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Montag, 29. Juli 2013
DON - The German Gay Magazine 1980 (Hefte 1, 2, 3). Gerd Talis übernimmt die Redaktion.
Der neue DON-Redakteur, Gerd Talis (= Gerhard Friede) (siehe auch gay journal) soll neben dem Aufbau des Gesamtinhalts sowie eigenen Beiträgen auch den Heft-Umbruch/Layout und die Foto-Auswahl übernehmen, ferner Autoren und Fotografen pflegen und gewinnen..
Bei Talis DON-Start, der nach den Vorstellungen und Wünschen des Verlegers Henry Ferling ein fliessender Übergang - und kein Neuanfang - sein soll, ist bemerkenswert, dass der neue Redakteur mit kaum einem DON-Autor und DON beliefernden Fotografen zusammenarbeiten wird.
DON 1/1980 erscheint im Januar 1980. Die Aufzählung der 'Redaktionsmitarbeiter' ist (ausser Urs Kent **) frei erfunden.
DON-Verlag Henry Ferling. Herausgeber Henry Ferling, Darmstadt. Redaktionsleitung Gerd Talis. DON-Redaktion: Dreikönigstrasse 2, 6900 Heidelberg. Ständige Redaktionsmitarbeiter: Jens Reimer, Andy Müller, Urs Kent **, Tommy Brauner (= Pseudonym für Jens Reimer) und Stefan Troßbach.
** Urs Kent ist eines der zahlreichen Pseudonyme von Johannes Werres
Sofort wird wieder die alte DON-Masche praktiziert, fehlenden Inhalt durch mehr oder weniger schlichte, schwüle und schwafelige Homo-Geschichten zu ersetzen - in dieser Ausgabe sind es bereits 3 Stories, in den Ausgaben der nächsten Jahre sind es im Durchschnitt 5 Homogeschichten. Und sofort wieder - in fast jeder Ausgabe - mit dabei, der Homo-Lore-Roman-Schreiber Walter Hilbrecht, den ich mit Müh und Not aus DON verbannt hatte, nachdem ich Verleger Ferling um ein Hilbrecht-Finale geradezu angefleht hatte.
Das von dem Grafik-Laien Gerd Talis verantwortete Layout entwickelt sich schnell wieder in die optische Richtung eines Krankenkassenmitteilungsblattes.
" ... wollen Sie sicher wissen, wer hier der für DON neue Gesprächspartner ist ... Wie kam es zum 'Kopfwechsel', wer ist der Neue ... ? ... Vor zeh Jahren arbeitete ich als Südeuropa-Korrespondent für Presse und Rundfunk in Spanien, als ich u.a. von dem mir bis dahin unbekannten 'Nachseptember-Magazin' [= DU & ICH] um einen Bericht über 'Warme Orte an Europas Südküste' gebeten wurde. Bei nächster gelegenheit schaute ich mir die Redaktion davon in Deutschland an - um bald darauf mit dem gesamten Team nach Köln überzusiedeln; wir bereiteten von dort aus die Fortführung eines Magazins vor, das den Namen 'Sonny' trug. 'Sonny' aber ist der Vorgänger Ihres DON ... Mir persönlich ging es damals jedoch um etwas anderes: Die Homosexuellen in Deutschland sollten durch ein Nachrichtenblatt regelmässig über emanzipatorische Vorgänge in aller Welt unterrichtet, dadurch den sogenannten Heterosexuellen gleichzeitig die Furcht vor der (eigenen) Homosexualität genommen werden: 1972 entstand das Monatsblatt 'Gay Journal' ... Gewisse Schwierigkeiten aber, die gerade durch die Doppel-Redaktion entstehen, wollen wir nicht verschweigen ... Womit wir beim Programm wären. Wir möchten DON zu einem wirklichen Forum der Homosexuellen machen ... Tausend Dinge bewegen uns, mit denen keiner alleine fertig wird. Artikulieren wir uns also, kommen wir zum Gespräch! Im DON. Wir brauchen diese 'Arbeit an uns' ... Ihr Gerd Talis"
" ... Die Woge, die derzeit im Westen der USA entsteht, bedeutet uns nichts Gutes. Gemeint ist die zunehmend an Bedeutung gewinnende homosexuellenfeindliche Einstellung breiter amerikanischer gesellschaftsschichten, an der die Gays dort selber schuld sind. Denn sie haben - wie unser gerade aus San Francisco zurückgekehrter Mitarbeiter Wolfgang Malade betroffen feststellt, zu früh zu hoch gereizt. Ist schon eine gewisse Art homosexueller Selbstdarstellung, auf Demonstrationen etwa, peinlich, so wird den Nicht-Gays in den Homozentren Kaliforniens die umsichgreifende 'Verschwulisierung' allmählich unerträglich ... Nach dem amerikanischen Vorbild der Harlem- und China-Towns haben sich auch ganze Schwulen-Städte und Stadtviertel gebildet. Lokalisierbar dort nimmt jetzt Mord und Totschlag rasant zu ... "
"Die Briefberge zu den von DON aufgegriffenen Fragen nach der Legalität gewisser behördlicher Massnahmen gegen Homosexuelle nehmen zu. Erfreulicherweise ist festzustellen, dass es bei den Untersuchungen der 'Listen von Loch Ness' oder der Kripo als 'Stammgast in Homokneipen' nicht bei DON-Aktivitäten blieb. DON-Leser, Landtags- und Bundestagsabgeordnete haben sich dieser Themen angenommen. Einige DON-Leser wurden selbst mit Datenproblemen konfrontiert ... So entstand ein ganzes Netz von brieflichem Hin und Her - nur herausgekommen ist dabei (noch) nicht viel .... "
Antwort der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung e.V., Bonn
Antwort des Innenminsterium Baden-Württemberg
Antwort des Senators für Inneres der Freien Hansestadt Bremen in Sachen Lokal 'Bienenkorb'
DON 2/1980 erscheint im Februar 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (= gerhard Friede) befindet sich in Heidelberg.
Diese Ausgabe enthält bereits wieder fünf Homo-Geschichten.
Collage zum Fasching 'Geht doch mal als...'
Zum Titelthema 'Bei uns ist immer Karneval'
"Wo immer auf diesem Planeten Menschen närrische Feste feiern, mischt sich in den Mummenschanz der bunten Zelte und Wagen, der lockenden Karussells und Schaubuden der epikureische Lebenswille der Jugend ... So ist auch hier zum Karneval vieles erlaubt, was sonst dem strengen Verdikt des Biedermanns zum Opfer fiele ... "
Ob "Das nachstehende Protokoll" echt ** oder eine Parodie ist, ist 33 Jahre später nicht mehr festzustellen... "entnahmen wir den Akten des Kleingärtnervereins Köln-Wahn e.V. betreffend die sog. 'Detlev-Affaire'. Einheimische werden sich erinnern, welches Rauschen sie letztes Jahr im Wald der Boulevardblätter hervorrief, beweist dieser Skandal doch u.a. auch, wie rasch Spass in Ernst umschlagen kann, und dass man es mit dem Humor nicht so wörtlich nehmen darf, wenn die Bundesrepublik gerade ihre 'Tollen Tage' hat."
** Anfangs werden Klarnamen und eine Kölner Adresse genannt, ferner der 'Kleingärtnerverein Köln-Wahn e.V.' und der 'Kappesköpp e.V.'
Es fällt auf, dass sich die neue Redaktion in Sachen Aktfotos wieder aus den DON-Kisten mit uralten, bereits mehrfach veröffentlichter und abgelegter Fotos bedient - z.B. die beiden Sofa-Knaben von TOM men’s shop, Zürich, (der Link führt zu Details über Thomas Wetzel in DON 4/1978) aus dem Jahr 1975.
DON 3/1980 erscheint im März 1980. Die Redaktion unter der Leitung von Gerd Talis (siehe auch gay journal) befindet sich in Heidelberg.
Auch diese Ausgabe enthält wieder fünf Homo-Geschichten.
"Wir wollen uns nichts vormachen, lieber Leser: Wir haben uns in zehn Jahren sogenannter homophiler Emanzipation ganz schön an die Bequemlichkeit gewöhnt. Es wurde genascht, wo es etwas zu naschen gab. Jeder hat versucht, etwas von 'seinem Recht' zu bekommen. Man tat nichts dafür, man liess es sich servieren. Servieren von einem Staat, einer gesellschaft - von einem imaginären Gegenüber, das man auf Schritt und Tritt dabei ertappt, wie es wieder Gemeines, Hinterhältiges gegen die homosexuelle 'Minderheit' ausheckt und ausführt. Trotz dieser Steine ... über die man ... mit Gepolter stolpert, hängt man ... an dem Tropf, dessen Inhalt mit dem Schlagwort 'Liberalisierung' nezeichnet ist ... man konsumiert ... passt man sich dem allgemeinen Trend doch lieber an. Dem Trend der Konsum-Gesellschaft. Da wird der Partner zur Wegwerfware, man rafft, will immer mehr ... "
Zur Ankündigung auf dem Titel "Klasse-Stories": Es setzt nun wieder das ein, was ich in meinen vier DON-Jahren mit Müh' und Not beendet hatte: Noch freie Seiten werden mit Homo-Geschichten aufgefüllt (hier von Peter Sterr). Das steigert sich in Talis-Zeiten von Jahr zu Jahr.
"Die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft (AHA, gegründet 1974 in West-Berlin) organisiert ein Diskussionsforum zur Bundestagswahl und ruft dafür die Schwulen zur Zusammenarbeit auf ... " Am 12. Juli 1980 sollen in der Bonner Beethovenhalle >die Parteien auf dem Prüfstand< stehen. Die AHA erwartet dazu Anregungen, Vorschläge und Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet ... "Sektiererisches Einzelkämpfertum kann auf die Dauer nicht erfolgreich sein."
(Bundestagswahl am 5.10.1980 mit CDU-CSU-Kanzlerkandidat Franz-Josef Strauß)
Don-Dikussion: " ... dass man in der Bundesrepublik mit ca. 3 Millionen ausschliesslich homosexuell Orientierten rechnet. Einige Zehntausend kaufen Magazine der Homo-Presse. Sie gehören dazu ... Aber gehören Sie auch zu einer Schwulen-Gruppe? Schreiben Sie ... warum Sie bei solch einer Gruppe mitmachen, warum Sie sich fernhalten, solche Gruppen gar ablehnen ... "
Es folgen erste Leserbeiträge.
"Tunten spielen sich nach vorn. Wer den Film des WDR über die IHB gesehen hat, wer Augenzeuge des Homoluluspektakels auf Rankfurts Strassen war, wer sieht, wie sich vor allem in den Homo-Gruppen ... die Tunten nach vorn spielen, dem wird angst und bange um die Zukunft der gesamten 'Minorität' ... dass der Eindruck entsteht, die Homosexuellen bestehn nur aus Tunten ... dieses Bild vom Homosexuellen erzeugt in den breiten Massen einen falschen Eindruck und kann verheerende Folgen für uns alle haben. Den Warnern, wie mir uns meinen Freunden, wird von den Tunten ungerechterweise Tuntenhass vorgeworfen ... "
Mit Mitarbeiter/Autorennamen wie Wolfgang Malade (1/1980) oder Peter Sterr und Hans Daniel (3/1980) kann ich bis heute nichts anfangen.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
DON - The German Gay Magazine 1970 (Hefte 1 bis 6)
Die Kriminalisierung, Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung Homosexueller durch die Nazis, ab dem 1. September 1935 festgeschrieben in den §§ 175 und 175a StGB (Unzucht zwischen Männern), hat die Bundesrepublik Deutschland erst 24 Jahre nach Ende der Naziherrschaft (!) - ein klein wenig - revidiert.
Mit Inkrafttreten der Novellierung des § 175 StGB - am 1. September 1969 - waren zunächst homosexuelle Kontakte „unter erwachsenen Männern“ nicht mehr verboten. Immerhin konnten demzufolge in der Bundesrepublik Deutschland erstmals wieder Publikationen für Homosexuelle erscheinen.
Am 1. Oktober 1969 erschien die erste Ausgabe von DU & ICH - wegen des Zeitpunkts auch Nachseptembermagazin genannt. Im April 1970 erschien die erste Ausgabe von him. Und als drittes Magazin erschien im Mai 1970 SUNNY, das noch im gleichen Jahr - ab der 4. Ausgabe - in DON umbenannt wurde.
Das ist die Geschichte von DON, aufgezeichnet von einem, der viele Jahre - direkt und indirekt - dabei war. Im Juli 1974 habe ich unter Pseudonym eine erste Geschichte in DON veröffentlicht. Und im Dezember 1983 letztmals eine Ausgabe komplett konzipiert, gestaltet und zum grossen Teil geschrieben. Bis zum April-Heft 1984 habe ich noch etwas mitgearbeitet.
Hier folgen 15 Jahre DON, die die jeweilige Zeit, die Inhalte und Themen sowie die Entwicklung des Magazins anhand von Seiten-Beispielen und Fakten erläutern, illustrieren und (kritisch) kommentieren. Als Informations-Ergänzung werden zu Namen und Publikationen, Anlässen und verwandten Themen Links veröffentlicht.
SUNNY Nr. 1 erscheint im Mai 1970 im Verlag Klassmann & Co. OHG, Bornheim-Merten. Verantwortlich für den Inhalt zeichnet Gerhard R. August, über den ich nichts weiss und bislang auch nichts herausfinden konnte. Das Heft hat einen Umfang von 32 Seiten, davon 16 Seiten 4farbig.
Das Magazin erhält kaum Text, dafür zahlreiche grafisch grosszügig komponierte Seiten, einen einzigen, kleinen, sehr dezenten Ganzakt und eine Vielzahl von Jünglingsfotos in Badehosen- und Unterhosen, allesamt von TOM men’s shop, Zürich, (der Link führt zu Details über Thomas Wetzel in DON 4/1978).
Auf die 24 Jahre der Kriminalisierung von Homosexuellen in der Bundesrepublik Deutschland und damit auf die einschneidende Änderung des Strafgesetzparagraphen 175 im September 1969 - die das Erscheinen u.a. von SUNNY erst möglich machte - gehen weder diese, noch die folgenden Ausgaben in irgend Form ein. Ein explizit homosexuelle Leser ansprechendes Thema gibt es in der ersten Nummer nicht. Der „Report über den Strich - Endstation Knast“ hätte im Jahr 1970 genausogut (und besser) im heterosexuellen „Stern“, in „Twen“ oder „Konkret“ stehen können. Die Doppelseite „Schwarzer Eros“ enthält ein paar dürre Bildbegleitungsworte im Sinne von „Homophile kennen keine Rassenprobleme“.
Die erste SUNNY-Ausgabe ist eine mit viel Liebe gestaltete, recht bunte, aber ziemlich inhaltlose Publikation, was - möglicherweise - in der jahrzehntelangen Kriminalisierung, Verfolgung und verinnerlichten Angst der homosexuellen Macher begründet ist (?)
Ab Nummer 2/1970 nennt sich das nunmehr 48seitige Magazin, davon 16 Seiten in Farbe, SONNY, während im Innenteil weiter von SUNNY die Rede ist. Es erscheint in der Sonny-Verlag GmbH, Bornheim-Merten. Chefredakteur ist Michael Heiberg. Von Michael Heiberg ist (aus nachfolgenden Heften) nur bekannt, dass er mit Charles Mauveaux ein Buch „Geschichte der erotischen Kunst“ verfasst haben soll. Diese Autoren und diesen Titel sucht man selbst in Antiquariats-Webseiten leider vergeblich.
Reproduktion und Druck dieser, wie sämtlicher Ausgaben der Jahre 1970 und 1971, sind ausgezeichnet. Das Heft bleibt extrem textarm, behauptet zwar „SUNNY bringt erstmals mit dieser Ausgabe besonders viele Sexfotos“, zeigt jedoch zumeist dezente Ganzakte, während die Unterhosen- und Badehosenmodellbilder (TOM men’s shop, Zürich) dominieren.
Es gibt eine Musik-Seite „Platten“, einen ersten, noch sehr zurückhaltenden Bericht über schwule Kneipen und Bars in Frankfurt/Main, Gedichte und künstlerische Zeichnungen, einen dreiseitigen Bericht (Fotos dominieren) über den Fellini-Film „Satyricon“, in dem bekanntlich viel nacktes Fleisch gezeigt wird (nicht so in SONNY) ...
... und einen Wettbewerb „Diesen Ford Capri können Sie gewinnen, wenn Sie an der Wahl des >sunny-boy< teilnehmen“ und beteiligt sich (8 Monate nach der Tat) an der Fahnung nach dem Mörder eines Homosexuellen.
SONNY 3/1970 erscheint im nunmehr bereits dritten Verlag: Ilion-Verlag GmbH & Co KG, Köln, Chefredakteur bleibt Michael Heiberg.
Erstmals beschäftigt sich das Magazin mit Themen, die die Leser (hier Homophile und Homoeroten) aktuell beschäftigen: „Homophile Partnerschaft? Eine empirische Untersuchung“ sowie zeittypischen Gedanken des Chefredakteurs zum Thema ‘Homophile Partnerschaft’ („Deutschlands Homophile treten aus dem Dunkeln heraus“)
Es enthält ein bebildertes Portrait des russischen Tänzers Rudolf Nurejew sowie einige Aktualitäten - Prominenter Gast im TOM men’s shop, Zürich, ist Horst Buchholz - ein homophiles Lichtspieltheater in London - ein neuer Club in Essen...
Im Oktober 1970 erscheint die vierte Ausgabe, nunmehr umbenannt in DON, Untertitel „Magazin für Freunde, gentlemanlike“, weiter in der Ilion-Verlag GmbH, Köln. Chefredakteur bleibt Michael Heiberg.
Es scheint finanzielle Probleme zu geben, denn 4farbig sind nur noch die Umschlagseiten, der Rest ist einfarbig schwarz mit grüner Schmuckfarbe. Die Misch-Masch-(Berichte) aus aller Welt werden ausführlicher, hier u.a. eine Nachricht über ...
"Udo Erlenhardt, Chefredakteur von 'him', hat sich einen neuen Gag einfallen lassen: Schlagerstar Sonny Costa besingt die erste im him-Verlag erscheinende Schlagerplatte. Auf der B-Seite wird 'Er' besungen - er, das ist ein lieblicher Knabe, dessen traumhafte Schönheit das Blut zum Kochen bringen soll ... "
Die folgenden Ausführungen über Udo Erlenhardt sind NICHT Inhalt dieser DON-Ausgabe, sondern eine zeitgeschichtlich informative Ergänzung für den Blog-Leser:
Udo Erlenhardt (1944-2011) gilt als die schillernste Figur unter allen sog. Chefredakteuren deutscher Schwulenmagazine.
Erst Textileinzelhandelslehrling, dann Novize (Ordensname Frater Andreas) wurde der Knabenliebhaber aus dem katholischen Verein herausgeworfen und erster Chefredakteur von DU&ICH, was sogar dem SPIEGEL eine Homo-Story wert war: Der Spiegel 50/1969: Schöne Aufgabe.
Erlenhardt war dann kurz 'Chefredakteur' bei him, kam aber erst als Gastwirt 1984 wieder "richtig gross raus", nämlich als einer der fragwürdigen Zeugen in der Affäre um den Bundeswehr-General Kießling und Alexander Ziegler: Der Spiegel 5/1981: Wörner - Der Lächerlichkeit preisgegeben.
Seite dritte "Karriere" machte er als selbsternannter Pater (falscher Priester), „geistlicher“ Spendensammler und Betreiber eines aus mehreren Häusern bestehenden Heimes für Straßenkinder in Rumänen: Süddeutsche Zeitung vom 11. Mai 2010: Das zweite Leben des Geheimdienst-Informanten.
Siehe auch Balkanblog: Don Demidoff, alias Udo Erlenhard und wie man prominent im Balkan wird
Siehe auch den Blog Don Demidoff, der von 2006 bis zu Erlenhardts Tod 2011 von Udo Erlenhardt Enthüllern mit Aufdeckungen und Erkenntnissen über ihn gefüllt wird.
Ein weiterer Artikel auf der EINSICHT-Webseite: Totgesagte leben länger - Demidoff ante portas
"Udo Erlenhardt, Chefredakteur von 'him', hat sich einen neuen Gag einfallen lassen: Schlagerstar Sonny Costa besingt die erste im him-Verlag erscheinende Schlagerplatte. Auf der B-Seite wird 'Er' besungen - er, das ist ein lieblicher Knabe, dessen traumhafte Schönheit das Blut zum Kochen bringen soll ... "
Die folgenden Ausführungen über Udo Erlenhardt sind NICHT Inhalt dieser DON-Ausgabe, sondern eine zeitgeschichtlich informative Ergänzung für den Blog-Leser:
Udo Erlenhardt (1944-2011) gilt als die schillernste Figur unter allen sog. Chefredakteuren deutscher Schwulenmagazine.
Erst Textileinzelhandelslehrling, dann Novize (Ordensname Frater Andreas) wurde der Knabenliebhaber aus dem katholischen Verein herausgeworfen und erster Chefredakteur von DU&ICH, was sogar dem SPIEGEL eine Homo-Story wert war: Der Spiegel 50/1969: Schöne Aufgabe.
Erlenhardt war dann kurz 'Chefredakteur' bei him, kam aber erst als Gastwirt 1984 wieder "richtig gross raus", nämlich als einer der fragwürdigen Zeugen in der Affäre um den Bundeswehr-General Kießling und Alexander Ziegler: Der Spiegel 5/1981: Wörner - Der Lächerlichkeit preisgegeben.
Seite dritte "Karriere" machte er als selbsternannter Pater (falscher Priester), „geistlicher“ Spendensammler und Betreiber eines aus mehreren Häusern bestehenden Heimes für Straßenkinder in Rumänen: Süddeutsche Zeitung vom 11. Mai 2010: Das zweite Leben des Geheimdienst-Informanten.
Siehe auch Balkanblog: Don Demidoff, alias Udo Erlenhard und wie man prominent im Balkan wirdSiehe auch den Blog Don Demidoff, der von 2006 bis zu Erlenhardts Tod 2011 von Udo Erlenhardt Enthüllern mit Aufdeckungen und Erkenntnissen über ihn gefüllt wird.
Ein weiterer Artikel auf der EINSICHT-Webseite: Totgesagte leben länger - Demidoff ante portas
In dieser Ausgabe beginnt - über mehrere Folgeausgaben - der teilweise Nachdruck des bei SONNY 2/70 bereits erwähnten Buches „Geschichte der erotischen Kunst“, wobei sich die Auswahl keineswegs auf das Thema Männer und Homosexualität beschränkt.
Die Doppelseite „Black Power“ ist typisch für die Darstellung „erotischer“ Männerfotos in den ersten Ausgaben: Collage, nackter Po, Badehosen. Bilder wie in „Zauberlehrling“ (unten) wurden mit einem bildgemässen, frei erfundenen Text garniert.
DON 5/70 erscheint im November 1970, weiter in der Ilion-Verlag GmbH, Köln, jetzt ist Gerhard R. August wieder Chefredakteur (siehe SUNNY Nr. 1/1970)
Die Themenpalette wird erstmals vielfältiger und mehr auf homosexuelle Interessen ausgerichtet. Künstlerische Zeichnungen u.ä. in diesen und weiteren frühen Ausgaben haben (noch) einen qualitativen Anspruch.
Erstmals (und in folgenden Ausgaben) wird redaktionell eine Reise für Schwule angeboten „DON International, Mittelmeerkreuzfahrt für Freunde“.
Ein (schwules) Kuriosum dürfte diese Whisky-Reklame-Doppelseite sein.
Ebenfalls erstmals in DON wird über eine Homosexuellen-Demonstration in Hollywood berichtet ... immerhin hatte bereits eineinhalb Jahre zuvor - am 28. Juni 1969 - in der New Yorker Bar Stonewall Inn, in der Christopher Street, der Stonewall-Aufstand, ein eminent wichtiges Ereignis für die Schwulenbewegung, stattgefunden.
Weitere Themen sind Kunst, Kultur, (erneut) „Homophile Partnerschaft“ und in Ansätzen Literatur (Verlaine + Rimbeau).
Die letzten Seiten zeigen Thomas Fritsch (* 1944, sog. "Willy-Fritsch-Sohn") bei der Anprobe im bekannt schwulen TOM men’s shop, Zürich, (der Link führt zu Details über Thomas Wetzel in DON 4/1978).
Fritsch, dessen Eskapaden auf der (einst) schwulen Lustinsel Mykonos legendär sind, erklärte in einer Talkshow (30.11.2004 bei Johannes B. Kerner?), angesprochen auf das Thema Homosexualität: „Absoluter Schwachsinn! Wäre ich schwul, würde ich dazu stehen. Es wäre mir viel zu mühsam, mich ein Leben lang vor anderen verstecken zu müssen.“
Eine recht amsüsante Aussage für mich, der ich den seinerzeit vielbegehrten Jüngling noch im Berliner KC (= Kleist Casino, Europas älteste Homo-Bar, 2002 geschlossen) höchstpersönlich erleben durfte. Folgerichtig verschweigt sein Wikipedia-Eintrag auch alles Private.
DON 6/70 erscheint im Dezember 1970, Ilion-Verlag GmbH, Köln, Chefredakteur Gerhard R. August
Das „Weihnachtsheft“ präsentiert „Geschenke für zwei die sich lieben“ und „Für festlich intime Stunden“...
... erstmals einen schwulen Comicstreifen „Donnie und Mike“, berichtet über „Probleme in der Pubertät“ und - passend dazu ...
... über den Film „Heimliche Freundschaften“ (französischer Spielfilm aus dem Jahre 1964, der erst im Juni 1970 in deutsche Kinos kam und auf dem gleichnamigen Roman von Roger Peyrefitte basiert).
Die letztseitige Aufnahme “Prosit 1971“ - mit Überraschungskiste - dürfte eines der ersten, speziell gefertigten, schwul-typischen Fotos in DON sein.
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