tuntenbälle ... PRALINE ... WOCHENEND ... aber auch die Jugendzeitschrift BRAVO ... können, wenn's um Schwule geht, getrost mit dem journalistischen Niveau der BILD-Zeitung verglichen werden. Nur noch dämlicher. Die Familie Burda, ihre Mitarbeiter und Redakteure von die BUNTE ... wissen wahrscheinlich nicht einmal, wie man das Wörtchen 'schwul' buchstabiert ... In der Rückschau muss festgestellt werden: der STERN-Report >Wir sind schwul< [Oktober 1978] war nichts weiter, als ein publikumswirksamer Illu-Schocker, der den Verkauf ankurbeln sollte ... "


Am 6. März 1983 (vorgezogene Neuwahlen nach dem Seitenwechsel der FDP) wurde die Union (CDU und CSU) mit 48,8% der Stimmen stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag und Helmut Kohl Kanzler, der landauf, landab die "geistig-moralische Wende" predigte. Mit in der Regierung (wieder/natürlich/wie immer) die FDP.

" ... 'Der Spiegel' meinte, >seiner Regierungserklärung zufolge möchte Kohl so weitermachen ... mit Nichtstun und Zuwarten< ... Wir dürfen Vertrauen zu Kanzler Kohl haben, dass zumindest für uns [Schwule] auch in Zukunft nichts läuft ... Kohl würde sich wohl eher die Zunge abbeissen, als die Schwulen in den Mund zu nehmen ... Und dann wäre da auch noch die FDP. Ihre grossartigen Schwulen-Wahlparolen von 1980 hatte sie vor dem 6. März auf Sparflamme heruntergedreht. Wer da glaubt, dass die FDP in der neuen Koalition mit der Entdiskriminierung der Schwulen auch nur einen Zoll breit weiterkommt, der muss schon ein gerüttelt Mass an Gottvertrauen haben ... Wenn man die gegenwärtige politische Situation und das rechtsdriftende Klima der 'Koalition der Mitte' genau analysiert, dann muss man schon viel Naivität besitzen, um an eine Abschaffung des § 175 zu glauben ... "


Modell Laszlo, 27, Ungar, Tänzer, Go-Go-Boy, in meinem Münchner Fotostudio.


In bundesdeutschen Spitzenschwulenzirkeln sind sie bekannt, wie bunte Hunde: Der schwule Beckenskelettforscher Dr. Willhart Siegmar Schlegel und seine Werbeposaune Heinz F. S. Liehr (alias Rico de Positano, Lebensgefährte von Johannes Werres). In diesem nicht stattgefundenen DON-Gespräch [Satire!] werden die beiden einer schwulen Würdigung unterzogen.

Schlegel, Werres und Liehr wohnten ein Vierteljahrhundert lang gemeinsam unter einem Dach; in einer Villa im vornehmen Kronberg/Taunus, was mit obiger Abb. der Gartentürschilder nachgewiesen werden sollte.


Ein grossartiger Artikel von Rosa von Praunheim, entnommen dem neu erschienenen Szeneführer 'Berlin von hinten', mit freundlicher Genehmigung des Bruno Gmünder Verlag.

"Im Juli 1971 wurde Rosa von Praunheims Film >Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt< oder >Das Glück in der Toilette< beim 'Internationalen Forum des jungen Films' in Berlin uraufgeführt. Ausgehend von seinen Problemen mit sich und den Berliner Schwulen versuchte er die Verklemmungen, Ängste und Hilflosigkeit in der gesellschaft zu untersuchen. >Heute<, sagt er, >10 Jahre später, würde ich den Film viel bissiger und radikaler machen.< Desillusioniert, aber ohne Bitterkeit erzählt er von seinen Berliner Erfahrungen ... "


"Als Kind hat er Marionetten gebastelt. Er zeichnete Köpfe auf Karton, schnitt sie aus und formte sie in Ton. Als Regisseur machte er Köpfe zu den Stars seiner Filme. Groteske Gesichter, zahnlose und edle, dekadente und aufregende, unförmige und liebliche, schockierende und faszinierende Gesichter ... Aus dem Buch >Fellini's Faces< zeigen wir einige Knaben- und Männergesichter ... "

Diese Seiten habe ich zu Ehren meines Lieblings-Regisseurs, Federico Fellini, in DON hineingeschmuggelt.

Samstag, 15. Februar 2014

DON - The German Gay Magazine 1983 (Heft 4)


DON 4/1983 erscheint im April 1983. Die Redaktionsleitung hat offiziell noch Gerd Talis (Heidelberg).

Die Bildauswahl, der Umbruch und grosse Teile des Inhalts werden bereits von jenem "Autorenteam" gestaltet, das offiziell erst im Impressum des Juli-Heftes erscheint.

Siehe auch Blog-Eintrag DON 2/1983: In 3 Jahren Talis-Redaktion verlor DON 40% seiner Verkaufsauflage. Henry Ferling zieht Konsequenzen.



Fotoserie von Paul Kaethner (Melbourne/Australien)


Das Berlin-Museum "bereitet für April 1984 eine Ausstellung ... 'Homosexuelle Männer und Frauen in Berlin 1850-1950' vor ... es werden noch Zeugnisse und Dokumente über die Verfolgung der Homosexuellen während der Dritten Reiches ..."
[Anmerkung: Das >Schwule Museum Berlin&lt; wurde erst 1985 eröffnet.]

Rosa von Praunheim in 'Le Monde' über das 'neue deutsche Kino' "Welch ein grauenhafter Geschmack: Fassbinder, Wenders, Syberberg, das ist doch nichts. Herzog ist ein Faschist, Helma Sanders eine Idiotin, Schroeter unverständlich ... Ich hoffe, dass ich noch Zeit haben werde, vier oder fünf Filme zu drehen ... denn der Krieg wird bald kommen. Ich denke daran mit Vergnügen. Der Frieden langweilt die Leute ... "
[Anmerkung: Tatsächlich hat Holger Mischwitzki bis 2012 mindestens weitere 28 Filme gedreht ... tatsächlich hat er seine eigenen Werke immer grandios gefunden ... tatsächlich hat er sein Leben lang viel (Schwachsinn) dahergeredet, um die Aufmerksamheit auf sich zu lenken.]

San Francisco: "Scott Smith bekommt als hinterbliebener Freund und ehemaliger Geschäftspartner von Harvey Milk eine Sterberente vom US-Bundesstaat Kalifornien ... 1978 war er ... zusammen mit dem Bürgermeister Georg Moscone und dem Stadtrat Dan White im Rathaus ermordet worden ... "

Berliner Uni: " ... ein 'Referat für die Belange homosexueller Studenten' im AStA will der Senator [Kewenig, CDU] nicht akzeptieren. Er hat seine Bestätigung der Satzung für die TU-Studentenschaft mit der Einschränkung versehen, er könne zwar ein 'Referat für soziale Minderheiten ...' anerkennnen, nicht aber das von den Studenten geforderte 'Schwulenreferat' ... "

Sittenwidrig: "Das Langericht in Mainz hat unter Beachtung des 'Wandels in der Sexualgesinnung' das 'Wormser Urteil' aufgehoben, in dem ein Amtsrichter Geldgeschäfte zwischen zwei Homosexuellen für sittenwidrig erklärt hatte ... "

Die Universität Marburg/Lahn "hat ihren Literaturstudenten ... den Auftrag erteilt, Leben und Werk des österreichischen Schriftstellers Erich Lifka zu erforschen ... "
[Anmerkung: Erich Lifka (Link zu DON 5/1980), 1924-2007, schrieb u.a. auch für DON und ADAM]

AIDS: "Das Bundesgesundheitsblatt Nr. 12 ... weist die Ärzteschaft in einer 'Schnellinformation' auf >unbekannte Krankeitserreger als Ursache von tödlich verlaufenden Immuneffekten< hin. Besonders betroffen sind >männliche Homosexuelle, Einwanderer aus Haiti, Abhängige von Suchtmitteln und andere< ..."

[Anmerkung: Auf den News-Seiten erscheint - warum auch immer? - erstmals wieder mein Pseudonym Michael Albert, das aus meinen Anfangsjahren bei DON und ADAM stammt. Mehr dazu im Juli-Heft 1983. Siehe auch Hinweise unter der April-Titelseite]


Eine ziemlich wahre Erzählung von mir über zauberhafte und weniger zauberhafte Eigenschaften der "ragazzi und giovani, uomini und soldati". Über italienische Männer zwischen 14 und 40. Über die aus Sicht nicht nur schwuler Germanen "sogenannten Schwachmacher". Mit 14 hatte ich begonnen Italienisch zu lernen und gut dreissig Jahre lange so eine Art von Italiensucht gepflegt.

Titelfoto, Foto rechts und mehr Friedrich Hardt

Autor Wenzel Böhmak (= Pseudonym) mit einem seiner vielen kruden Meinungsbeiträge:

"Als amerikanische Missionare und kommunistische Kommissare ... in China noch keinen Einfluss hatten, da war es üblich, dass bei schönem Wetter junge und gesunde ältere Fischer, Matrosen, Bauern unbekleidet arbeiteten ... dass der Besitz eines guten Körpers ein Reichtum ist, dessen niemand sich in der Öffentlichkeit zu schämen braucht ... Durch unsere Kleidervorschriften werden heutzutage auf dem ganzen Erdball die Menschen künstlich konsumgeil gemacht ... Von China aus gesehen sind wir 'Westler' heute wieder die eigentliche 'Dritte Welt'. Mit all unseren Herzschrittmachern und künstlichen Herzen, unseren mechanischen Fortbewegungmitteln, unseren Kitsch-Luxus-Techniken, unseren Textil-Orgien bringen wir das Volk aus dem Reich der Mitte zum Lächeln ... "


Solche Serien-Zeichnungen von einem gewissen Dietmar hatte ich auch schon zuhauf für ADAM betextet und dort veröffentlicht.

Montag, 27. Januar 2014

DON - The German Gay Magazine 1982 (Heft 11)


DON 11/1982 erscheint im November 1982. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


"Drei Meisterwerke neuer Aktfotografie"
Herrlich ironisch (???) dieser Überschriftentexter. Fotos Studio VISA 2000, Breda/NL


Homo-Beziehung sittenwidrig. Zwei Freunde fahren gemeinsam in den Urlaub. Da dem einen das Geld fehlt, bekommt er es von dem anderen geliehen. Am Urlaubsort kommt es zum Zerwürfnis. Nach Rückkehr fordert der Geldgeber seine Kohle zurück, aber der Schuldner zahlt nicht. Die Sache kommt vor's Amtsgericht Worms. "Im Namen des Volkes" entscheidet Amtsrichter Schiltz: Ob Darlehen oder Schenkung, beide "Verträge" sind nichtig - wegen Sittenwidrigkeit. Denn: Die gemeinsame Reise diente dazu eine homosexuelle Beziehung zu pflegen. Das aber ist sittenwidrig ...

Frau von Praunheim. "Rosa von Praunheim hat sich wieder im Fernsehen produziert ... im TV-Kulturmagazin 'Arena' ... eine Diskussion über 'Die neuen Nackten' (wurde) zu einer Wurfbude mit verbalen Fäkalien umfunktioniert. Der schwule Filmemacher ergötzte sich an seinen wiederholten Rufen >Scheisse, Scheisse!< ... seine ... Mitstreiterin hielt dem Publikum vor, >Ihr denkt auch nur ans Ficken!< ... Praunheim ... der sich als Damen ansprechen liess (>Frau von Praunheim, bitte!<) und Helga Goetze, die sich an 'Deutschlands gesuperte Sau' ... vorstellte ... "

Schweiz. "In Zürich hat den Pfarrer Hans van der Geest seine theologische und ethische Argumentation für die gesellschaftliche Gleichbehandlung der Homosexuellen sein Amt gekostet ... "

Amtsgericht Hamburg: <Der Mieter ist grundsätzlich berechtigt, einen Lebensgefährten gleichen Geschlechts in die Wohnung aufzunehmen. Es kommt nicht darauf an, welcher Art die Lebensgemeinschaft des Mieters ist.<

Wahlkampf in Bayern. " ... Hier geht es um das Grab des jüngst verstorbenen Münchner Filmemachers Rainer Werner Fassbinder, genauer um den Platz für die Beisetzung seiner Urne. Die hat zwischen der SPD und der CSU-geführten Münchner Stadtverwaltung zu einer heftigen Kontroverse geführt ... ob Fassbinders Asche auf dem Künstlerfriedhof München-Bogenhausen einen Platz finden darf oder nicht ... (die CSU) stösst sich daran, dass auch seine Homosexualität >über München hinaus bekannt< geworden sei ... "

Hinrichtungen im Iran. "In den persischen Kleinstädten Rasht und Bakhtara sind sechs Frauen im Namen Allahs hingerichtet worden ... Der totalitäre Ayatollah ... hat am 12. Mai 1982 ... zwei weitere Homosexuelle, diesmal in Tahiz, ermorden lassen ... Seit der sogenannten islamischen Revolution mussten im Iran etwa zweihundert Schwule ihr Leben lassen ... "


"DON veröffentlicht nachstehend den Brief eines unverkennbar deutlich linksstehenden neuen Lesers, dem bisher nicht bekannt war, dass DON eine liberale Zeitschrift ist, welche durch möglichst umfassende Information und Diskussion die freie Meinungsbildung mündiger Bürger unterstützt. In diesem Sinne hat DON einen Exponenten rechtskonservativer Richtung gebeten (siehe anschliessende Seiten) zu dem Vorwurf des Berliner Linksschwulen Stellung zu nehmen, dass die Rechte sozusagen der Erbfeind der gleichgeschlechtlichen Erotik sei ... "

In dem rechtsseitigen Beitrag geht es u.a. auch um Hans Blüher


Bilder der ersten Gay Games, 28.8. - 5.9.1982 in San Francisco, USA, mit 1.350 Teilnehmern


Gay Model Guide, der 'Branchenführer für Ihn', pink-rose-Press-Verlag Hamburg (Peter Schmeding), 380 Seiten + 128seitiges Extraheft 'Gay Europe Guide', 9,80 DM.
Warum ein 'Branchenführer' Model Guide (Modell-Führer) betitelt wird, blieb mir damals wie heute verschlossen.

Ebenso bleibt mir verschlossen, was eine Buchbesprechung von Erich von Dänikens abstrusen (heterosexuellen) Fantastereien in einem Schwulenmagazin verloren hat.

Hamburg von hinten, Bruno Gmünder Verlag, 256 Seiten, 10 DM: " ... Leider merkt man diesem recht guten Reise- und Lesebuch die Eile an, in der es auf den Markt kommen musste, um dem vom Thema her gleichartigen 'Hamburg ahoi' aus dem Berliner rosa-Winkel-Verlag zuvorzukommen ... "

Rechte Seite: "Noch bis zum 5. November ist in Berlin die Ausstellung 'Streiflichter - der Mann in Licht und Schatten' zu sehen. In den neugestalteten Räumen der AHA .... zeigt sie Fotografien von Dieter Bachnick ... "
Seine 'Streiflichter' erschienen 1985 auch als Bildband bei Trifolium. Viel mehr gibt das Internet über Bachnik nicht her.



Links Titelseite der ADAM-Sonderausgabe "Anbändeln, Aufreissen, Abschleppen", zu 100% von Jens M. A. Reimer konzipiert, geschrieben und gestaltet.

"Erstmals haben dieses Jahr 'Olympische Spiele für Homosexuelle' stattgefunden ... Doch kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt ... in diesem Fall die Olympischen Komitees auf amerikanischer und internationaler Ebene. Sie wandten sich in einer bis dahin beispiellosen Hetzaktion gegen das 'Olympisch' zur Bezeichnung der Homo-Spiele ... sie würden es >für unwürdig und geschäftsschädigend< halten, dass sich die Veranstalter den Titel 'Olympiade' an die Sporthosen hängen wollten ... Tatsächlich gibt es in den USA ... seit 1950 so eine Art olympischen Titelschutz ... Damit kamen diese Begriffe in den Rang eines Markenzeichens ... "

Montag, 15. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 10)


Titel: Felipe Rose von den Village People (siehe Beitrag in DON 6/1979)

Felipe Rose ist tatsächlich indianischer Abstammung und arbeitete im Anvil, einer Gay-Bar im Greenwich Village, als er entdeckt wurde. Heute lebt er mit seinem langjährigen Lebensgefährten Charles Sadler in Richmond und führt ein Plattenlabel für Musik amerikanischer Ureinwohner, wofür er schon einige Preise bekommen hat. In der Band war er vor allem für die Choreographien maßgeblich verantwortlich. (aus Wikipedia)

DON 10/1979 erscheint im Oktober 1979.


"Mal ehrlich, lieber Leser: Wann haben Sie letztmals Ihre Nylons und Strapse übergestreift? Wann Augen, Lippen und Fingernägel angemalt? Wann Ihre lila Perücke übergestülpt und sind in das resedagrüne Tüllkleidchen geschlüpft? Was sagen Sie? Sie besitzen weder Netzstrümpfe, noch Schminktüpfchen, noch Tigerfellfummel? Dann geht es Ihnen wie mir! Und dann müssen wir uns gemeinsam mal ernsthaft überlegen, ob wir überhaupt noch richtige 'Homos' sind! ... Angesichts der ... Fummelkreationen auf der Homolulu-Demonstration in Frankfurt habe ich mich ernsthaft gefragt, ob die drei Tropfen 'grès pour homme', die ich mir täglich hinters Ohr tupfe, wirklich ausreichen, um noch als 'richtiger' Homo zu gelten ... Meine Normalität ist ja schon krankhaft! ... Bis zum Tag der Fummel-Show in Frankfurts Strassen haben die Journalisten das Homothema [Homolulu] ausnahmslos unvoreingenommen, sachlich und informativ abgehandelt. Erst als die Schwestern mit Schminke und Schlüpfer ins Spiel kamen, haben die Berichterstatter nicht mehr mitgespielt ... Alles was in gut 5 Tagen - in Richtung Öffentlichkeitsarbeit - zusammengeflickt wurde, ist in wenigen Stunden wieder zerschlagen worden ... "

Homolulu im Echo der Presse: Tendenzwende nach Fummelumzug ab 29. Juli, dokumentiert an 18 Artikeln (Tabelle), die zwischen dem 16. Juli und 3. August erschienen sind.


">Gay Is Beautiful< und >Wir sind überall< hiessen die Slogans auf T-Shirts, Plakaten und Transparenten, als Hollywoods Homosexuelle ** auf die Strasse gingen. Auf dem Santa Monica Boulevard in West-Hollywood, wegen seines hohen homosexuellen Bevölkerungsanteils im Volksmund 'Boys Town' getauft, marschierten 25.000 von ihnen, um offen homosexuelles Selbstbewusstsein zu demonstrieren ..."

** Anmerkung: Seit mehreren Ausgaben schon bezeichnet DON Schwule (stillschweigend) nicht mehr als Homophile / homophil, sondern als Homo bzw. Homosexuelle ... und streut auch öfter mal die Worte schwul / Schwule ein.


Die Überschrift "Homosexuelles Negativbild" ist verwirrend. Tatsächlich hat DON-und-ADAM-Autor Roland-Armin Adler den Film "Armee der Liebenden" von Rosa von Praunheim überaus positiv erlebt: " ... Hätte sich nicht Praunheim des doch recht schwierigen Themas angenommen, wüssten wir heute über diese bewundernswerte Befreiungsaktion nur das,  was die einschlägigen Magazine und Zeitschriften ... brachten ... Wer hatte schon die Möglichkeit, das mit eigenen Augen zu sehen, was nun dieser Film zeigt? Dass Praunheim nicht den Versuch unternommen hat, diese Gay-Bewegung zu dokumentieren ... "


Verehrerbrief an eine Disco-Gruppe
"Liebe Village People ... Meine Liebe zu Euch begann während einer Party, als ich Euren ersten Hit 'Macho Man' hörte, auf einer LP (für Jüngere = Langspielplatte), deren Coverfotos genauso aufregend waren, wie das, was aus den Rillen tönte. Als dann noch jenes 'YMCA' auf den Markt kam, das rasch seinen Einzug in die Hitparaden hielt und die erste Gerüchte über Eure homosexuelle Veranlagung auftauchten, war es vollends um mich geschehen ... "


Eine begnadete Satire: Stefan Troßbach als Zeuge einer Tischrede von Dr. jur. Emmerich Wiegand (MdBt) vor internationalen Gästen im Bonner Minderheiten-Haus zur Zehnjahresfeier des § 175, Absatz c, betreffend die Elektrophilie.


2013: Seit gut und gerne 50 Jahren agitiert die 1925 geborene Christa Meves, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, 1979 u.a. Mitherausgeberin des stramm katholischen 'Rheinischen Merkur', ursprünglich stramm evangelisch, konvertiert 1987 zum Katholizismus, selbst kinderlos (!), lärmend (manche sagen auch: hetzend), fanatisch und in haarsträubend einseitiger Beschränktheit, unter anderem (!) gegen Homosexuelle. In diesem Beitrag nennt DON sie die deutsche Anita Bryan. Während letztere mit ihrer (politischen) Kampagne gegen US-amerikanische Schwule und Lesben im Nirwana versank, verbreitet die nunmehr 88jährige Meves ihren Schwachsinn ungebrochen weiter. Dies ist der erste von mehreren DON-Beiträgen (Anlass ist ihr Homolulu-Hetzartikel im 'Rheinischen Merkur'), in denen wir uns mit dieser Frau beschäftigen.

Montag, 8. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 8)


John Travolta (*1954), Schauspieler, Sänger, Tänzer, Regisseur und Autor. Seit 2012 mal wieder im Gerede, nachdem (männliche) Masseure wg. "sexueller Übergriffe" gegen ihn klagten.

1979 fragte ihn der  PLAYBOY  
      Man behauptet, Sie würden auf Männer wie auf Frauen wirken. Halten Sie sich für einen Bi-Typ, wie es zum Beispiel James Dean und Montgomery Clift gewesen sind?
     Travolta Ich sehe mich nicht so, aber mir gefällt der Gedanke. Ich fände es ganz interessant, wenn ich sowohl bei Frauen als auch bei Männern Gefühle wecken sollte.
     PLAYBOY Sie wirken dann auch auf Homosexuelle...
     Travolta Mag sein. Aber warum soll ich jetzt sagen 'Igitt, mir wäre es lieber, wenn diese Leute nicht auf mich abfahren würden?' Soll ich mich deswegen unattraktiver machen?...

Rücktitel = Seite aus dem ersten Mini-Katalog des Top-Versand (damals noch München), der sich mit erstmals selbst produzierter Sexywäsche für Männer, speziell ausgerichtet an ein schwules Publikum richtete.


"... Im Iran werden ehemalige Schah-Anhänger hingerichtet ... Nicht nur die Tatsache dass, sondern auch die Art und Weise wie Khomeinis Männer aufräumen, wird in Presse, Funk und Fernsehen debattiert und kritisiert. Ausführlich, spaltenlang, seitenweis. An den gleichen Wänden, an denen die Anhänger eines unmenschlichen Regimes exekutiert werden, an die gleichen Wände werden auch Homosexuelle gestellt. ... weil dem Islam plötzlich die 'Perversen' gegen den Strich gehen. Auch darüber wird hierzulande hin und wieder berichtet. Meist knapp, kurz und kommentarlos. Mir ist kein einziger Bericht vor Augen und Ohren gekommen, aus dem auch nur andeutungsweise Entsetzen oder Erregung über das Abknallen homosexueller Iraner klang.
Da gibt es eine überregionale Zeitung, die sich 'Weltblatt aus München' tituliert ... die sich ungemein liberal und tolerant gibt ... die sich in unendlich vielen Berichten und Kommentaren über die Probleme von Randgruppen und Minderheiten auslässt. Ausgenommen Homosexuelle. Schwule werden von der Süddeutschen Zeitung auf die Kulturseiten oder die Seite 'Vermischtes' abgeschoben, wo man sie als Kuriosum karikiert.
Bis zu jenem Tag, da der 13. hingerichtete Homosexuelle von der ARD gemeldet wurde, hat sich dieses tolerante und verständnisvolle Weltstadtblatt einen halben Informationssatz und einen Dreizeiler abgerungen ..."


Unterschrift des Titelbildes:  Schwulengruppe sucht junge, attraktiv-reizvolle, begehrenswerte, blühende, knusprig-frische Homosexuelle. Oder solche, die es probieren wollen. Über 30 Jahre völlig zwecklos. Bitte nur Bildzuschriften (Akt oder im Slip)

"Stuttgart hat zwei schöne Schlösser und sieben schwule Bars, einen kühlen Neckar und drei warme Saunen, eine Liederhalle und eine Lesbengruppe, die Stiftskirche und die IHS, was soviel wie 'Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart' heisst. An eben dieser Gruppe möchten wir ein Exempel statuieren. Allerdings - der Fall der uns aus Stuttgart untergekommen ist, fand und findet überall in deutschen Landen statt.
Dass ältere Homosexuelle in der Subkultur mies dran sind, ist nicht neu. Dass man ihnen seitens der Schwulengruppen die Türe vor der Nase zuschlägt, ist ebenfalls nicht neu. Zahlreich sind die bedrückenden Briefe, die uns von solchen Vorkommnissen in den letzten Jahren berichteten. Wir haben das oft erwähnt, aber es mangelt uns an Fakten, um solche Fälle redaktionell aufzugreifen. Wir hätten uns nur auf die Aussagen der Abgeblitzten stützen können, und das schien uns zu unsicher und zu einseitig. Aber aus Stuttgart haben wir es nun schriftlich, mit welch fiesem Fingerspitzengefühl Schwulengruppen älteren Homosexuellen einen Korb geben ... "


Wir nehmen zu den Leserbriefen (erschienen in DU & ICH) Stellung, die Alexander Ziegler verteidigen. Hierzu ausführlich: DON 5/1979 über Alexander Ziegler, Chefredakteur DU & ICH von 1971-1979


>Armee der Liebenden< Auf drei Seiten beschäftigen wir uns mit: Rosa von Praunheims Film und Buch erweitern den homosexuellen Korizont.

" ... Rosa von Praunheims 'Armee der Liebenden' ist ein Sammelsurium, ein Durcheinander, ein chaotischer Wirrwarr, ein schwules Sodom und Gomorrha, an Information und Interessantem, an Lächerlichkeiten und Leidenschaften, an Überraschungen und Überschwang, an Porno und Phantastischem, an echtem ehrlichen Engagement, Erfolgen, Niederlagen. Es ist die Geschichte der amerikanischen Schwulenbewegung ... "


"Das Wort Hose stammt aus dem gotischen 'husa', was soviel wie 'Hülle' bedeutet ... Der Ursprung dieser Beinkleider dürfte im Orient liegen. In Europa tauchen sie erstmalig bei den Galliern und bei einigen germanischen Stämmen auf ... "
Von der geschlechtsbetonenden Schamkapsel (15. Jahrhundert) zum letzten Hosenmodeschrei 1980, der Schlabberhose aus der Kollektion von Elisabeth de Senneville.


Stefan Trossbach (Text und Zeichnung) beschäftigt sich mit der schwulen Partnersuche. "In diesem Kapitel dreht sich alles um die (Sehn)Sucht nach dem Du. In dieser Beziehung sind wir wie die Goldgräber. Selbst in den sogenannten Klappen graben wir noch nach dem kleinen Stück vom grossen (Liebes)Glück, obwohl die Gesichter der Glücklosen dort kaum zu erkennen sind ... "

Dienstag, 9. Oktober 2012

DON - The German Gay Magazine 1977 (Heft 3 bis 4)


DON 3/77 erscheint im März 1977. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976

Man beachte die Ankündigung "Lupenscharfe Buntfotos"


Vorsicht Leder: " ... noch immer ist der Homophile ein bevorzugtes Objekt für Nepper, Schlepper und Bauernfänger. Die DON-Redaktion hat es sich zur Aufgabe, bekanntgewordene Fälle ... zu veröffentlichen. Nunmehr werden wir diese Aufgabe weiter fassen ... indem wir undurchsichtige Angebote, fragwürdige Anzeigen, Prospekte und Publikationen oder uns bekannt werdende Fälle selbst auf ihren Ehrlichkeitsgehalt überprüfne und unsere Leser vom Ergebniss unterrichten ..." Im aktuellen Fall geht es um die 'internationale Organisation Interchain' aus Effretikon/Schweiz, die "passende Partner" vermittelt.

The Persian Boy "... ist der Titel von Mary Renaults Roman über Alexander den Grossen und seinen Liebhaber Bagoas. Für die vorgesehene Verfilmung suchen die Filmemacher in der amerikanischen homophilen Kultur-Zeitschrift 'after Dark' nach einem Jüngling, der die Rolle des Liebhabers übernehmen soll ... Schauspieler wie Peter O'Toole, Riochar Harries, Max von Sydnow und Michael York waren im Gespräch."

Bangkok ist 'out'. "Die Freizügigkeit Thailands, von der besonders homophile Reisende schwärmen, ist vorbei. Einer unser Fotoredakteure war am Jahresende dort und berichtete von rigorosen Massnahmen der Militärregierung und unschönen Reisevorkommnissen. Unser Fotomann: >Nicht mehr empfehlenswert!< "



" ... Der Rosa Winkel gilt heute als Symbol der internationalen 'Schwulenbewegung'. Und er wurde Titel eines Films von Dr. Christiane Schmerl (31), Peter Recht (25), und Detlef Stoffel (26), produziert von der Fakultät für Soziologie an der Universität Bielefeld ... Im ersten Teil werden die Unmenschlichkeit, das Elend und die Massenvernichtung Homosexueller während der Dritten Reiches bewusst gemacht ... Im zweiten Teil ... wird anhand von vier Beispielen die heutige Diskriminierung und Existenzbedrohung Homosexueller aufgezeigt ...

... Rechtsanwalt Otto Jänisch, Saarbrücken, der erst nach erheblichen Schwierigkeiten und einer Pressekampagne als Anwalt zugelassen wurde. Damalige Stellungnahme der saarländischen Anwaltskammer: Die etwaige Unterhaltung homosexueller Beziehungen lässt den Bewerber nicht würdig erscheinen, den Beruf eines Rechtsanwalts auszuüben ...

... Werner Janik, Mitglied einer Bonner 'schwulen Emanzipationsgruppe', der von zwei Gerichten verurteilt wurde, weil er sich weigerte, die Namen von Mitgliedern seiner Aktionsgruppe vor Gericht zu nennen ...

Der Schüler Olav Meyer-Sievers, den die Hamburger Polizei aus dem bett seines Freundes holte ...

Und der Lehrer Reinhard Koepp, der aus dem Westberliner Schuldienst entlassen wurde, weil er sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte und bis heute mit Berufsverbot belegt ist, obwohl Schüler und Eltern für ihn auf die Barrikaden gingen ... "

Anmerkung: DON verwendet nach wie vor und bis zum Überdruss das Wort homophil, setzt das Wort schwul in Anführungszeichen und benutzt dann (aus Versehen?) hin und wieder auch das Wort homosexuell.


Yachtkreuzfahrt von Mofalcone entlang der italienischen und jugoslawischen Adriaküste zur Insel Rab und bis Zadar. 14 Tage Halbpension DM 1175, Eigenanreise.

Kreuzen durch die griechische Inselwelt der Kykladen mit dem Hauptziel Mykonos. 14 Tage, ausser einem Abschiedsessen wird über Verpflegung nichts erwähnt, 14 Tage inkl. Linienflug ab Frankfurt DM 1800.

Als Vermittler agiert der 'DON-Reisedienst', die Postfachadresse dürfte dem einstigen DON-Inhaber und -Redakteur Günter Goebel gehören, der jetzt noch unter Bildredaktion im Impressum genannt wird.


'Neununzwanzig schwule Geschichten', Joachim S. Hohmann, Foerster-Verlag (siehe folgend Kurt-Joachim Foerster) ...
"Was dem HiFi-Hörer die Langspielplatte, ist dem Homo-Leser der neue 'Hohmann'. Ein Mini-Taschenbuch mit 29 Singels - und noch kürzer: Manche der Stories absolviert man in weniger als 90 Lesesekunden. Aber jede für sich ein erzählerisches Bravourstückchen, ein Cocktail aus Erotik, Porno und Überraschung. Trotzdem: Alle 29 zusammen hinterlassen einen selten faden Nachgeschmack. 'Schwul' steht wieder einmal für ein einzigartiges Sammelsurium von Bums, Backen, Brustnippeln, Fick, Fack und Fäkalien, Loch, Lustknaben und Latrine ... Also genau jene schwule Kollektion, die uns Homophile in den Augen anderer so sündhaft auszeichnet. Nach 29 Stoßvariationen fragt man sich unwillkürlich: Sind wir das wirklich? ... "

Prof. Dr. Dr. Joachim Stephan Hohmann, Pseudonym Angelo Leopardi, 1953-1999, Schriftsteller, Pädagoge, Soziologe, Kulturhistoriker, Lyriker und Hochschullehrer ...

Hier geht es ausschliesslich um Hohmanns schwule Aktivitäten und seine vielfältigen Publikationen zur Homosexualität und Pädophilie, also all das, was im Wikipedia-Eintrag offensichtlich ganz bewusst unter den Teppich gekehrt wird, während heterosexuell-selbstverständlich auf eine hinterbliebene "Ehefrau und vier Kinder" hingewiesen wird.

Denn Hohmann war nicht nur Chefredakteur des schwulen Magazins MANN (um 1978) --- Mitarbeiter und Autor zahlloser Beiträge in schwulen Publikationen (rechts "unter uns", Vorläufer von ADAM unter uns, Ausgabe Mai/Juni 1977) --- einer der wichtigsten Autoren des schwulen Foerster Verlag des Kurt-Joachim Foerster ("einer seiner ältesten Freunde") --- Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher zu den Themen Homosexualität und Pädophilie --- sowie - als Angelo Leopardi - Autor pädophiler Aufreiz-Literatur wie "Das Knaben-Brevier" oder "Der Lieblingsschüler, Billy the Kid und andere Boy-Stories", aber bspw. auch das "Handbuch der schwulen Lust".

In DON-Ausgaben werden u.a. vorgestellt und kommentiert "Homosexualität & Subkultur", 1976, Andreas Achenbach (DON 6/1977)

"Pädophilie, Liebe mit Kindern" mit einem Hohmann-Nachwort aus der Sicht des Pädagogen: "... So liegt es beinahe ausschliesslich am Pädophilen selbst, ob er das Vorurteil vom reifen Lustmolch einlöst oder sich als ehrlicher Pädophiler, als Freund und Beschützer der Kinder erweist ..." (DON 4/1979)


"Mein Lesebuch", 1979, Foerster (DON 7/1980)

"Der Eigene", 1981, Reprint, Foerster (DON 8/1981)

"Entstellte Engel, Homosexuelle schreiben", 1983, Fischer TB (DON 5/1983) ...


DON 4/77 erscheint im April 1977. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


"Lieber Leser! Der Emanzipationskessel kocht. Nicht mehr auf Sparflamme, denn jetzt wird eingeheizt. Jetzt wird Dampf gemacht. So weit - so gut. Wer aber denkt darüber nach, ob dieser Kessel nicht einmal überkochen und uns allen um die Ohren fliegen könnte? Wer darf denn den Dreck hinterher zusammenkehren, den beispielsweise ein gewisser Holger Mischwitzky ausstreut? Dieser - bekannter unter dem Namen Rosa von Praunheim - brachte unter dem Titel 'Sex und Karriere' eine illustrierte Autobiographie heraus. Darin greift Holger, Rosa oder wie immer Sie wollen, bekannt für geniale, originelle, provozierende und kitschigschöne Kreativität, ins Vollsaftige. Das beginnt bei der detaillierten Beschreibung seiner Hämorrhoiden und endet längst nicht beim Faustfick. Werner Schroeter, sein Rivale um den Titel der 'Queen of Underground' dazu im SPIEGEL: 'Leider werden viele traurige deutsche Bücherwürmer das bunte und oft groteske Werk wie einen lecken Eimer Scheisse fallen lassen, denn hier mischen sich Gestank und Blütenduft wie selten einmal' ... 
Ich frage mich nur, ob sich alle Homophilen den Rosa-Stöpsel aufpfropfen lassen, so ganz widerstandslos? him applaus präsentiert Rosa in seiner März-Ausgabe mit dessen Busenfreund Peggy beim Show-Fick (Unanständiges sauber durchgestrichen). du und ich druckt in seiner März-Ausgabe zwei geil triefende Seiten aus dem neuen Praunheim-Schocker ab, um dann, noch etwas benommen von den deftigen Details, zu kommentieren: 'Trotzdem, lieber Rosa, etwas weniger wäre mehr' ... 
Unbestritten scheint mir die Tendenz - und die ist menschenverachtend. Rosa, Robin Hood der Verfolgten und Unterdrückten? Rosa, Bombe auf's Establishment? Rosa - uns Vorbild? 
Ich habe vor mir die verzweifelten Zeilen eines 16-jährigen zu liegen, die Briefe eines wegen Homosexualität gekündigten Angestellten und eines 34-jährigen, der sich nach einem Menschen sehnt. Wann beginnen für sie rosa Zeiten? Herzlichst Ihr Jens"

Sehr persönliche Anmerkung: "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt", halte ich für die einzige emanzipatorische schwule Leistung des Rosa Holger Mischwitzky von Praunheim. Der Rest war ist und bleibt - für mich - ein publizitätsgeiler, narzistischer, sich selbstbefriedigender Kreativ-Dilettant, der ohne seine spezielle sexuelle Orientierung als harmlos-mittelmässiger Knallkopf ntergegangen wäre.


"Vor genau vierzig Jahren (=1937) erschien im Eher-Verlag (Zentralverlag der NSDAP) ein Buch des Chefredakteurs der berüchtigten Wochenschrift der SS >Das Schwarze Korps<, Gunter d'Alquen, mit dem Titel >Auf Hieb und Stich<. Zur Erinnerung an die grausame Ideologie jener Zeit zitieren wir heute aus den Seiten ab 164 ..."



Durch den schwulen Kakao gezogen werden:
Johannes Werres

Fridman Meysenburg, der im Februar-Heft von SPONTAN die Frage stellt (und selbstverständlich beantwortet) "Wollen Schwule das lesen?"

Die homosexuellen Aktionsgruppen Süddeutschlands mit ihrer Publikation EMANZIPATION, die "freien Klappenverkehr" forderten (grundgesetzlich verbriefte Rechte auch um und in öffentlichen Toiletten)

Alexander Ziegler, "... Lockenschopf, Schauspieler und Chefredakteur, kämpft in seiner Zeitschrift du und ich nicht nur für die Homosexuellen, sondern auch für den schweizerischen Uhrenumsatz..."