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Freitag, 18. Juli 2014

Kurt Joachim Foerster alias Joachim Köhler, DON-Akteur


Kurt-Joachim Foerster, *12.11.1952, tritt u.a. auf als Kurt Foerster, Joachim Foerster, Kurt Joaquim Foerster, Joachim Köhler ...

Ein Leben für die schwule Pornographie


* Verleger schwuler Bücher und Pornobücher, schwuler Magazine und Pornomagazine

* Produzent, Regisseur und Importeur schwuler Geschlechtsverkehrfilme (in Wikipedia  "Gay-Video" genannt) sowie Porno-Preisträger

*  Vertriebs-, Versandgeschäft- und Webshop-Betreiber für schwule Pornographie

* Kneipen-, Bar- und Sex-Shop-Betreiber in Frankfurt am Main

* mit Firmensitzen in Berlin (einst), Frankfurt am Main (einst), Offenburg am Main (einst), Fuschl am See (einst) und Hof bei Salzburg (einst) / beide Österreich sowie aktuell wieder Offenburg

(Textlich ergänztes) Foerster-Bild oben aus  ADAM 170, März 1998, Foerster erhält den "Porno-Oscar"

Im April-DON des Jahres 1975 hatte der 23jährige Kurt-Joachim, bekannt mit dem damals für den Heft-Inhalt zuständigen, doppelt so alten Günter Goebel, seinen ersten Auftritt. Das Impressum nennt ihn zuständig für "Anzeigen und Leserbetreuung".

In der Juni-Ausgabe 1976 tritt er mit der Anzeige Ein Jahr Foerster-Versand (links) in Erscheinung. Demzufolge agierte bereits der 23jährige (!) Foerster als Deutschlands (illegaler) jüngster Porno-Versender u.a. mit Angeboten wie 22cm (Pornoroman), Schwanzparade II, Der Mann mit dem goldenen P., Ramrod (US-Magazin), Rick (COLT-Fotos) und "echt englische Color-Homo-Filme".

In DON 7/1976 steht Kurt-Joachim Foerster auf Seite 45 als (angeblicher) Verfasser des Beitrags "Das Holz, aus dem die Superstars geschnitzt sind". Der Text handelt von heterosexuellen Schauspielern und hat nicht den geringsten Bezug zu DON oder zur Homosexualität.

In DON findet sich nur noch ein "Interview mit Daisy Dynamite", das Foerster als (angeblichen) Autor nennt.


So biegt (lügt) man sich sein schwules Leben zusammen.
Entstehende Ähnlichkeiten mit Bruno-Gmünder-Praktiken sind nicht zufällig.

1) Laut diesem Artikel, "30 Jahre Foerster Verlag" in ADAM 243, Sep/Ok. 2007, Seiten 75-77, war sogar schon der 20jährige Kurt-Joachim "Mitarbeiter in der Redaktion des deutschen Gay Magazins DON" ...

2) Und "... 1977 übernahm er [als 25jähriger!] gar die Rolle des Herausgebers und Verlegers der ... Gaymagazine ADAM und DON ... "  

Tatsächlich verkaufte ihm der Darmstädter Herausgeber und Verleger Henry Ferling die beiden Titel im Jahre 1984 (dazu später mehr).


3) Foersters Porno-Werbung am 22.10.2014: Vor 40 Jahren, am 22.10.1974, war Kurt-Joachim Porno-Foerster 21 Jahre alt (siehe oben und nachfolgend, die diversen anderen foersterschen Jahres-Lügen)



1977 hat Kurt-Joachim Foerster (lt. Wikipedia) einen Verlag gegründet. Zunächst hiess der Fotokunst-Verlag (FKV). Von Publikationen oder irgendeiner Tätigkeit dieser (angeblichen) 'Firma' ist allerdings nicht das geringste aufzutreiben. Es existiert auch keine Foerster-Anzeige o.ä., in der eine Adresse "Fotokunst-Verlag" oder "FKV" auftauchen.

Dann hiess er Foerster-Verlag, später Foerster Media und später FMA GmbH (Achtung: dabei handelte es sich um eine österreichische GmbH; d.h. Foerster hatte seine illegalen Versandaktivitäten komplett aus Deutschland abgezogen).

In (angeblichen) 40 Jahren schwuler Verlagstätigkeit hat Foerster die verblüffende Anzahl von "etwa 50 Bücher von homoerotischen Inhalt publiziert" (kursiv = Originaltext aus Wikipedia).

Anfangs erschienen mehrere pseudowissenschaftliche und Bubi-erotische Bücher zum Thema Pädophilie,

* zumeist von Joachim S. Hohmann, "einer seiner ältesten Freunde" (der Link führt zu Hohmann-Details in DON 3/1977)
(auch "Pädophilie Heute")

* von Frits Bernard (auch "Pädophilie ohne Grenzen", "Verfolgte Minderheit" ein pädophiler Roman)

* und Edward Brongersma.

Alle drei waren engagierte "Verfechter der Rechte von Pädophilen"

* sowie Wladimir Blonski ("Der Sohn des Päderasten").

* Unter anderem die oben abgebildeten Titel "Das Knaben-Brevier", die Boy-Stories "Der Lieblingsschüler" und "Der pädosexuelle Komplex" sind Ergüsse von Dr. Joachim Stephan Hohmann, Politologe, Ethnologe und Pädagoge (hier unter seinem Pseudonym Angelo Leopardi, das der Herr Dr. benutzte, wenn er sich schreibend in schwulem oder pädophilem Sex suhlte).

Nahezu alle diese Titel wurden - erst ab 1999 - von der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" auf den Index gesetzt. Vor der Bundestagswahl 2013 fanden Foersters Pädo-Werke noch einmal den Weg in die Medien, als der CSU-Politiker Alexander Dobrindt (der Autobahn-Ausländer-Maut-Minister) die Grünen Jürgen Trittin und Volker Beck als "Kinderfreunde" zu entlarven versuchte.

Details: Der Spiegel 39/2013: Das grüne Gedächtnis. Die Affaire um pädophile Verstrickungen hat die Grünen-Spitze erreicht ... Dazu K13-Online: "... Das Buch war damals im schwulen Förster-Verlag erschienen. Der Verlag existiert zwar noch [FALSCH: Der Foerster-Verlag wurde 2012 im Handelsregister gelöscht - s.u.], aber bietet keinerlei Bücher mehr an. Der frühere Inhaber des Verlages, Kurt Joachim Förster, ist inzwischen in Pension [FALSCH: Kurt-Joachim Foerster betreibt nach wie vor rege seinen Pornoversand - s.u.] und lebte zu dem Zeitpunkt im Ausland ... " 

Jahre später jedoch möchte Foerster "keinen falschen [pädophil-bubengeilen] Eindruck enstehen lassen", wenn man ihn auf seine Pädo-Produktion anspricht.

In ADAM druckst er herum:
" ... Um keinen falschen Eindruck enstehen zu lassen, dass in den Verlags-Anfängen, aber auch später, reichlich Literatur zum Thema Pädophilie verlegt wurde, lag an diversen Umständen und haben rein gar nichts mit persönlichen sexuellen Präferenzen zu tun ... "

Was es mit diesen ominösen "diversen Umständen" auf sich hat? Jeder in der Szene wußte, dass Kurt-Joachim Foerster regelmässig zu den Thai-Bubis ins Königreich Thailand fliegt; schliesslich erzählt er es jedermann brühwarm. Aber, wie geschrieben, auch diese Bumsbomberflüge haben rein gar nichts "mit persönlichen sexuellen Präferenzen" zu tun ... Die obige Abb. zeigt übrigens Thai-Porno-DVDs mit dem Label Foerster Media.

U.a. 1982 bringt der Foerster-Verlag einen Knaben-Kalender heraus: Knaben in der Kunst.

Auch noch 1985 (DON erscheint ab 1984 im Foerster-Verlag, s.u.) dokumentiert Herausgeber Kurt-Joachim Foerster seine 'Anteilnahme' für Pädophile. Der Spiegel 35/2013: Die Allianz. " ... Die Zeitschrift "Don" bringt in ihrer Ausgabe vom Januar 1985 fünf verständnisvolle Erfahrungsberichte von pädophilen Männern. Die Überschrift lautet: "Wir sind keine Kinderschänder!"


Mit der Herausstellung u.a. von Werken wie "Der heimliche Sexus", "Sexualforschung und -Aufklärung in der Weimarer Republik"  bemühte sich Kurt-Joachim Foerster um ein seriöses Verleger-Image und wissenschaftlichen Anstrich.

Tatsächlich jedoch gehört  zu den "etwa 50 Büchern" die Foerster verlegte, neben bewußten Pädo-Publikationen auch jede Menge primitivster Porno-Müll: Der Hure, Lang und steif (30 ständersteife Fickgeschichten), Geile Gangster (zeig's mir), Handbuch der schwulen Lust (Autor Angelo Leopardi = Joachim S. Hohmann), die Hom-oh Book-Reihe (ständersteife Homostories) ... Und Kurt-Joachim-Foerster produzierte natürlich auch allerlei schwule Porno-Magazine wie SCHWÄNZE, SPRIZZ!, KERLE sowie HOMOH XXL (ab Nr. 51) und BOY OH BOY (anfangs beide in der FKV GmbH, Berlin) usw.

In den Jahren von 1977 bis 1984 erscheinen in DON vier Anzeigen des Foerster-Verlag [u.a. wirbt er in DON 11/1981 mit "5 Jahre Foerster-Verlag" ... d.h. den gab es schon 1976???], ferner Besprechungen seiner Verlagstitel sowie drei redaktionelle Erwähnungen: Kurt-Joachim Foerster mit seinem Verlag auf der Frankfurter Buchmesse.


Bemerkenswert sind die immer neuen Namens-Variationen, mit denen Kurt-Joachim Foerster in Publikationen und Anzeigen, auf Labels, im Internet usw. in Erscheinung trat/tritt. Wie mit diesem Namens-Verwirrspiel jongliert wurde/wird, dazu weiter unten mehr.

Unter anderem:
FV GmbH Berlin,
FV GmbH Frankfurt/Main,
Foerster Verlag Frankfurt/Main,
Foerster Verlag GmbH Berlin,
Foerster Verlag GmbH Frankfurt/Main,
Kurt Joachim Foerster FVM,
Foerster Media,
Foerster Video,
Foerster Vertrieb,
Foerster Video Marketing,
Foerster Anzeigenvermittlung und -verwaltung,
Foerster Verlag Media Partner Gruppe,
Café Lucky's Manhattan e.Kfm.,
Café Manhattan,
Bistro Tonight, auch Bistro 2Nite,
Wirtshaus Hinterhaus,
Redaktionsbüro Frankfurt,
Buchhandel und Galerie "Backdoor" (= Sex-Shop)
Verlag der Buchhandlung Backdoor,
FKV GmbH Berlin
FMA Produktions- und Distributions GmbH in Österreich und
FMA GmbH, Hof bei Salzburg
usw.

In ADAM 13/1978 erscheint ein "Foerster Yachting" mit der Verlagsanschrift
und in DON 4/1980 steht in der Foerster-Verlag-Anzeige "Kennen Sie schon unser Lederstudio, Rotlindstrasse 11?"

Im Internet findet sich u.a. ein (ehem.?) Foerster-Verlag-Firmensitz in Darmstadt. Tatsächlich war Darmstadt nur Sitz jener Druckerei, bei der er Vieles drucken ließ.

Im Wikipedia-Eintrag steht in der Rubrik "Geschichte" selbst noch im November 2015 "Firmensitz ist heute Offenbach". Das ist eine jahrelang verbreitete Lüge, denn dieser Firmensitz wurde vor mehr als 10 Jahren geschlossen, wie das Schreiben der IHK Offenburg vom 12. August 2014 belegt:






Wenn man das Internet durchforstet, entdeckt man locker diese 120 Pornos (Video und DVD), in denen Kurt-Joachim Foerster entweder höchstpersönlich beim schwulen Geschlechtsverkehr Regie führt, die er produzierte oder die sein Foerster-Label tragen. Allerdings dürfte das beiweitem nicht alles sein.

Immerhin - von "Fuck U Bare" (d.h. ohne Kondome) über "Spermageil" bis "Junge Thai-Gay-Boys" - ist für jeden schwulen Geschmack etwas dabei.


In Wikipedia heisst es in aufrichtigem Stolz:  
"Foerster Media gehörte zu den ersten deutschen Produzenten, die pornografische Schwulenfilme nicht nur aus Amerika, Skandinavien und den Niederlanden importierten, sondern selbst produzierten und vertrieben. Gleichzeitig wurden heute erfolgreiche internationale Produktionen wie die US-Labels "Titan Media" und "Raging Stallion" unterstützt."   (Auch das ist maßlos übertrieben, zumal Kurt-Joachim Foerster lange mit Günter Goebel 'ganz dicke' war: denn Goebel hat, schon viele Jahre vor Herrn Foerster, pornographische Schwulenfilme im Format Super 8 produziert.)

Reklametext für das Foerster-Video STUD HUNTER (stud = Deckhengst, hunter = Jäger)
" Wie werden Pornodarsteller entdeckt? Am Anfang steht immer ein Casting. Denn die Frage lautet: Hat der Bewerber wirklich das Zeug zum Erotikstar? FoersterMedia ist als Talent-Schmiede [für schwule Porno-Darsteller] bekannt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat das Frankfurter Label Dutzende von Modellen entdeckt. Einige von ihnen schafften es sogar in große US-Produktionen. Andere sind in den großen Filmen zwischen Alpen und Adria, Gran Canaria, Teneriffa, Ibiza oder Mallorca zu sehen ..."


Jahrelang liefen die Porno-Geschäfte des "österreichischen Pensionärs" Kurt-Joachim Foerster (FoersterMedia Online) - unter anderem - über solch kostenpflichtige Webseiten www.boyohboy.com (aktuelle Printausgabe, Storys, Fotos, Videos, DVDs), die Herr Foerster ungeniert auch Minderjährigen zugänglich machte: "Senden Sie Scheck oder Bargeld mit Angabe Ihres Benutzernamen an: FMA GmbH, Filblingstrasse 2, 5330 Fuschl am See Austria. Freischaltung erfolgt nach Zahlungseingang..."


Wie die Jungfrau zum Kind kommt Kurt-Joachim Foerster 1984 zu den schwulen Magazinen DON und ADAM. Deren Verleger, Henry Ferling, hatte lange vergeblich einen Käufer gesucht, als er: „... Der Zufall wollte es, dass mich beim Rückflug in Miami der seit Jahren gut geschäftlich bekannte Verleger des Konkurrenzmagazins ADONIS ... begrüsste ... Das löste die Gegenfrage aus, ob ich den Verlag nicht verkaufen wolle, meine natürliche spontane Gegenantwort war klar... ".

Die Geschichte ist im Post "Wie das DON-Magazin vom Ferling-Verlag zum Foerster-Verlag kam ... " nachzulesen.
Foerster hatte erhebliches Interesse - zur Verkaufsankurbelung seiner Bücher, Magazine, Dildos, Videos, DVDs, Kneipe ... seines Sex-Shops und des (Porno)Versandgeschäfts - die eigene Reklameblatt-Palette auszuweiten.

In der ersten foersterschen DON-Ausgabe - Sep/Okt. 1984 - waren dann auch 10% der 54 Heftseiten mit Eigenreklame bepflastert (links). Die hier abgebildeten 11 Belege tragen allerlei unterschiedliche Firmennamen-Formulierungen (s.o.), um beim Leser nicht den Eindruck entstehen zu lassen, alles komme aus ein und derselben Klitsche.

Von der in allen Foerster-Verlags-und-Media-Jahren und allen Foerster-Publikationen praktizierten Vermischung von Redaktion und Verkaufsreklame (bevorzugt für eigene Verkoofe) ganz zu schweigen. Auch in dieser Hinsicht eiferte er dem schwulen Verleger und Porno-Millionär Bruno Gmünder nach (dieser Link führt zu einem PDF: Bartholomae_Chronik_Buchhandel_Verlage, siehe Seiten 11-13).


Die ersten, primitiv zusammengeschusterten DON- und ADAM-Ausgaben des Herausgebers J. Foerster in seiner FV-GmbH - siehe DON Sep/Okt. 1984 - waren ein ziemliches Desaster, da die zuvor für den Ferling-Verlag tätigen Redaktionen eine Zusammenarbeit mit Foerster strikt ablehnten.

Wann Foerster das Magazin ADONIS von Günter Goebel übernahm, weiss ich nicht. Bald nach der Übernahme von DON wurde es mit ADONIS zu dem "besonders einfallsreichen" Titel DON&ADONIS zusammengelegt. Dieses Blatt wurde mit der September-Ausgabe 1995 eingestellt.

Mit Wolfgang Fey (Chefredakteur ADAM) und dem Autor Hermann J. Huber * gewann Foerster erstmals zwei kompetente Blattmacher, Journalisten und Autoren, die ADAM Inhalte, Kompetenz und Form verliehen und das Magazin - trotz Internet - immerhin bis zum Sommer 2011 über Wasser hielten. Der Einbruch der Verkaufsauflage hatte aber schon lange vorher begonnen.

Was 1972 als homophiles Magazin "unter uns" begann, kurz darauf als schwules "unter uns ADAM" und ab 1984 als (nur noch) ADAM fortgeführt wurde, das ergibt eine Lebensdauer von summa summarum 40 Magazin-Jahren.

Am 4.10.2011 meldete queer.de: Zeitschriftensterben. Bei ADAM geht das Licht aus.


Beim Porno-Dreh: Foerster (links) und Hermann J. Huber (rechts) als Teil der "neuen Pornogeneration"
Die neue Porno-Generation: Kurt-Joachim Foerster (links) und Hermann J. Huber (rechts)

* Hermann J. Huber, 1954-2009, veröffentlichte u.a. 14 Bücher, darunter das erste schwule (Homo-Porno)-Filmlexikon "Gewalt und Leidenschaft", die Bände "Leben, Lieben, Legenden" sowie "Leben. Laster, Leidenschaft" mit schwulen Promi-Biografien. Bei Foersters Geschlechtsverkehr-Dreharbeiten war Huber öfter dabei und veröffentlichte in ADAM u.a. die Serie "Die neue Porno-Generation" - pure Reklame für die eigenen Produktionen.



Während sich Bruno Gmünder im eigenen Magazin MÄNNER zu "einer der 10 mächtigsten Schwulen in Deutschland" aufblies ...

... steigerte sich Kurt Joachim Foerster in ADAM Nr. 180 (Abb.) zu "einer der wichtigsten Männer im europäischen Gay-Business".

Sein ganzer Stolz jedoch - sozusagen sein Lebenswerk - sind seine Verfilmungen von schwulem Geschlechtsverkehr "Auf dem Hardcore-Sektor die Nummer eins"  (eins allerdings klein geschrieben).



Gab man Foerster Media bei Google ein, standen die Treffer "Abmahnanwalt" auf vorderen Plätzen. Die Nummer Eins auf dem Hardcore-Sektor gehört (gehörte?) nämlich zu jenen findigen Pornoproduzenten, die in einem Anfall von Abmahnwahn, mittels Anwaltskanzleien, "Urheberrechtsverletzer" jagen liess (lässt?).

Egal ob bei den Eltern lebende Jugendliche, Ehemänner mit Frau und Kindern, verheiratete Bisexuelle oder ungeoutete Homosexuelle ... jeder, der Foersters Uralt-Porno-Schinken (deren Herstellungskosten sich x-fach eingespielt hatten) ungenehmigt im Internet heruntergeladen hat, wurde bloßgestellt (geoutet) und mit Horrorbeträgen abgezockt:  


"Zur pauschalen Abgeltung des Schadenersatze sowie die Kosten für die Inanspruchnahme der C-S-R-Rechtsanwälte wird ein Betrag in Höhe von 650,00 EURO verlangt." Im Internet sind Hinweise zu finden, dass die Pornoinkassokanzlei C-S-R auch Personen abmahnte, die nie ein Foerster-Video heruntergeladen haben.


 
Im November 2012 liess Kurt-Joachim Foerster sein deutsches Firmenkonglomerat im Frankfurter Handelsregister löschen. Aber schon 2010 hatte er sich in Österreich neu etabliert. Von dort versendete der damals 60jährige mit schöner Regelmässigkeit seine Porno-Reklame und die pornographischen Reste seines 'Imperiums'. Eine Österreich-Adresse bietet Pornoversendern den Freibrief, deutsche Kunden pornographisch zu versorgen, denn im deutschen Strafgesetzbuch steht immer noch:  

§ 184 I Nr. 3 StGB: "Wer pornographischen Schriften (§ 11 III)... im Versandhandel ... einem Anderen anbietet oder überläßt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."


Bis zu 3x im Monat 'flattern' Foerster-Angebote à la "Mehr Schwanz für's Geld", "goldener Oktober mit versauten Teeny-Prinzen" und "Frischfleisch vom Feinsten" in die Mailboxen von Kunden und Nichtkunden.


Zwar wurde Kurt-Joachim Foerster noch nicht mit einem personalen Wikipedia-Eintrag geehrt, dafür strotzen die Archive und das Internet vor einer schier unerschöpflichen Foerster-Material-Fülle. Das hier soll fürs Erste genug der Würdigung für "einer der wichtigsten Männer im europäischen Gay-Business" sein.


Sommer 2017: 
Aus gut informierten Kreisen verlautet, dass Kurt-Joachim Foerster seinen Geschäftsbetrieb und Lebensmittelpunkt erneut verlegt haben soll, und zwar zurück zu seinen Ursprüngen nach Offenburg. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt nicht vor.

Auf Foersters Porno-Angebots-Webseite boyohboy.com kann man nicht mehr zugreifen. Die boyohboy-Domain ist mittlerweile wieder käuflich.
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ANHANG
In diesem Blog der DON-Geschichte erscheinen einige wichtige Namen immer wieder, die allerdings mit dem Magazin selbst nicht in Kontakt standen. Hier folgen Verweise auf jene Posts, in denen etwas mehr zu erfahren ist über

Udo Erlenhardt, alias Don Demidoff, 1944-2011, siehe DON Oktober 1970

Joachim S. Hohmann, alias Angelo Leopardi, 1953-1999, siehe DON März 1977

Erich Lifka, alias Georg Rotheisen, 1924-2007, siehe DON Mai 1980
 
Dr. Willhart Siegmar Schlegel, alias Rolf, alias Roger de Saint-Privat, 1912-2001, siehe DON September 1972

Thomas Wetzel (TOM men's shop), 1930-1985, siehe DON April 1978

Mittwoch, 9. Juli 2014

Jens M. A. Reimer, DON-Akteur



Jens M.A. Reimer, 15.10.1943, Forst/Lausitz (Foto 1976)

Berliner Jahre 1944 bis 1967:

Mittlere Reife, 3 Jahre Schriftsetzerlehre im Ullstein-Haus, 2 Jahre Volontariat im Cornelsen Verlag (Herstellung, Kalkulation, Buchgestaltung, Schulbuch-
redaktion), 6 Semester Studium Werbewirtschaft und Marketing an der Akademie für Graphik, Druck und Werbung, Abschluss staatl. gepr. Werbewirt.

Münchener Jahre 1967 bis 1996:

1967-1971 Etatdirektor und Kreativer in den Werbeagenturen "creativ-gruppe-pressag ag" (1967 - 69) und "Busskamp & Koch GmbH & Co." (1969 - 71)



Ab Ende 1971 bis 1990 selbständiger Kreativer, Ideengeber und Entwickler für Werbekonzeptionen, Texter und PR-Berater, u.a. in den Bereichen Maschinenbau, Unterhaltungselektronik, Damenmode & Herrenmode, Sportartikel, Süsswaren und Lebensmittel, Schreib- und Zeichentechnik, Einzelhandel ...

1976 bis 1996 Top-Versand, Gründung,
Mitinhaber (50%) und Geschäftsführer der
TOP MAN Brendel & Reimer GmbH,
erst Unterpfaffenhofen, dann München, dann Karlsfeld bei München.

   Marke TOP MAN

   Tätigkeitsbereiche: Produktsortiment, Kollektionsgestaltung, Produkt- und Stoff-Einkauf, Fashiondesign, die komplette Anzeigen- und Katalogwerbung, Katalogfotografie ... 

Abbildung: Top-Versand-Werbung im
STERN 1/1992, ganze Seite 109


Ab 1972 Autor, zunächst unter den Pseudonymen Michael Albert und Gerry Gregor, später auch Layout/Gestaltung/Grafik, für DON und ADAM

1976-1979 und der Jahrgang 1983 Chefredakteur, Autor und Gesamtgestaltung von DON für den Ferling Verlag, Darmstadt, des  Henry Ferling

1978-1984 zunächst Autor und Teile der Gestaltung/Layout ... ab 1980 Chefredakteur, Autor und Gesamtgestaltung von ADAM für den Ferling Verlag, Darmstadt, des  Henry Ferling

1976-1980 Entwicklung, Redaktion und Gesamtgestaltung der schwulen Magazine HOM OH! und boy oh! boy, beide für die Bild + Druck GmbH, Frankfurt/Main, des Günter Goebel


1985-1990 Verlag BodyArt GmbH, München. Gründung, Mitinhaber (50%) und Geschäftsführer. Herausgabe von Aktbildbänden und Magazinen *, komplett in Eigenarbeit, in grossen Teilen auch selber fotografiert.

* Konzeption, Reaktion und Gesamtgestaltung des schwulen Fotomagazins BODY
 
* Konzeption, Reaktion und Gesamtgestaltung des schwulen Magazins PLAYGAY

Alle in diesem Post genannten Titel siehe auch Wikipedia: Liste von Magazinen für homosexuelle Männer



1996 Rückkehr nach Berlin:


1996 bis 2009 Reimer Publishing, Konzeption, Redaktion, Autor und Gesamtgestaltung des schwulen satirisch-politisch-pornographischen Magazins BUDDY

Von 2009 bis Ende 2016 erschien es weiter in der TSM Media GmbH, Köln.

Fundorte u.a.

gay-history.blogspot.com die Geschichte des deutschen Homo-Magazins DON, 1970-1984

history-gay.blogspot.com die Geschichte des deutschen Homo-Magazins ADAM, 1972-1984

Samstag, 16. November 2013

DON - The German Gay Magazine 1981 (Heft 11)


DON 11/1981 erscheint im November 1981. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.


Ihr Schlitzohren!  
"Eigentlich sollte man Euch ja zu Eurem Erfindergeist gratulieren. Erst macht ihr das DON, dann den ADAM als Zweitmonatsschrift - und jetzt finde ich den ehemaligen Pornotitel 'hom oh' als Vierteljahreszeitschrift erstmals am Kiosk (weil mir dort die Redaktionsanschrift so verdächtig vorkam, griff ich zum Telefon - und siehe da: das neue 'hom oh' ist in Wahrheit mit Eurer Bild- und Anzeigenredaktion von DON und ADAM identisch!) Hoffentlich aber habt Ihr bedacht, dass sich ausser mir auch noch andere allmählich verarscht fühlen... "

Die "Anmerkung der Redaktion" entpuppt sich - obwohl der Vorwurf des Lesers nur halb richtig ist - als ein ziemlich peinliches Drumrumgerede. Tatsächlich steht der Verleger des im Leserbrief erwähnten "hom oh", die Foto- und Presse-Studio GmbH, Postfach 700366, 6000 Frankfurt/Main 70 (= Günter Goebel), sowohl im Impressum von DON als auch in ADAM und zwar zuständig "für Bildmaterial und Kontaktanzeigen".


Wenzel Böhmak (= Pseudonym) verfasst eine mehr als krude Deutungs-Fantasie über einen Serien-Mörder im schwulen Millieu, nach dem die Münchner Polizei seit 3 Jahren ergebnislos fahndet - verpackt in einen (frei erfundenen) Homo-Krimi.


Der schwule Fotograf (Autodidakt) Olaf Stüben stellt im Berliner Prinz Eisenherz Buchladen Fotos zum Thema 'Mauerkinder' aus.

"... In England hat ein 79jähriger bereits seine 30. Schwangerschaft hinter sich! Nur bekommt er ... selber keine Kinder; sein Unterleib schwillt vielmehr jedesmal an, wenn ein weibliches Mitglied seiner familie Nachwuchs erwartet ... " Diese Scheinschwangernachricht wird mit einem fetten europäischen Pädophilen illustriert, der zwei exotische Knaben umarmt.

"Während der der jahreszeitlich bedingten Nachrichtenflaute hat ein deutsches Boulevardblatt Ende Juli >blonde deutsche Jungs als Sex-Sklaven nach USA verkauft<, eine makabre Zeitungs-Ente zur 'Saure-Gurken'-Zeit. Etwa 50 Jungen, so wusste das Blatt (hier unerwähnt: BILD!!!), würden Jahr für Jahr in Deutschland gekidnappt, um reichen Homosexuellen in den USA als Sex-Sklaven zu dienen ... "

Gauner in Frankfurt, die sich als Polizisten ausgeben, drohen einem Mann, weil der sich >zu lange< in einer öffentlichen Toilette aufgehalten habe, mit Personalfeststellung, Geldbusse und Gefängnis, lassen ihn dann aber für abgezockte 950 DM laufen. " ... Vier Tage lang brauchte der völlig verschüchterte Betrogene, ehe er sich ein herz fasste, die Sache der Polizei zu melden. Man muss sich nur fragen, wie es möglich ist, dass im Jahre 1981 jemand soviel Angst hat, eventuell als Homo angesehen zu werden und noch heute glaubt, das sei strafbar ... "

Anzeige "5 Jahre Foerster-Verlag, [des Kurt-Joachim Foerster] 3 Bücher jetzt nur DM 20 ..."
In Wikipedia beginnt die Geschichte des Foerster-Verlages mit der Gründung eines "Fotokunst"-Verlages erst im Jahr 1977 (nicht 1976).

Der Foerster-Verlag, Berlin, bewirbt einen Kalender "Knaben in der Kunst" "mit zauberhaften Motiven nach Wilhelm von Gloeden".

COQ International, Holbaek Dänemark, bewirbt seine Porno-Produkte.


Erich Lifka (Link zu DON 5/1980) macht in seiner Erzählung aus Alexander von Humboldt (ungeniert) einen sexuell aktiven Schwulen.

aus Wikipedia: " ... Mit dem Theologiestudenten Wilhelm Gabriel Wegener schloss er im Februar 1788 einen „ewigen Freundschaftsbund“. Unter anderem deswegen und weil Humboldt bis zu seinem Lebensende Junggeselle blieb, wird in einem Teil der Forschungsliteratur die Ansicht vertreten, dass Alexander von Humboldt latent homosexuell gewesen sei. So sieht zum Beispiel Bernd-Ulrich Hergemöller Anhaltspunkte für homoerotische Beziehungen nicht nur mit Wegener, sondern auch mit Israel (Johannes) Stieglitz, Johann Carl Freiesleben, dem Offizier Reinhard von Haeften sowie in Paris mit dem Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac, mit dem er vier Jahre in einer Wohnung lebte, und mit dem Maler Carl von Steuben ... "  


>Die Haut< als Film von der Regisseurin Liliana Cavani, nach Curzio Malapartes Roman >Die Haut< von 1949. " ... habe ich mir die Taschenbuchausgabe gekauft ... Schon im ersten Teil sah ich den Film, den ich machen wollte, vor mir. Neapel, wie es von den Allierten befreit wurde, wurde für mich lebendig. Es ist eine herrliche Geschichte, die da erzählt wird, von Menschen, die zu arm sind, als etwas anderes als ihre Haut zu verkaufen ... "

"Auf deutsch-biederes Bordell-Niveau ist der >Blaue Engel< aus der Heinrich Mann-Verfilmung in Rainer-Werner Fassbinders Kino-Remake >Lola< heruntergekommen: der bekannte homosexuelle Filmemacher versetzt die Lola aus den fünfziger Jahren in die Gegenwart ... Andererseits gilt gerade diese >Lola< als das bisher einzige Film-Soziogramm der gegenwärtigen Bundesrepublik, die Fassbinder als Tummelplatz der Oberflächlichen, Amoralischen und Korrupten hinstellt ... "

Mittwoch, 24. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 12). Jens M. A. Reimer - Abschied von DON.


Nach 48 Ausgaben, während derer ich die DON-Redaktion alleine leitete, für das Magazin schrieb, fotografierte und recherchierte ... mit Autoren und Fotografen, Lesern und Politikern, Vereinen und Medien korrespondierte ... die Gestaltung, den Umbruch und die komplette Abrechnung machte ... nehme ich mit dieser Dezember-Ausgabe 1979 (zunächst einmal) Abschied von DON ... weiter: siehe letzte Doppelseite in diesem Post.

Typisch Verleger Ferling: In diesem letzten, komplett von mir konzipierten, gestalteten und verantworteten Heft, steht im Impressum bereits Gerd Talis als 'Redaktionsleitung'.

DON-Verlag Henry Ferling. Herausgeber Henry Ferling, Darmstadt. Redaktionsleitung Gerd Talis (= Gerhard Friede). DON-Redaktion: Dreikönigstrasse 2, 6900 Heidelberg. Ständige Redaktionsmitarbeiter: Jens M. A. Reimer, Andy Müller, Urs Kent, Tommy Brauner (= Pseudonym für Jens Reimer) und Stefan Troßbach (also die ganze "alte" Mannschaft).


"Franz-Josef Strauß ist kein 'Homosexuellen-Fresser'. Auch seine gelegentlichen Ausfälle gegen  die 'warmen Brüder' sollten nicht zu bierernst genommen werden. Vollblutbayern sind emotionsgeladen und lassen ihren Dampf gerne in alle Richtungen ab ... Bleibt die Frage, die viele Homosexuelle sich stellen, seit der bayerische Ministerpräsident zum Kanzlerkandidaten der Union gekürt wurde: Was bringt uns eine eventuelle CDU/CSU-Regierung ... Die Aussagen von CDU und CSU in den letzten Jahren waren ebenso unverbindlich und nebulös, wie die von SPD und (mit gewissen Einschränkungen) von F.D.P. ... verflüchtigen sich die Politiker in Allgemeinplätze, wie >verpflichtet, der Diskriminierung von Minderheiten entgegenzuwirken< ... 
... Eine (gar nicht so abwegige) Alternative hiesse: 'Lasst Strauß ran!' Eine Regierung Strauß/Dregger könnte ... bewirken: Endlich einmal würden manchem Homosexuellen die Augen geöffnet, welche Freiheiten uns die 70er Jahre tatsächlich beschert haben ..."


Diesen Text übernahmen wir mit freundlicher Genehmigung des NDR. Wie uns der Redakteur der Abteilung Jugendfunk, Rainer Wulff, dazu mitteilte, wurde er zweimal im Rahmen der 'Internationalen Hitparade' ausgestrahlt. Die Sendung erbrachte ungewöhnlich viele, ausschliesslich positive Zuschriften und Manuskriptanfragen ein, unter anderem von Lehrern, die den Beitrag als Diskussionsgrundlage über Homosexualität verwenden wollten.


DON-Autor Andy Mueller testet für DON-Leser die britische Homo-Hauptstadt und berichtet von einer Spritztour in die homosexuelle Provinz, nach Exeter. Dieser ganz private Reisebericht liest sich locker-flockig und angenehm unschwul (und so ganz ohne Homotreff-Tipps).


Roland-Armin Adler über Transsexuelle: informativ, aufklärend, nachdenkenswert.


Was mir an den sog. Normalen aufgefallen ist ... Als Gipfel von Normalität gilt das Münchner Oktoberfest, die grösste Sauferei (Drogen-Party) der Welt ... dass 90% sich ein Leben ohne Fernseher nicht mehr vorstellen können, 81% drei Wochen in der gleichen Bettwäsche liegen, 77% täglich ihr Horoskop lesen ... dass von dem Latrinenblatt BILD an jedem Wochentag 4,961 Millionen Exemplare verkauft werden und im Parlament nur 5% weibliche Abgeordnete sitzen ... dass 70% der Bundesbürger Homosexuelle für krank halten, 68% in Homosexuellen Kinderschänder vermuten und 50% Angst haben, dass Homosexuelle die 'Volkskraft' schwächen (STERN 1978)

... und was in der Homosexuellenszene als 'normal' angsehen wird.


Mit der nächsten, der Januar-Ausgabe 1980, wird Gerd Talis (= Gerhard Friede) (Heidelberg) die DON-Redaktion übernehmen. Talis war Mitbegründer der deutschen Homo-Zeitung 'gay journal' (er machte sie viele Jahre ganz alleine), Journalist, ein Kenner der Szene und in den schwulen Medien gut vernetzt. Der DON-Verleger Henry Ferling und ich hatten ihn ausgewählt, weil er journalistisch ein Profi war (obwohl ich über seinen Background nie etwas erfahren habe), eine eigene Meinung hatte, die er hervorragend vertrat, und in seiner eigenen Zeitung ausgewogen berichtete.

Die heute im Web auftauchende Seite gayjournal.de hat nichts mit der von Talis herausgegebenen Zeitung zu tun!

Die folgenden 38 Ausgaben - bis zum Februarheft 1983 - werden von Gerd Talis gemacht, über dessen Wirken danach ich nichts weiss und über den heutzutage - ausser Erwähnungen im Blog BRUNOLEAKS sowie im DON-Eintrag bei Wikipedia - kein einziges Wort in Web zu finden ist.

Die im obigen Artikel genannten Gründe für mein Ausscheiden waren vorgeschoben. Tatsächlich geriet der 1976 von Jürgen Brendel und Jens M. A. Reimer gegründete Top-Versand 1979 erstmals in eine geschäftliche Aufschwungphase (links der erste "Katalog" 1979, ein 20seitiges Heft), die mich zwang, neue Prioritäten zu setzen.

Ausserdem schrieb, gestaltete und fotografierte ich auch weiterhin die jeweils zweitmonatlich erscheinenden Magazine ADAM (Verlag Henry Ferling), HOM OH! und boy oh! boy (die beiden Letztgenannten Pornomagazine für Günter Goebel).

Sonntag, 2. Dezember 2012

DON - The German Gay Magazine 1977 (Heft 7 bis 8)


DON 7/77 erscheint im Juli 1977. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


Ein Leser fragt "Glauben Sie im Ernst, dass die sogenannte Reform von 1969 in Sachen Homosexualität inzwischen so reiche Früchte an Toleranz getragen hätte ? ..."

"Dazu eine Gegenfrage an den Schreiber: ... Haben Sie im Ernst erwartet, dass nach der Paragraphenreform eine Toleranzwelle über uns schwappt? Ich kann meinen Nachbarn nicht zwingen, mir gegenüber eine tolerante Haltung einzunehmen. Und das Gesetz vermag es schon überhaupt nicht. Ich kann meinen Nachbarn ... höchstens für mich, meine Art oder meine Einstellung gewinnen. Toleranz kann man nicht diktieren. Man kann sie bestenfalls erzeugen. und damit stellt sich die Frage, was die Homophilen seit 1969 selbst getan haben, um die Bevölkerung für sich (und ihre Anliegen) zu gewinnen? Wie haben wir diese acht Jahre genutzt? Und welches Bild bieten wir heute der Öffentlichkeit? ... Das vielfältige Aufblühen und Absterben homophiler Gruppen ... ist nur ein Zeichen dafür, wie stark Einzelinteressen über dem Gesamtinteresse dominieren ... Beziehungslosigkeit ist eine homophile Eigenart. Mangelhaft ausgeprägter Gemeinschaftssinn eine andere. Beides geht Hand in Hand. ich sage das nicht vorwurfsvoll, sondern stelle nur fest und ziehe daraus Schlüsse ..."

 

Gott entnahm eine Rippe von Adam und schuf daraus Eva ("Man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist"). Dieses mosaische Seemannsgarn wird von Religionen und Mackermännern (immer noch) als Beweis für die Vorrangstellung des Mannes (und gerne auch zur Unterdrückung der Frau) missbraucht.

Der Beitrag "Jede Frau war zuerst ein Mann", in einem Homo-Magazin wohl in der Vermittlung zu verstehen, dass alle Menschen männliche und weibliche Hormone (Eigenschaften) besitzen, entsprach den damaligen Erkenntnissen. Die wurden allerdings in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ziemlich über den Haufen geworfen: Eva war zuerst da (Bild der Wissenschaft, 1997)

Aus dem vorgenannten Internet-Beitrag: "Der Aufbau der äußeren Genitalien im fünften und sechsten Schwangerschaftsmonat folgt der gleichen Strategie: Männliche und weibliche Genitalien entstehen aus einer gemeinsamen embryonalen Struktur. Penis und Hodensack können sich nur dann bilden, wenn Testosteron vorhanden ist. Sonst entwickeln sich Klitoris sowie die inneren und äußeren Schamlippen."


In der Bertelsmann Lexikothek, Themenband "Gesundheit" von 1975, steht: "Homosexualität und Unzucht mit Tieren (Sodomie) wurden vor zehn Jahren noch gerichtlich verfolgt. Inzwischen sind diese Verhaltensweisen nicht mehr strafbar, und man belächelt sie eher als Eigentümlichkeiten ..."

Homosexuelle Soldaten in der deutschen Wehrmacht: der Vowinckel-Verlag, Neckargemünd, bringt diesen Titel von dem Militärhistoriker Professor Franz Wilhelm Seidler, Dozent an der Bundeswehr-Hochschule, heraus. Siehe auch Der Spiegel 19/1977: Rosa Winkel

Männercharme heisst das Theaterstück des 'Schwulenkollektivs Brühwarm', das im Hamburger Kommunikationszentrum aufgeführt wurde. DON übernimmt eine Kritik von Peter Föhrding aus MANN und will später eine eigene Besprechung bringen ...

Am 7. März haben die Dreharbeiten für den Fernsehfilm Die Konsequenz begonnen. Alexander Ziegler, der das gleichnamige Buch schrieb, spielt die Rolle des Häftlings Lemmi. Jürgen Prochnow spielt den Häftling Martin, Ernst Hannawalt den Sohn des Gefängniswärters ...

Mit 69 Jahren hat der schwule französische Ex-Diplomat und Schriftsteller Roger Peyrefitte (1907-2000) ("Heimliche Freundschaften"), berühmt auch für viele Skandale, seine kostbare und einzigartige Sammlung erotischer Literatur-Raritäten versteigern lassen.


Patrick Schneider taucht mit anspruchsvollen Beiträgen wiederholt als Autor in DON auf.




DON 8/77 erscheint im August 1977. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


Onanierender Japaner, rechte Seite, unten links. "Die manuellen Praktiken im Land der aufgehenden Sonne unterscheiden sich von der europäischen Praxis eigentlich nur in der eleganten Griffhaltung. Selbst bei solcherart Lustbarkeiten kann sich der Japaner ein asiatisches Lächeln nicht verkneifen. Schwungvoll ist aber nicht nur der Faltenwurf dieses Hand an sich legenden Herrn, sondern auch das spritzige Ergebnis seiner Beobachtungen. Oder schaut er nur gedankenverloren hinauf zum Gipfel des Fuji-san?"

Bums annodazumal: eine amüsante Kommentierung alter erotischer Darstellungen.


Neben diesem total verschwommenen Rückenakt erscheint rechtsseitig eine Anzeige des Top-Versand, Sitz ist noch 8034 Germering (= Unterpfaffenhofen), in der - oben - die Nummer 4 des von mir (für Günter Goebel) entwickelten und jahrelang gemachten Pornomagazins HOM OH! (verbotenerweise) angeboten wird, während unten die ersten Sexyslips (Piccolo) auftauchen, die wir damals von einer oberbayerischen Näherei bezogen, die hauptsächlich für Beate Uhse produzierte.


Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer) versucht mit diesem Beitrag das "schwule Selbstbewusstsein" der DON-Leser in ihrer ausserordentlichen Rolle als "gutverdienende, konsumfreudige Stützen der Wirtschaft" zu fördern ... (eine auch heute noch oft auftauschende Verallgemeinerung).


Franz Beckenbauer erzählt dem STERN (23/1977) über sein "Verhältnis" mit Gerd Müller "Die letzte Nacht mit Gerd Müller im Ehebett. Sieben Jahre haben wir es miteinander ausgehalten ... Wir haben den anderen wohl besser gekannt als die eigene Ehefrau..." um dann im STERN 25/1977 die Hüllen fallen zu lassen, um mit (fast) Nackedeibildern aufzufallen.

Florida verbietet per Gesetz (schon verdammt frühzeitig!) "gleichgeschlechtliche Ehen und die Adoption von Kindern durch Homosexuelle"

Matrosen der Bundesmarine müssen künftig auf die scharfe Marinekluft - weitkragige, taillenbetonte Hemdbluse, hautenge weitbeinige Latzhosen usw. - verzichten.

Mit Kinder-Sex, Kinderfrauen, Nymphchen und Lolitas beschäftigte sich - genüsslich auf 7 Seiten - Der SPIEGEL, 22/1977: " ... So schätzt die amerikanische Polizei ... in Los Angeles gäbe es über 3000 Poseure und Akteure unter 14 Jahren ... Immer ungenierter bestimmen Halbwüchsige das Strich-Bild amerikanischer Großstädte,, wobei die Knabenprostitution bereits 70 Prozent ausmacht ... Als die Polizei in Los Angeles einen zehnjährigen mexikanischen Jungen aufgriff, kam sie sogar auf die Spur eines neuen Sklavenhandels. Der Knabe war im Kofferraum eines Wagens über die mexikanische Grenze geschmuggelt und für 500 Dollar an einen reichen Homophilen ... verkauft worden ... " Auch für die DON-Redaktion ist Pädophilie und Homosexualität noch ein und dasselbe.


Hier wird nicht ein schwules Lieblings-Sex-Thema (wie kriege ich den Hetero ins Bett) behandelt, sondern der Versuch unternommen, den Leser durch übertriebene Schilderung von allerlei Klischees grundsätzlich gegen Vorurteile (Klischees) ein wenig zu sensibilisieren.


Mehr über die Jungs und den Fotografen (Manfred Rudat) siehe DON 11/1976. 


Bei dem Beitrag handelt es sich keineswegs um schwule Wunsch-Phantasien, vielmehr ... "Im April 1976, auf dem Jahrestreffen amerikanischer Historiker, veröffentlichte Professor B.R. Burg von der amerikanischen Arizona State University erste Ergebnisse seiner umfangreichen Forschung über das Sexualleben der Piraten im 17. Jahrhundert. Er stellte DON das Manuskript seines Vortrages zur Verfügung, aus dem wir in dieser und weiteren Folgen die wichtigsten Teile veröffentlichen werden ... "