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Montag, 15. Juli 2013
DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 10)
Titel: Felipe Rose von den Village People (siehe Beitrag in DON 6/1979)
Felipe Rose ist tatsächlich indianischer Abstammung und arbeitete im Anvil, einer Gay-Bar im Greenwich Village, als er entdeckt wurde. Heute lebt er mit seinem langjährigen Lebensgefährten Charles Sadler in Richmond und führt ein Plattenlabel für Musik amerikanischer Ureinwohner, wofür er schon einige Preise bekommen hat. In der Band war er vor allem für die Choreographien maßgeblich verantwortlich. (aus Wikipedia)
DON 10/1979 erscheint im Oktober 1979.
"Mal ehrlich, lieber Leser: Wann haben Sie letztmals Ihre Nylons und Strapse übergestreift? Wann Augen, Lippen und Fingernägel angemalt? Wann Ihre lila Perücke übergestülpt und sind in das resedagrüne Tüllkleidchen geschlüpft? Was sagen Sie? Sie besitzen weder Netzstrümpfe, noch Schminktüpfchen, noch Tigerfellfummel? Dann geht es Ihnen wie mir! Und dann müssen wir uns gemeinsam mal ernsthaft überlegen, ob wir überhaupt noch richtige 'Homos' sind! ... Angesichts der ... Fummelkreationen auf der Homolulu-Demonstration in Frankfurt habe ich mich ernsthaft gefragt, ob die drei Tropfen 'grès pour homme', die ich mir täglich hinters Ohr tupfe, wirklich ausreichen, um noch als 'richtiger' Homo zu gelten ... Meine Normalität ist ja schon krankhaft! ... Bis zum Tag der Fummel-Show in Frankfurts Strassen haben die Journalisten das Homothema [Homolulu] ausnahmslos unvoreingenommen, sachlich und informativ abgehandelt. Erst als die Schwestern mit Schminke und Schlüpfer ins Spiel kamen, haben die Berichterstatter nicht mehr mitgespielt ... Alles was in gut 5 Tagen - in Richtung Öffentlichkeitsarbeit - zusammengeflickt wurde, ist in wenigen Stunden wieder zerschlagen worden ... "
Homolulu im Echo der Presse: Tendenzwende nach Fummelumzug ab 29. Juli, dokumentiert an 18 Artikeln (Tabelle), die zwischen dem 16. Juli und 3. August erschienen sind.
">Gay Is Beautiful< und >Wir sind überall< hiessen die Slogans auf T-Shirts, Plakaten und Transparenten, als Hollywoods Homosexuelle ** auf die Strasse gingen. Auf dem Santa Monica Boulevard in West-Hollywood, wegen seines hohen homosexuellen Bevölkerungsanteils im Volksmund 'Boys Town' getauft, marschierten 25.000 von ihnen, um offen homosexuelles Selbstbewusstsein zu demonstrieren ..."
** Anmerkung: Seit mehreren Ausgaben schon bezeichnet DON Schwule (stillschweigend) nicht mehr als Homophile / homophil, sondern als Homo bzw. Homosexuelle ... und streut auch öfter mal die Worte schwul / Schwule ein.
Die Überschrift "Homosexuelles Negativbild" ist verwirrend. Tatsächlich hat DON-und-ADAM-Autor Roland-Armin Adler den Film "Armee der Liebenden" von Rosa von Praunheim überaus positiv erlebt: " ... Hätte sich nicht Praunheim des doch recht schwierigen Themas angenommen, wüssten wir heute über diese bewundernswerte Befreiungsaktion nur das, was die einschlägigen Magazine und Zeitschriften ... brachten ... Wer hatte schon die Möglichkeit, das mit eigenen Augen zu sehen, was nun dieser Film zeigt? Dass Praunheim nicht den Versuch unternommen hat, diese Gay-Bewegung zu dokumentieren ... "
Verehrerbrief an eine Disco-Gruppe
"Liebe Village People ... Meine Liebe zu Euch begann während einer Party, als ich Euren ersten Hit 'Macho Man' hörte, auf einer LP (für Jüngere = Langspielplatte), deren Coverfotos genauso aufregend waren, wie das, was aus den Rillen tönte. Als dann noch jenes 'YMCA' auf den Markt kam, das rasch seinen Einzug in die Hitparaden hielt und die erste Gerüchte über Eure homosexuelle Veranlagung auftauchten, war es vollends um mich geschehen ... "
Eine begnadete Satire: Stefan Troßbach als Zeuge einer Tischrede von Dr. jur. Emmerich Wiegand (MdBt) vor internationalen Gästen im Bonner Minderheiten-Haus zur Zehnjahresfeier des § 175, Absatz c, betreffend die Elektrophilie.
2013: Seit gut und gerne 50 Jahren agitiert die 1925 geborene Christa Meves, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, 1979 u.a. Mitherausgeberin des stramm katholischen 'Rheinischen Merkur', ursprünglich stramm evangelisch, konvertiert 1987 zum Katholizismus, selbst kinderlos (!), lärmend (manche sagen auch: hetzend), fanatisch und in haarsträubend einseitiger Beschränktheit, unter anderem (!) gegen Homosexuelle. In diesem Beitrag nennt DON sie die deutsche Anita Bryan. Während letztere mit ihrer (politischen) Kampagne gegen US-amerikanische Schwule und Lesben im Nirwana versank, verbreitet die nunmehr 88jährige Meves ihren Schwachsinn ungebrochen weiter. Dies ist der erste von mehreren DON-Beiträgen (Anlass ist ihr Homolulu-Hetzartikel im 'Rheinischen Merkur'), in denen wir uns mit dieser Frau beschäftigen.
Montag, 8. Juli 2013
DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 8)
John Travolta (*1954), Schauspieler, Sänger, Tänzer, Regisseur und Autor. Seit 2012 mal wieder im Gerede, nachdem (männliche) Masseure wg. "sexueller Übergriffe" gegen ihn klagten.
1979 fragte ihn der PLAYBOY
Man behauptet, Sie würden auf Männer wie auf Frauen wirken. Halten Sie sich für einen Bi-Typ, wie es zum Beispiel James Dean und Montgomery Clift gewesen sind?
Travolta Ich sehe mich nicht so, aber mir gefällt der Gedanke. Ich fände es ganz interessant, wenn ich sowohl bei Frauen als auch bei Männern Gefühle wecken sollte.
PLAYBOY Sie wirken dann auch auf Homosexuelle...
Travolta Mag sein. Aber warum soll ich jetzt sagen 'Igitt, mir wäre es lieber, wenn diese Leute nicht auf mich abfahren würden?' Soll ich mich deswegen unattraktiver machen?...
Rücktitel = Seite aus dem ersten Mini-Katalog des Top-Versand (damals noch München), der sich mit erstmals selbst produzierter Sexywäsche für Männer, speziell ausgerichtet an ein schwules Publikum richtete.
"... Im Iran werden ehemalige Schah-Anhänger hingerichtet ... Nicht nur die Tatsache dass, sondern auch die Art und Weise wie Khomeinis Männer aufräumen, wird in Presse, Funk und Fernsehen debattiert und kritisiert. Ausführlich, spaltenlang, seitenweis. An den gleichen Wänden, an denen die Anhänger eines unmenschlichen Regimes exekutiert werden, an die gleichen Wände werden auch Homosexuelle gestellt. ... weil dem Islam plötzlich die 'Perversen' gegen den Strich gehen. Auch darüber wird hierzulande hin und wieder berichtet. Meist knapp, kurz und kommentarlos. Mir ist kein einziger Bericht vor Augen und Ohren gekommen, aus dem auch nur andeutungsweise Entsetzen oder Erregung über das Abknallen homosexueller Iraner klang.
Da gibt es eine überregionale Zeitung, die sich 'Weltblatt aus München' tituliert ... die sich ungemein liberal und tolerant gibt ... die sich in unendlich vielen Berichten und Kommentaren über die Probleme von Randgruppen und Minderheiten auslässt. Ausgenommen Homosexuelle. Schwule werden von der Süddeutschen Zeitung auf die Kulturseiten oder die Seite 'Vermischtes' abgeschoben, wo man sie als Kuriosum karikiert.
Bis zu jenem Tag, da der 13. hingerichtete Homosexuelle von der ARD gemeldet wurde, hat sich dieses tolerante und verständnisvolle Weltstadtblatt einen halben Informationssatz und einen Dreizeiler abgerungen ..."
Unterschrift des Titelbildes: Schwulengruppe sucht junge, attraktiv-reizvolle, begehrenswerte, blühende, knusprig-frische Homosexuelle. Oder solche, die es probieren wollen. Über 30 Jahre völlig zwecklos. Bitte nur Bildzuschriften (Akt oder im Slip)
"Stuttgart hat zwei schöne Schlösser und sieben schwule Bars, einen kühlen Neckar und drei warme Saunen, eine Liederhalle und eine Lesbengruppe, die Stiftskirche und die IHS, was soviel wie 'Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart' heisst. An eben dieser Gruppe möchten wir ein Exempel statuieren. Allerdings - der Fall der uns aus Stuttgart untergekommen ist, fand und findet überall in deutschen Landen statt.
Dass ältere Homosexuelle in der Subkultur mies dran sind, ist nicht neu. Dass man ihnen seitens der Schwulengruppen die Türe vor der Nase zuschlägt, ist ebenfalls nicht neu. Zahlreich sind die bedrückenden Briefe, die uns von solchen Vorkommnissen in den letzten Jahren berichteten. Wir haben das oft erwähnt, aber es mangelt uns an Fakten, um solche Fälle redaktionell aufzugreifen. Wir hätten uns nur auf die Aussagen der Abgeblitzten stützen können, und das schien uns zu unsicher und zu einseitig. Aber aus Stuttgart haben wir es nun schriftlich, mit welch fiesem Fingerspitzengefühl Schwulengruppen älteren Homosexuellen einen Korb geben ... "
Wir nehmen zu den Leserbriefen (erschienen in DU & ICH) Stellung, die Alexander Ziegler verteidigen. Hierzu ausführlich: DON 5/1979 über Alexander Ziegler, Chefredakteur DU & ICH von 1971-1979
>Armee der Liebenden< Auf drei Seiten beschäftigen wir uns mit: Rosa von Praunheims Film und Buch erweitern den homosexuellen Korizont.
" ... Rosa von Praunheims 'Armee der Liebenden' ist ein Sammelsurium, ein Durcheinander, ein chaotischer Wirrwarr, ein schwules Sodom und Gomorrha, an Information und Interessantem, an Lächerlichkeiten und Leidenschaften, an Überraschungen und Überschwang, an Porno und Phantastischem, an echtem ehrlichen Engagement, Erfolgen, Niederlagen. Es ist die Geschichte der amerikanischen Schwulenbewegung ... "
"Das Wort Hose stammt aus dem gotischen 'husa', was soviel wie 'Hülle' bedeutet ... Der Ursprung dieser Beinkleider dürfte im Orient liegen. In Europa tauchen sie erstmalig bei den Galliern und bei einigen germanischen Stämmen auf ... "
Von der geschlechtsbetonenden Schamkapsel (15. Jahrhundert) zum letzten Hosenmodeschrei 1980, der Schlabberhose aus der Kollektion von Elisabeth de Senneville.
Stefan Trossbach (Text und Zeichnung) beschäftigt sich mit der schwulen Partnersuche. "In diesem Kapitel dreht sich alles um die (Sehn)Sucht nach dem Du. In dieser Beziehung sind wir wie die Goldgräber. Selbst in den sogenannten Klappen graben wir noch nach dem kleinen Stück vom grossen (Liebes)Glück, obwohl die Gesichter der Glücklosen dort kaum zu erkennen sind ... "
Montag, 24. Juni 2013
DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 6)
DON 6/1979 erscheint im Juni 1979.
"Mr. Schweiz" (Luigi Z.) fotografiert von Jens M. A. Reimer
"Lieber junger Mann! Sexuelle Startschwierigkeiten haben viele. Bei uns jedoch dauert es manchmal etwas länger, bis wir im öffentlichen Verkehr zurechtfinden. Besonders deshalb, weil unsere Fahrtrichtung eine andere ist. Daran muss man sich selbst (und die anderen) gewöhnen. Ich möchte Dir helfen, Dich mit Deiner (sexuellen) Orientierung durchzufinden. Auf die lustige Tour ... "
Text und Zeichnungen Stefan Trossbach.
DON beschäftigt sich mit dem geradezu explosiven Sympathie-Boom den SPD und FDP 1969 bei schwulen Wählern verzeichnen.
"... Hin und wieder melden sich Homosexuelle aus der DDR bei DON mit der Bitte, ihnen Brieffreundschaften zu vermitteln. Eigene, gesicherte Erkenntnisse darüber, wie die Situation der Homos in der DDR wirklich aussieht haben wir nicht. Fest steht, dass ihre Möglichkeiten, zusammenzutreffen (Lokalitäten) stark beschnitten sind, dass sie sich nicht organisieren dürfen, um ihre Anliegen zu vertreten, und dass sie natürlich auch keine eigene Presse besitzen. Die Einfuhr von Zeitschriften wie DON in die DDR ist verboten. Fest steht auch, dass die Bürger des 'Arbeiter- und Bauernstaates', sofern es sich um Homosexuelle handelt, eine unbändige Angst davor haben, sich in Briefen an uns richtig zu offenbaren. Es kommt vor ... dass ein Schreiben in zwei Teilen und Umschlägen (ohne Absenderangabe) hier eingeht, und später dann eine Ansichtskarte mit der Adresse folgt. Ebenso schwierig gestaltet sich unsere Verbindung zu einem Ost-Berliner, den wir gebeten hatten, für unsere Leser einen Situationsbericht von 'drüben' zu schreiben ... "
"Eine homosexuelle ** Popgruppe an der Spitze der amerikanischen Hitparade? Noch vor drei, vier Jahren hätte so etwas im puritanischen Land der unbegrenzten Möglichkeiten lediglich in den Romanen eines Schriftstellers mit blühender Phantasie statfinden können. Doch heute ist es eine Tatsache, denn die sechs jungen Männer von Village People entstammen ... "
Village People, Gründung 1977, Auflösung 1986, verkauften weltweit mehr als 65 Millionen Alben und Singles, Markenzeichen der für eine schwule Zielgruppe gecasteten Band sind neben den eingängigen Melodien die Kostüme, durch welche die Bandmitglieder maskuline Stereotype verkörpern ... D.h. nicht alle Sänger waren schwul!
** „Obwohl sich die Gruppe nie selbst als schwul identifiziert hat, war doch ihre primäre Zielgruppe eindeutig ein schwules Publikum. Sie setzte die Interessen, die kodierte Sprache und die Ikonografie der schwulen Subkultur erfolgreich in eine Musik um, welche in den Mainstream-Pop gelangte.
Weil die Bedeutungen und Zweideutigkeiten der Texte und der mit der Gruppe verbundenen Kostüme dem allgemeinen Publikum weitgehend unbekannt waren, erfreute sich das schwule Publikum nicht nur der Musik um ihrer selbst Willen, sondern genoss auch, dass ein Mainstream-Publikum unwissend subkulturelle Werte und Bilder umarmte.“
Weil die Bedeutungen und Zweideutigkeiten der Texte und der mit der Gruppe verbundenen Kostüme dem allgemeinen Publikum weitgehend unbekannt waren, erfreute sich das schwule Publikum nicht nur der Musik um ihrer selbst Willen, sondern genoss auch, dass ein Mainstream-Publikum unwissend subkulturelle Werte und Bilder umarmte.“
– Robert Kellerman: glbtq.com
Zwei von 6 DON-News-Seiten:
Interview mit Klaus Kinski. STERN: In Ihrer gerade erschienenen Bildbiographie sagen Sie, Sie hätten es nie nötig gehabt, sich von Regisseuren wie Pasolini oder Visconti in den Arsch ficken zu lassen, damit Ihr Gesicht auf der Leinwand erscheint. KINSKI: Ja, dazu stehe ich.
Nachtrag dazu (aus Focus) vom Januar 2013: Jahrelang musste Pola Kinski das Martyrium ihres Vaters aushalten. Er vergewaltigte und missbrauchte sie. So jedenfalls hat Pola das in ihrem Buch „Kindermund“ veröffentlicht.
Adolf Zannini, 22, missbraucht einen 12- und einen 14jährigen und ermordet beide. Den Fall übernimmt der bekannte Münchner Rechtsanwalt Rolf Bossi, der schon den vierfachen Knabenmörder Jürgen Bartsch verteidigt hat.
Vor dem mit 1 Milliarde DM Baukosten teuersten Gebäude der Bundesrepublik, dem ICC - Internationale Congress Centrum Berlin - eröffnet am 2.4.1979, wird die Plastik 'Alexander vor Ectabana' von dem berühmten Bildhauer Jean Ipouste aufgestellt, die Alexander den Großen darstellt.
Sonntag, 12. Mai 2013
DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 2)
DON erscheint jetzt im sechsten Jahr im Verlag des Henry Ferling, Darmstadt.
Titelfoto und Seite 2 (unten) Gambera, Sizilien
DON 2/79 erscheint im Februar 1979. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976
Udo Lindenberg [32] strickt plötzlich die schwule Masche und das geht so:
"Na und? Ich saß im Café, ich wollt' 'n Text schreiben doch fiel mir überhaupt nichts ein und plötzlich kamst du und sagtest: zu zweit geht es besser, du würdest mir behilflich sein. Es machte 'klick' und wir verstanden uns prima und später zogen wir durch die Gegend, es war ein wildes und tolles Klima, wir mochten uns sehr - immer mehr. Ey, irgendwie lieb' ich dich sehr! Plötzlich denk' ich, Moment mal und da wurde mir klar, dass du ein Junge warst! Und jetzt war erst mal wieder alles ganz anders, ich war sehr irritiert, weil sowas mir als altem Mädchen-Aufreisser äusserst selten passiert. Ich stand da wie ein Spiesser, der sich Sorgen um seine Keuschheit macht und du sagtest: Es geht hier doch nicht um 'ne schnelle sexuelle Nacht. Wir wurden Freunde - immer mehr und du erzähltest, dass es manchmal so schwer wär, dass sich viele Schwule immer noch verstecken auf dem Männer-Pissoir und der Pöbel sagt: Weg damit! wie das damals schon bei den Nazis war. Wir mochten uns sehr - immer mehr und ich sagte: Ey, irgendwie lieb' ich dich sehr, plötzlich denk' ich, Moment mal und da wurde mir erst klar, dass du ein Junge warst! ... na und?"
Udo Lindenberg - schwuler Emanzipationsheld oder nur ein Hedwig-Courths-Mahler-Anfall des Rockmusikers? Ich fand's schon damals schlimm ...
Die "Titelstory" - 32 mutige Männer bekennen in DON: Wir sind normal!
Die Zitate sind alle frei erfunden. Entstehende Ähnlichkeiten mit den Schwulen-Zitaten im STERN 41/1978 sind beabsichtigt.
Die Schwulen-Äusserungen im STERN-Beitrag WIR SIND SCHWUL, übertragen auf heterosexuelle Männer, zeigen den ganzen Irrsinn der (damaligen) Einstellung zu homosexuellen Menschen. Drei Beispiele:
Axel Caesar Springer, Großverleger, Hamburg: Die meisten Normalen passen sich doch nur an, um keine Nachteile zu haben. Wenn jetzt meine Mitarbeiter erfahren, dass ich normal bin und mir kündigen, suche ich mir eben einen neuen Job.
Josef Ertl. Bauernminister, Bonn: Als die Bauern erfuhren, dass ich normal bin, reagierten sie wie auf einen Marsmenschen. Jetzt wird mein Normalsein 'toleriert', nämlich totgeschwiegen.
Gunther Sachs, Playboy, z.Zt. Bahamas: Normalsein ist keine Krankheit, sie wird nur von den Unnormalen dazu gemacht. Weil ich normal bin, wurde mir an einem katholischen Mädchenpensionat die Anstellung verweigert.
Eine himmlische Milieu-Studie von Stefan Troßbach, auf das (damalige) verschwuchtelt-schwule Le petit Café und seine Gäste in der Münchner Marienstrasse 2, unter Leitung des männlichen Originals 'Mienchen' (richtig wohl Hermine), einst Treffpunkt für Szenegrößen wie Freddie Mercury und Rainer Werner Fassbinder ...
Montag, 29. April 2013
DON - The German Gay Magazine 1978 (Heft 12)
DON 12/78 erscheint im Dezember 1978. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976
Schwule Satire zum STERN-Titel "Wir sind schwul": 682 Männer bekennen öffentlich, dass sie homosexuell sind (vgl. Vorwort DON 11/1978). Zeichnungen Stefan Troßbach, Texte Reimer.
Dieser Leserbrief - Homopresse züchtet Angst-Homos - ist der Beginn auch unserer Auseinandersetzung mit den "ungewöhnlichen journalistischen Praktiken" des Alexander Ziegler in DU & ICH:
Von DON-Autor Stefan Trossbach, frei nach Edgar Allen Poe. Fotos Jean-Daniel Cadinot.
"Mit Grauen erinnern wir uns des Dritten Rechs. Damals - im Oktober 1934 - als die Gestapo im Auftrage Himmlers die Weisung erliess, alle Homosexuellen in Listen zu erfassen, begann das grösste Homo-Pogrom der Neuzeit. Heute, 45 Jahre später, gibt es zwar keine ähnliche Weisung, aber immer wieder tauchen Vermutungen auf, dass die Organe der Exekutive Homosexuelle in Listen erfassen ... Vorwürfe, Dementis, Behauptungen, Widerlegungen ... Das Fazit des Spektakulums: Immer mehr Homosexuelle in der Bundesrepublik sind verunsichert. Immer mehr Homosexuelle trauen sich nicht mehr zur Polizei ... "
Vorgeschichte zu den tatsächlich in der Bundesrepublik geführten Schwulenkarteien (auch Rosa Listen)
Donnerstag, 18. April 2013
DON - The German Gay Magazine 1978 (Heft 11)
DON 11/78 erscheint im November 1978. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976
Schwule Selbstherrlichkeit 78: "... das bisschen Toleranz, das die Bevölkerung uns mittlerweile entgegenbringt, führe ich allein auf die Bemühungen der Schwulenbewegung zurück ... " Michael Janiszewski (VSG-Mitglied) im 'Fliegenpilz'
"Mit dem publizistischen Paukenschlag >Wir sind schwul< ergriff erstmals eine deutsche Zeitschrift voll Partei für die homosexuelle Minderheit. Und noch dazu die grösste: der STERN mit rund 1,4 Millionen verkauften Exemplaren. Er schrieb: 'Sie werden angepöbelt, verspottet, sie verlieren ihren Arbeitsplatz und werden vom Staat sogar bespitzelt.' Und wie einst im STERN Frauen öffentlich erklärten >Wir haben abgetrieben<, bekannten nun 682 Männer öffentlich, dass sie homosexuell sind. Mit vollem Namen, Alter und Beruf. 54 von ihnen auch mit Bild und Kommentar ... Schon fünf Wochen vor dieser Veröffentlichung hatte die DON-Redaktion Wind davon bekommen. Aber nur durch einen Zufall. Das heisst: Niemand hat uns informiert. Niemand hat von unseren Lesern Unterschriften erbeten. Niemand um unsere Beteiligung angefragt. Ich sage dies keineswegs weil wir uns etwa 'übergangen' fühlen, sondern weil es ein bezeichnendes Licht auf die derzeitige Situation der deutschen Homosexuellen wirft. Da stehen auf der einen Seite die Emanzipations-Homo- und Schwulen-Gruppen (mit denen hat der STERN das durchgezogen; die meisten der 682 sich zur Homosexualität Bekennenden dürften zu diesen Gruppen gehören), und auf der anderen Seite stehen die rund 1,2 Millionen 'gewöhnlichen Homosexuellen'. Dazwischen ist eine tiefe Kluft ... Der kritische Punkt, scheint mir, ist die Abkapselung der Schwulen von den Homosexuellen ... Mitleidig bis verächtlich schauen sie auf das 'gemeine Homovolk' herab ... "
"Das Wirken jüdischer Intellektueller, die nach Hitlers sogenannter Machtergreifung als Emigranten in Frankreich, England und den USA lebten, ist bislang schon weitgehend erforscht und beschrieben worden ... So wurde erst jetzt, im Frühjahr 1978, in der Pariser Kunst-Szene eine kleine Sensation bekannt: Das Schaffen und - in Bruchstücken - das Leben des jüdischen Malers August H., der 1934 vor der Gestapo nach Paris geflohen war und hier 25 Jahre lang ein künstlerisches Doppelleben führte. Tagsüber stand H. ... an der Place du Tertre auf dem Montmartre und pinselte für Touristen und Kunsthändler kelien Idyllen ... Nachts aber zeichnete sich H. ... sein 'Innenleben' von der Seele, seine Wünsche, Lüste und sexuellen Empfindungen. Über Jahre hinweg fertigte er Hunderte von homoerotischen, zum Teil absurden oder perversen, Zeichnungen und Aquarellen, die er vermutlich zu seinen Lebzeiten nie einem anderen Menschen gezeigt hat ... August H. wäre vermutlich auf immer vergessen geblieben, wenn nicht im März 1978 - 19 Jahre nach seinem Tode - auf einer Pariser Kunstauktion 200 Aquarelle und Zeichnungen mit ausschliesslich homoerotischen, pornographischen Themen angeboten worden wären ... gelang es dem berühmten Homofotografen Jean-Daniel Cadinot und seinem Freund Philippe de Mazière ... sämtliche Werke ... zu ersteigern ... Nach Themenkreisen geordnet erscheinen alle Werke in 6 Heften in dreimonatigem Abstand, kommentiert von Cadinot und Mazière ..."
Verfasser obigen Beitrags Georg Guhert (†), der viele Jahre den Alleinvertrieb sämtlicher Cadinot-Produkte in Deutschland, Österreich, Schweiz (und?) innehatte.
Erinnerungen an die berühmteste Putzfrau (Autor?): " ... Claire Schlichting [seit März 2015 hat sie nun endlich auch einen umfangreichen Wikipedia-Eintrag] kam am 18. Mai 1907 in Wuppertal-Elberfeld zur Welt ... mit siebzehn war Claire Soubrette, heiratete den Schauspieler Herbert Schlichting und war mit achtzehn schon Mutter eines Sohnes ... 1929 ... spielte Claire das Dienstmädchen in 'Der müde Theodor'. Dieser Rolle und vor allem dem darin kreiierten Kostüm, der flickenbesetzten Schürze, blieb sie ihr Leben lang treu ... Die kleine Claire wurde mit 26 Jahren zur 'komischen Alten' ... und später [nach dem Krieg] in Berlin, wo sie als unterhaltsame Gastronomin eine Prominenten-Pension führte. Damals war sie oft im alten Trocadero am Winterfeldtplatz zu Besuch, wo sie ihre Jungens - die Homosexuellen - zur Gaudi unterhielt ... Am 22. April dieses Jahres ... starb 'Deutschlands berühmteste Putzfrau' im Alter von 73 Jahren ... Wir haben einen guten Freund verloren. Vielleicht hat uns Claire auch deshalb etwas besser verstanden, weil sie ... von 1942 bis 1945 in einem Konzentrationslager sass; aus politischen Gründen."
In den 70er und 80er Jahren erschienen regelmässig (pseudo-psychologische) Leser-Tests in nahezu allen Illustrierten. Soweit ich mich erinnere, haben wir viele (u.a. aus 'Jasmin', 1968-73) übernommen und für die schwule Leserschaft 'umgebaut'.
Rückblende: Vor 15 Jahren
... im April 1963, stellte eine Jugendzeitschrift [twen] den § 175 zur Diskussion...
... im STERN Nr. 30/1963 eine Reportage >Zum Weekend bleibt man unter sich< (" ... Englische Privatschulen produzieren nicht nur eine führungsfähige Elite, sondern eine ungewöhnliche Menge an Homosexuellen ... ") ...
... in der Tageszeitung 'Politiken' (Kopenhagen) ein Bericht über den US-amerikanischen "Zollkontrolleur Erwin Fisherman aus New York ... der im vergangenen Jahr in der Auslandspost 38.241 Sendungen mit pornographischem Material ausfindig gemacht und beschlagnahmt habe ... " (74% aus Skandinavien)
Die Geschichte des am 16. September 1856 auf der Burg Volkshagen, bei Wismar, geborenen Wilhelm von Gloeden († 1931 Taormina) in 3 Teilen.
Mittwoch, 10. April 2013
DON - The German Gay Magazine 1978 (Hefte 9 + 10)
Die beiden Ausgaben erscheinen im September bzw. Oktober 1978. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976
Satire über Schwule: Schöne schwule Welt. Text und Zeichnungen von DON-Autor Stefan Trossbach.
" ... Unsere Überlegung, zukünftig mehr DON-Seiten in Farbe zu drucken, liess einen Leser gar argwöhnen, dann werde DON wohl ein 'Fleischmarkt' ... mir ist schleierhaft, wie man aus meiner August-Frage, bei unserem gegenwärtigen Niveau (dem von vielen Seiten Beifall bezeugt wird, und für das sich die DON-Macher ernsthaft einsetzen), solche das Sexuelle betreffenden Schlussfolgerungen ableiten kann. Seit eh und jeh sind rund 50 Prozent einer DON-Ausgabe bebildert. Und diesen Prozentseatz werden wir auch beibehalten ... wir wollen, dass die schönsten Sachen der Welt - die Nackten und der Sex - in DON ihren Stellenwert haben und behalten ... reizvoll, appetitlich und ästhetisch ... Wir wünschen uns für die Zukunft, dass auch die letzten Anzeigentexte, die allzu eindeutig unter die Gürtellinie zielen, aus DON verschwinden. Denn in DON soll der Homosexuelle als Mensch im Vordergrund stehen. Und nicht das Geschlechtsteil ... Wenn jemand ausschliesslich auf Geschlechtsteile fixiert ist, bitte, dann inseriere er in den entsprechenden Heften. Wir möchten auf diese Texte gut und gerne verzichten ... Deshalb braucht unser Kontaktanzeigenteil keinesfalls wie ein Ehevermittlungs-Anzeigenblatt aussehen ... wir wollen in DON - soweit ein Magazin das vermag - den Kontakt von mensch zu Mensch fördern. Aber nicht die Vermittlung von Geschlechtsteilen ... "
linke Seite
" ... Diesmal geht es um den Gaumenkitzel, und unser Buchvorkoster würde sich freuen, wenn Sie daran Geschmack finden. Erinnern Sie sich? Der Buchkommentator hatte sich im August-DON die freche Bemerkung nicht verkneifen können, dass ihm die Bücherflut zum Theme Homosexualität langsam zum Halse heraushinge ... Hier jedoch werden wir Ihnen zeigen, dass es noch Bücher gibt, für die sich das Baumfällen lohnt. Zum Beispiel für die Köstlichkeiten aus dem Verlag Hölker ... 22 dieser Kochbuchtitel sind schon erschienen ... zu jedem Buch gibt es die passende Schürze. Das edle Papier ist witzigerweise mit Fettflecken bereits bedruckt ... Mittendrin stösst man auf ein Lorbeerblatt oder es kann passieren, hält man das Buch schräg, dass eine Prise Kümmelkrümel herausrieselt ..."
rechte Seite: Foto Jean-Daniel Cadinot.
Zwei saubere Homos aus Wrexen
wagten's abwexelnd in den Gewäxen
der dörflichen Gärten,
wobei sie erklärten:
"Im Bett tut das immer so klexen!"
Satire über Schwule, angelehnt an eine damalige Fernseh-Serie: Zeichnungen von DON-Autor Stefan Trossbach.
Moderator: Verehrte Damen und Herren, heute Abend begrüssen wir den Homosexuellen Baldemar Maria Piefke. Wir haben ihn eben aus einer städtischen Latrine abgeholt; er weiss also nicht, wo mit wir ihn überraschen ... und hier ist er ... Baldemar Maria Piefke (grosser Beifall braust auf) unser prominenter Homosexueller (Beifall will nicht enden) ...
Donnerstag, 28. März 2013
DON - The German Gay Magazine 1978 (Heft 7)
DON 7/78 erscheint im Juli 1978. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976
" ... Einige Leser haben sich ganz mächtig über jene Anzeige aufgeregt, die Alexander Ziegler gegen Gerhard Löwenthal erstattet hat. Also für den Erstgenannten sind wir nun wirklich nicht zuständig ... Und mit dem Zweitgenannten haben wir uns sowohl im Mai, als auch in diesem Heft beschäftigt. Allerdings auf unsere Weise. Johannes Werres argwöhnte, weil es uns an anderem Stoff mangele. Richtig jedoch ist, dass uns erst Werres den Zündstoff geliefert hat: Ein obskures Telefoninterview, zu dem sich Gerhard Löwenthal seit drei Monaten und Reinhard Appel (Chefredakteur ZDF) seit drei Monaten nicht äussern (wollen, können, dürfen...). Auch die CSU >hat nicht die Absicht< sich zu einem erneuten Antihomo-Zitat ihres Parteivorsitzenden zu äussern. Selbst Johannes Werres, der Homosexuelle seit Jahren von der Liebe der CDU/CSU für unsereins zu überzeugen versucht, fühlt sich für die diskriminierenden Strauss- und Löwenthal-Zitate >nicht besonders kompetent<. Der Chefredakteur einer anderen grossen Homozeitschrift meinte zwar, jedes Wort über Werres wäre zuviel, denn damit würden wir ihm einen neuerlichen Publizitätsrummel bescheren. Mag sein. Wir meinen aber, dass die DON-Leser einmal erfahren sollten, wer Werres ist, der seit Jahren in Teilen der Homopresse eine unwidersprochene Meinungsmache betreibt ... " (siehe letztes Doppelseitenbild "Strauss, Löwenthal, Werres")
"Als homosexuellen Otto-Normal-Verbraucher (so widersinnig das auch klingen mag) haben mich einige der Sommermodelle im Mai-DON so sehr angemacht, dass selbst mein Zeichenstift vor Kreativität zu zittern begann ... " Créationen und Erläuterungen von DON-Autor Stefan Trossbach (Details zu Stefan Trossbach siehe DON 10/1977, der auch den folgenden Beitrag "Auf Männerfang in Gerolstein", über das Münchener Theaterfestival '78 verfasst hat)
"Arndt von Bohlen und Halbach bat ihn, sein Drehbuch, in dem ein junges Mädchen die Hauptrolle spielt, für einen 'hübschen Jüngling' umzuschreiben. Roger Peyrefitte wirft er vor, den Homosexuellen Europas einen Bärendienst erwiesen zu haben, indem dieser das Privatleben des Papstes in der Öffentlichkeit breittrat. Österreich klagt er an, in Bezug auf Homosexuelle eines der rückständigsten, repressivsten und inhumansten Länder der Welt zu sein. Die Schweiz nennt er ein 'Scheissland'. Und seinen Landsleuten wirft er vor, egoistisch, spiessig, obrigkeitshörig und sexualfeindlich zu sein ... Das neue Buch >Kein Recht auf Liebe<, erschienen 1978, dürfte das interessanteste, lesenswerteste und agressivste sein, das Ziegler bisher zu Papier gebracht hat ... Selbst wenn man mit einigen Anschauungen und Interpretationen des Autors nicht einverstanden ist, selbst wenn es Kritisches zu vermerken gibt: Dieses Buch ist zu empfehlen. Es ist der beste Ziegler den es je gab ... Interessant ist auch, wie weit der Buchautor Alexander Ziegler auf den Kurs einiger deutscher Schwulengruppen eingeschwenkt ist (Schwulengruppen, mit denen sich der Chefredakteur Ziegler nie auseinandergesetzt hat). Auf den Kurs von Provokation, Konfrontation und Schwarzmalerei. Unter totaler Negierung der positiven Entwicklungen hierzulande. Die Zusammenballung negativer, bedrückender Beispiele wirkt so dick aufgetragen, dass man sich quasi ins Mittelalter zurückversetzt sieht, als Homosexuelle noch für Pest und Rattenplagen verantwortlich gemacht wurden ... "
Als sich der Top-Versand (oben rechts) noch "das kleinste Versandhaus der Welt" nannte und ganz seriöse Badehosen anbot...
Die Februar-Ausgabe 1978 der DDR-Zeitschrift >Deine Gesundheit< veröffentlichte auf dem Titelbild Albrecht Dürers homosexuell korrigiertes Bild 'Adam und Eva'. " ... Herausgeber dieser Zeitschrift ist eine staatliche Institution, das 'Nationale Komitee für Gesundheitserziehung der Deutschen Demokratischen Republik' ... Anzumerken ist, dass die Zeitschrift ... allgemeinverständlich und für breite Leserschichten geschrieben ist, dass sie an jedem Zeitschriftenstand der DDR ausliegt ... und ... dass es dieses Blatt bestimmt nicht nötig hat, seine Verkaufsauflage durch Knalleffekt-Themen hochjubeln zu müssen ... Wir fragen uns jedenfalls: Eine Publikations unseres Bonner Gesundheitsministeriums, die nicht allein aufklärt, sondern unsere Gesellschaft geradezu auffordert, das Verhältnis gegenüber den Homosexuellen zu korrigieren, die dafür plädiert, mit dazu beizutragen, dass Homosexuelle feste Partnerschaften eingehen zu können ... muss das für uns in der Bundesrepublik eine unerreichbare Fata Morgana bleiben? ... "
"Eine Vorbemerkung: Die Politik von DON war und ist es, sich aus politischen Auseinandersetzungen herauszuhalten. Wir bemühen uns um Neutralität. Und so wird es zukünftig auch bleiben. Trotzdem gibt es hin und wieder Themen, bei denen auch wir die politischen Aspekte nicht einfach ausklammern können. So im Herbst 1976, als wir die vier Parteien vor der Bundestagswahl befragten. So im vergangenen Herbst, als wir uns mit den (linken) Schwulengruppen auseinandersetzten. So auch heute, wenn wir auf die (rechten) Herren Strauss, Löwenthal und Werres zu sprechen kommen. Wir wollen ganz unmissverständlich darauf hinweisen, dass wir politische Standpunkte respektieren. In dem folgenden Beitrag geht es also nicht um die politische Anschauung, sondern um Personen und um die Form, in der sie ihre Anschauungen vertreten. Jens Reimer ... " (siehe auch Vorwort dieser Ausgabe)
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