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Montag, 22. Juli 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 11)


* Offener Brief an Kardinal Höffner (apropos "Dem Leben dienen")
* Der ideale Homo: schöner als schön (der US-amerikanische Tänzer, Friseur, Photograph, Maler und Illustrator George Quaintance)
* Kölner Kripo in Homobars Stammgast
* Deutsche Schwestern: Ein Pflegefall! (das deutsche Schwulenwesen)
* Die Seelenhirtin Meves und der Heteromacker Wayne

DON 11/1979 erscheint im November 1979.


an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Herrn Kardinal Joseph Höffner ...

" ... die 16seitige Dokumentation der Deutschen Bischofskonferenz [trägt] den Titel >Dem Leben dienen<. Wenn sich die katholische Kirche ... in einer derart massiven Öffentlichkeitskampagne für das (ungeborene) Leben einsetzt, dann frage ich Sie, Herr Kardinal, wieviele Arten von Leben, denen zu dienen gilt, es aus Ihrer Sicht gibt ... die einen, für die sich die katholische Kirche derart engagiert ... und andere, die ihr Engagement nicht nur nicht wert sind, mehr noch, die sie bewusst und immer wieder verdammt. Ich spreche hier von dem dem >Leben< der rund drei Millionen homosexuell orientierter Menschen in unserem Lande. Ich spreche von dem seelischen und moralischen Druck  ... von der Angst (die die Gesellschaft und die Kirchen durch ihr diskriminierendes Verhalten auslöst), von der täglichen Diskriminierung (bspw. im Beruf, und hier vor allen Dingen auch in Ihrer Kirche), von der Zerrüttung familiärer und menschlicher Bindungen, von einem Leben ohne tiefere Sinninhalte, von der Flucht in Drogen, Alkohol und sogar Selbstmord ... Diese >Leben< haben für die katholische Kirche keinen Stellenwert ..." 


" ... Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? ... Ihr Herr Homo, Ihr seid der Schönste ... " Ein Essay über das homosexuelle Begehren nach (Jugend und) Schönheit, am Beispiel der übertrieben realistisch (quasi fotogetreu) gezeichneten Homo-Wunsch-Szenarien eines Quaintance.

George Quaintance, 1902 - 1957,  war ein schwuler US-amerikanischer Tänzer, Friseur, Fotograf, Maler und Illustrator, der für seine homoerotischen Zeichnungen bekannt war.


" ... Der DON-Artikel >Schwuler Alpdruck: Alter< ... vom August 1979 ... Er war nicht nur kritisch, sondern gezielt polemisch abgefasst. Er zielte auf deutsche Schwulengruppen. Einige von ihnen ... fühlten sich ... angegriffen, beleidigt, ja verleumdet. Den Hintergrund dieses Artikels haben all jene, die aufgebracht bis empört reagierten, nicht wahrhaben wollen ... Dass dieser Artikel 'gezielt polemisch' abgefasst wurde, hatte einen weiteren, triftigen Grund: Denn die Mehzahl deutscher Schwulengruppen setzt sich mit den Inhalten auflagenstarker Homopublikationen (à la DON) nur dann auseinander ... wenn sie mit der Nase darauf gestossen werden ... Sobald Schwule jedoch selbst aufs Korn genommen werden, reagieren sie typisch homo-like von weinerlich bis bösartig. In solchen Momenten geht dass das ganze schwule Selbstbewusstsein baden ... Einen echten 'Meilenstein' schwulen Selbstbewusstseins setzte nun auch jene Gruppe, die wir in unserem Artikel direkt angesprochen hatten. Um dem Leser das zu verdeutlichen, haben wir diesen Antwortbrief [der Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart] einmal in seine Einzelteile zerlegt ... "

Montag, 6. Mai 2013

DON - The German Gay Magazine 1979 (Heft 1)


Titelboy Jan-Michael Vincent (*1944) drehte seinen ersten Film für Disney  Big Boy – Der aus dem Dschungel kam, in dem er einen Tarzan-ähnlichen jungen Mann verkörperte, der zu einem professionellen Sportathleten wird.

DON 1/79 erscheint im Januar 1979. Verleger ist Henry Ferling, Darmstadt, siehe DON 1/1973. Redaktion: Jens M. A. Reimer, R.v. Lindenau (= Henry Ferling), Tommy Brauner (= Jens M. A. Reimer), Bildredaktion: Guy Gilbert (= Günter Goebel) und Hans John (= Hans Möstl), Details bei DON 9/1976


Bilder eines bekannten Malers, der aber in DON lieber anonym bleiben möchte.


DON - vom 'Pornomagazin' zum 'künstlerischen Aktheft'

"Nachdem die 'homosexuelle emanzipation' [Hrsg.: VSG/IHS/IHT/WüHSt. Verlag W.Oefelein München] Mitte vorigen Jahres alle Nicht-Schwulenzeitschriften mit dem Prädikat 'kommerzielle Pornoblätter' ausgezeichnet hatte ... mühte sich das Redaktionskollektiv ... eine neue DON-Definition einfallen zu lassen. In der 'emanzipation' 3/78 heisst es: >Wir müssen Herrn Reimer im wesentlichen recht geben: Ausser den genannten gibt es noch mindestens einen weiteren Typ von Schwulenzeitschriften, nämlich solche, die sich auch der künstlerischen Aktfotografie widmen. Zu diesem Typ gehört zweifellos die Zeitschrift von Herrn Reimer. Sie scheint uns geradezu bahnbrechend im Bemühen um das nichtpornographische Nacktbild ...< "

Solche dummdreisten Fabulierfrechheiten bekam man damals in linken Schwulenpostillen regelmässig vorgesetzt.


Über Wilhelm von Gloeden und sein Fotostudio in Taormina/Sizilien


Die Aktualitäten = NEWS, gesammelt hauptsächlich aus Printmedien und Schwulenpublikationen, füllen immer mehr - in dieser Ausgabe sieben - Seiten.


* Homosexualität ist im britischen Staatsdienst kein Hindernis, erklärt Staatsminister Morris.

* Die Gesellschaft zur Übernahme und Wahrung von Filmaufführungsrechten (GÜFA) zieht Gebühren auch für die öffentliche Vorführung von Pornofilmen (z.B. in Sexshops, Nachtbars...) ein.

* In den Niederlanden verliert eine geschiedene Person Anspruch auf Unterhalt vom Ex-Gatten, wenn sie sich wiederverheiratet oder ein eheähnliches Verhältnis (Lesben) eingeht.

* Schwule demonstrieren vor der griechischen Botschaft in London gegen geplante Gesetze, die (auch) Homosexuelle, bei Verdacht auf Geschlechtskrankheiten, für 30 Tage ohne Urteil oder Haftbefehl in 'Schutzhaft' nehmen können.

* In Stuttgart besteht eine Hilfsgemeinschaft für Homosexuelle, die körperlich und geistig behindert oder seelisch krank sind.

* Bayerische Dorfbewohner identifizieren ihren heterosexuellen Elektromechaniker als 'Schwuli' und entfesseln ein Spiessrutenlaufen ... weil der Mann dem STERN-Titel-Schwulen Martin Schütz verblüffend ähnlich aussieht.

* Nach Artikel 17 des Grundgesetzs hat jedermann das Recht, sich schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden. Beim Bundestag gehen jährlich 14.000 Bitt- und Beschwerdeschriften ein.

* Die Berliner Jungsozialisten (Jusos) haben die Gründung eines 'Arbeitskreis gegen die Diskriminierung Homosexueller' beschlossen. Bei den Berliner Jungdemokraten (Judos) rechnet man auch mit der Gründung eines Arbeitskreises schwuler und lebischer Mitglieder.

* Warum man bei hartnäckiger Erektion einen Arzt aufsuchen muss.

* Pornographie ist in den USA - im Land der Puritaner - zum ganz grossen Geschäft geworden. Außerhalb bzw. am Rand der Legalität setzt die Pornoindustrie bereits 4 Milliarden Dollar um.

* Die Düsseldorfer Gesellschaft zur Förderung sozialwissenschaftlicher Sexualforschung e.V. (GFSS) bietet eine spezielle Lebens- und Sexualberatung für Homosexuelle.

* Es war einmal (vor 21 Jahren) ein Märchenkönig, der war so normal wie O.W. Fischer und hatte eine richtige Freundin wie Ruth Leuwerik, die aber mit dem Kaiser Franz Joseph verheiratet war. Als es auch mit Sissys jüngerer Schwester nichts wird, vereinsamt der König Ludwig Fischer, rollte wild mit den Augen und stirbt auf ungeklärte Weise in einem blauen Teich. Nach Helmut Käutners heterosexueller Kitschversion wurde Ludwig II. verrückt, weil ihn die Frauen verliessen.

* Immer mehr Männer greifen zu Strick- oder Häkelnadel - und vollbringen wahre Wunderleistungen.